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Befragung signalisiert starke psychische Belastung durch die Pandemie

Mittwoch, 14. Juli 2021

/phoenix021, stock.adobe.com

Hamburg – Sechs Prozent der Deutschen leider „stark“, 41 Prozent „mittelmäßig“ unter den Folgen der Coronapandemie. Das ergab eine Onlinebefragung von 2.000 Bundesbürgern durch das Institut Toluna im Auftrag der Asklepios Kliniken. Ein Drittel der Befragten gab an, „gering“ unter den Coronafolgen zu leiden.

„Die Ergebnisse geben Anlass zur Besorgnis. Möglicherweise wurden die Nebenwirkungen der Lock­downs unterschätzt“, sagte Christoph Herborn, Chief Medical Officer (CMO) der Asklepios Kliniken Gruppe. Besonders belastet sind laut der Befragung offenbar junge Menschen, bei denen vier von fünf gelitten haben, und Mehrpersonenhaushalte mit Kindern. Hier waren 37 Prozent stark und 45 Prozent mittel­mäßig betroffen.

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Dem deutschen Gesundheitssystem geben die Befragten in der Umfrage im Schnitt eine 2,8 als Schul­note. Mit 1,8 beziehungsweise 1,9 wird die Einsatzbereitschaft der Pflegekräfte und des ärztlichen Per­sonals deutlich besser beurteilt. Die Behandlungsqualität und Versorgung von Intensivpatienten kommt auf eine 2,1, die Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf eine 2,2, die Verfügbarkeit von Intensivbetten auf 2,4 und die Aufrechterhaltung des normalen Krankenhausbetriebs auf 2,6.

Die Befragten mit Krankenhauserfahrung benoten alle Kategorien geringfügig besser. „Die Ergebnisse zeigen einmal mehr deutlich, dass das Personal deutscher Kliniken in der Coronapandemie einen phan­tastischen Job gemacht hat – und das haben die Menschen gemerkt“, so Herborn.

Ein weiterer Aspekt der Befragung war das Homeschooling. Hier sehen viele Befragte massive Nachteile für die Kinder. Laut 87 Prozent bekommen es Lehrkräfte schlechter mit, wenn Kinder in einzelnen Fächern Probleme haben.

Mit 86 Prozent sehen fast genauso viele eine Belastung der psychischen Gesundheit von Kindern durch fehlende Entwicklungsräume, verminderte Sozialkontakte und das ausgefallene gemeinsame Lernen. 85 Prozent finden es ungesund, dass die Kinder fast den ganzen Tag vor Bildschirmen verbringen mussten, und ebenso viele finden, dass dadurch soziale Ungleichheiten verschärft wurden.

Allerdings sehen einige Befragte auch positive Aspekte des Homeschoolings. So geben 55 Prozent an, Eltern bauten durch die schulische Betreuung eine intensivere Beziehung zu ihren Kindern auf. 43 Pro­zent sagten, das Lernen sei ungezwungener und individueller, da die Kinder im eigenen Tempo arbeiten könnten – unter den 30- bis 39-Jährigen, somit potenziellen Eltern, sind es sogar 64 Prozent.

Ein Drittel vermutet, Kinder könnten sich zu Hause besser konzentrieren als in der Klasse, da sie sich weniger von Mitschülern ablenken ließen. © hil/aerzteblatt.de

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