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Medizin

Integrierte Versorgung „Gesundes Kinzigtal“: Verbesserung der Versorgungsqualität nicht nachweisbar

Freitag, 9. Juli 2021

Palliativversorgung /M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com

Berlin – Der Selektivvertrag zur integrierten Versorgung „Gesundes Kinzigtal“ (IVGK) hat im Vergleich zu 13 strukturähnlichen Kontrollregionen über einen 10-Jahres-Zeitraum zu keiner besseren regionalen Versor­gungsqualität geführt.

Dies zeigt in der Ausgabe 27-28 des Deutschen Ärzteblattes (DOI: 10.3238/arztebl.m2021.01632) eine breit angelegte Analyse von AOK-Routinedaten auf der Grundlage von 101 Indikatoren.

Bei 88 Indikatoren zeigt sich für die Jahre 2006 bis 2015 kein relevanter Unterschied zwischen dem Trend der Interventionsregion und dem mittleren Trend der Kontrollregionen.

Bei sechs Indikatoren wurde ein relevanter Unterschied zugunsten der IVGK beobachtet, bei sieben In­dikatoren ein im Vergleich zu den Kontrollen negativ abweichender Trend. In der Hauptanalyse konnte insgesamt eine positiv oder negativ von den Kontrollregionen abweichende Entwicklung des Kinzigtals nicht nachgewiesen werden.

In die Analyse einbezogen waren je nach Jahr 28.208 bis 29.206 AOK-Versicherte im Einzugsbereich des Selektivvertrags, von denen sich rund 28 Prozent in das integrierte Versorgungsprojekt eingeschrieben hatten, und 381.251 bis 400.033 AOK-Versicherte in den Kontrollregionen.

Die populationsbezogene integrierte Versorgung „Gesundes Kinzigtal“ gilt als Best-Practice-Bei­spiel der integrierten Versorgung in Deutschland und auch international. Ziel war es, den Gesundheitsstatus der Bevölkerung sowie die Versorgungsqualität zu verbessern und zugleich die Pro-Kopf-Kosten zu senken.

Erreicht werden soll dies durch ein Versorgungsprogramm für chronisch Kranke, durch zielgruppenspe­zifische Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramme, durch Patientenaktivierung sowie durch ein optimiertes Management intersektoraler Schnittstellen.

Anfang Juni 2021 hat die AOK Baden-Württemberg erklärt, den seit 2005 laufenden Versorgungsvertrag zum Dezember 2023 zu kündigen. Angesichts der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Zuweisung von Geldern an die Krankenkassen aus dem Morbi-RSA, die 2021 greifen, müsse der Vertrag neu verhandelt werden, hieß es von der AOK. © tg/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #672734
isnydoc
am Dienstag, 13. Juli 2021, 23:17

Es klang doch früher gut: Profitieren tun alle!

"Der Kurs ist Teil der Initiative Gesundes Kinzigtal, die hier im Schwarzwald zwischen Offenburg und Schramberg das deutsche Gesundheitssystem auf den Kopf stellt. Der wirtschaftliche Kerngedanke ist simpel und radikal: Eigentlich werden Ärzte dafür bezahlt, Krankheiten zu behandeln. Im Kinzigtal verdienen sie mehr, wenn sie die Gesundheit ihrer Patienten erhalten. Und weil umfassende Präventionsmaßnahmen Krankheiten und somit teure Behandlungen vermeiden, profitieren auch die Krankenkassen."
Hält man das im Kopf nicht aus?
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/initiative-gesundes-kinzigtal-das-bessere-gesundheitssystem-a-1031602.html
Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 9. Juli 2021, 22:16

Damit ist das Modellvorhaben "Gesundes Kinzigtal" tot.

Oder glaubt jemand, dass nach dieser Bestandsaufnahme und der Kündigung der AOK ein solcher/ähnlicher Vertrag neu geschlossen wird?
LNS
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