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Politik

Corona: Debatte um Einschränkungen für Ungeimpfte

Montag, 12. Juli 2021

/Corri Seizinger, stock.adobe.com

Mainz – Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz (KV), Peter Heinz, bedauert, dass er missverständlich Aussagen zu Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte gemacht hat. Das teilte heute die KV mit.

Er habe sich in der Frage, wie man einer Impfmüdigkeit weiter begegnen könne, „offenbar unglücklich und missverständlich ausgedrückt“, so Heinz. Es sei weder seine Absicht noch Intention gewesen, Unge­impften ihre Grundrechte in irgendeiner Form abzusprechen.

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„Es ging mir allein darum, nochmal deutlich zu machen, dass unterschiedliche Regeln für Geimpfte und Ungeimpfte während der Pandemie sinnvoll sind und beibehalten werden sollten, solange damit für die Menschen gesundheitliche Risiken verringert werden können“, erklärte Heinz.

Auch wenn die Infektionszahlen aktuell niedrig seien, brauche es weiterhin das Bewusstsein, dass eine hohe Impfquote für alle der effektivste Weg aus der Pandemie und der schnellste Weg zurück in eine Normalität mit allen Freiheiten sei.

Heinz hatte der Rhein-Zeitung unter anderem gesagt, man dürfe Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren. Man müsse den Menschen klarma­chen: „Ohne Impfung gibt es keine Freiheiten. Ohne diesen Druck wer­den wir die Menschen nicht über­zeugen.“

Impfprämien hält Heinz für „absurd“. Eine Impfpflicht lehnt er als „Bevormundung“ aber ab. Freiheiten nur Geimpften zu geben, sei aber keine versteckte Impfpflicht, „sondern eine zwangsläufige Schlussfolgerung aus einer pandemischen Lage“.

Die Grünen haben sich hingegen gegen harte Freiheitseingriffe für Menschen ohne Coronaimpfung aus­gesprochen. „Freiheit darf kein Privileg derjenigen mit gutem Zugang zum Gesundheitswesen sein“, sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche der Rheinischen Post. Sie forderte die Bundes­regierung auf, „endlich eine mehrsprachige und zielgruppengerechte Informationskampagne zu starten“.

Entgegen aller Erwartungen vor einem Jahr seien derzeit schon sehr viele Menschen in Deutschland ge­impft. „Aber gerade jüngere Menschen ohne Priorisierung warten noch auf die Zweit- oder sogar Erst­im­pfung“, betonte die Grünen-Politikerin. Manche Menschen seien von der Impfkampagne noch gar nicht erreicht worden.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel erklärte, Bund und Länder müssten ein für allemal unmissverständlich klarstellen, dass Impfzwang und Impfpflicht nicht in Frage kämen, weder direkt noch indirekt durch den selektiven Entzug von Rechten und Freiheiten, forderte sie. „Grundrechte werden nicht von oben zuge­teilt, sie müssen in vollem Umfang für alle Bürger gelten.“

Deutschlands Coronainzidenzwerte sind mittlerweile einstellig. Doch die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus wirft einen Schatten auf Deutschland und sogar auf Länder, in denen noch deut­lich mehr Menschen geimpft sind als hierzulande. Experten sehen die Immunisierungskampagnen in einem schwierigen Wettlauf mit der Ausbreitung der Delta-Variante. © afp/dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #880126
Pocahontas26
am Freitag, 30. Juli 2021, 19:58

Nun überholt -

Sehr geehrter Kiresch, durch die neuesten Nachrichten hier, steht nun fest, dass Geimpfte sehr wohl andere gefährden - egal, ob geimpft oder nicht.
Sie wundern sich über Polemik? Das liegt daran, dass manchen Leuten schlicht die Lust an solchen Gesprächen vergangen ist. Und deshalb auf wenige Worte abkürzen, um die Fahne hoch zu halten. Kennen Sie eigentlich unser Grundgesetz?
Avatar #880126
Pocahontas26
am Donnerstag, 15. Juli 2021, 21:05

