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Politik

Gutachten: Solidarische Gesundheits­versicherung würde Beiträge reduzieren

Montag, 12. Juli 2021

/picture alliance, Bildagentur-onlin, Ohde

Berlin – Die von den Linken vorgeschlagene „Solidarischen Gesundheitsversicherung“ würde nach Ansicht von Fachleuten zu einer spürbaren Reduzierung der Beitragssätze führen.

Durch eine solche Neuregelung, bei der etwa auch Selbständige und Beamte einbezogen würden, ließen sich die Beiträge um mindestens 2,3 Prozentpunkte reduzieren, wie es in einem heute vorgestellten Gut­achten der Linken im Bundestag heißt. Bei einer Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze wären es sogar 3,5 Prozent.

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„Kleine und mittlere Einkommen zahlen überproportional Sozialabgaben“, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. „Damit das Land sozialer wird, muss aber gelten: starke Schultern tragen mehr.“ Die Linke wolle „die übergroße Mehrheit der Menschen entlasten und die reiche Minderheit belasten.“

Deswegen solle es eine Kranken- und Pflegeversicherung geben, in die alle einzahlen. Das Gutachten des Bremer Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang sieht eine Kranken- und Pflegeversicherung vor, in der alle in Deutschland lebenden Menschen Mitglied sind. Jeder erhält ab Geburt einen Versicherungsan­spruch.

Die Beiträge richten sich nach der Höhe des Einkommens, wer kein Einkommen hat, zahlt nichts. Alle Einkommensarten werden verbeitragt, auch Zins- und Kapitalerträge. Ausgenommen sind beitragsbe­freite Sozialleistungen. Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird abgeschafft.

Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzende Susanne Ferschl sagte, durch die solidarische Gesundheits­versicherung könnten die Beitragssätze in der Krankenversicherung deutlich sinken, ohne dass den Krankenkassen auch nur ein Euro verloren ginge.

„In der Pflegeversicherung wollen wir die Beiträge nicht senken, sondern lassen den Beitragssatz konstant.“ Mit den Mehreinnahmen von mehr als 16 Milliarden Euro sollten geringere Eigenanteile, mehr Leistungen, und eine bessere Bezahlung von Pflegekräften finanziert werden. © afp/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #93860
vosue
am Montag, 12. Juli 2021, 19:50

Gesundheit kann nicht solidarisch sein,

Es müsste ja jeder das gleiche Gesundheitsverhalten an den Tag legen. Ohne Beitragsbemessungsgrenze ist das ein Fass ohne Boden, und wie Solidarität aussieht, zeigt die Pandemie
Avatar #109757
Loewenherz
am Montag, 12. Juli 2021, 15:09

spannend wäre dann wohl...

Spannend wäre dann wohl die Frage nach der zu erwartenden Einkommensentwicklung bei den niedergelassenen Ärzten. "Für alle wirds billiger" riecht mir wieder nach "es wird halt weniger Geld für die Praxen geben, aber die sind eh schon unverschämt reich".
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