Ganz ehrlich,

was mich mal interessieren würde und das ohne Hintergedanken. Welche der Symptome bei Long Covid sind tatsächlich nachweisbar? Ich habe nämlich das Gefühl, dass da gerade sehr viel auf den fahrenden Zug aufspringen und der hält ja auch alle Türen auf. Wenn ich daran denke, wie lange es gedauert hat, bis Burnout als Krankheit anerkannt wurde - waren es 10 Jahre oder mehr? - dann kann einem jetzt bei "Long Covid" leicht schwindlig werden...
Avatar #880126
Pocahontas26
am Donnerstag, 15. Juli 2021, 21:00

Und das ist so leider nicht richtig,

Herr/Frau Kiresch, es ist eben nicht so, dass Geimpfte keine Gefahr für andere darstellen. Sie können sehr wohl den Virus weiterverteilen und Sie können davon ausgehen, dass sie dies auch unbekümmert tun werden, da ihnen nämlich genau ihre Ansicht eingeredet wird. Die Praxis spricht eine andere Sprache. Aber wo ich mir ziemlich sicher bin, ist, dass Ungeimpfte sich weiterhin relativ vorsichtig benehmen werden (erst recht unter Geimpften) und weitestgehend die AHA-Regeln nutzen werden. Außer den Unsinn, an der frischen Luft eine Maske zu tragen!!!
Avatar #880126
Pocahontas26
am Donnerstag, 15. Juli 2021, 20:54

Und ich dachte

Freiheit wäre eins meiner Grundrechte?
Avatar #659853
klresch
am Mittwoch, 14. Juli 2021, 12:45

Selbstbestimmte Entscheidungen schließen auch die Konsequenzen mit ein!

Hallo Pjotter,
Polemik hat noch selten konstruktive Ergebnisse gebracht! Wie wäre es mit einem differenzierten Beitrag, z.B.:
Die Logik ist so einfach wie zwingend: von Geimpften geht kein nennenswertes Risiko für Dritte aus, und sie stellen auch keine Herausforderung für die Strukturen der Gesundheitsversorgung dar. Es gibt deshalb keinen Grund mehr, die verfassungsrechtlich garantierten Grundrechte einzuschränken.

Das gilt gleichermaßen für Menschen, die sich explizit gegen eine Impfung entscheiden – zumindest so lange in diesem Lande auch andere Möglichkeiten der Selbstschädigung wie z.B. Alkohol, Nikotin oder Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung nicht entsprechend sanktioniert werden. Den zuletzt genannten Gesundheitsrisiken ist allerdings gemeinsam, dass sie nicht „explodieren“ können, anders als das Infektionsgeschehen mit SARS-CoV-2.

Seit Beginn der Pandemie sind dem rki knapp 4 Millionen Infektionen gemeldet worden, mit großzügiger Verdoppelung wegen Dunkelziffer haben sich somit seither ca. 10% der Bevölkerung infiziert. Sollten sich 15% der Bevölkerung explizit gegen eine Impfung entscheiden, werden sich per Saldo etwa nochmals etwa doppelt so viele Menschen mit SARS-CoV-2 anstecken wie in der gesamten Pandemie bisher.

Die bisherige Impfkampagne hat besonders viele ältere Menschen und solche mit gefährlichen Risikofaktoren erreicht, sodass die Todeszahlen wohl nicht mehr in der gleichen Dramatik ansteigen werden wie bisher – das zeigt aktuell das Beispiel Großbritannien. Allerdings muss wohl mit einer 7-stelligen Zahl an Long Covid-Fällen gerechnet werden. Beides kann die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems schnell sprengen. Deshalb sind Strategien, die Inzidenzen nicht in schwindelerregende Höhen klettern zu lassen, noch auf viele Monate hin zwingend erforderlich – insbesondere konsequentes Testen aller Ungeimpften vor jeder Art von Kontakten untereinander und mit Geimpften.
Avatar #824456
Pjotter
am Montag, 12. Juli 2021, 17:56

Erpressung

"Ohne Impfung gibt es keine Freiheiten. Ohne diesen Druck wer­den wir die Menschen nicht über­zeugen.“
Druck, Angst und Erpressung sind sehr gute Maßnahmen um die Menschen in diesem Land zu überzeugen!
Vielen Dank!
LNS
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