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Medizin

Sputnik V erzielt schon nach 1. Dosis gute Immunreaktion

Mittwoch, 14. Juli 2021

/Melinda Nagy, stock.adobe.com

Buenos Aires – Der umstrittene russische Impfstoff Gam-COVID-Vac („Sputnik V“) hat beim Gesundheits­personal in Argentinien eine robuste Immunreaktion ausgelöst.

Nach den jetzt in Cell Reports Medicine (2021; DOI: 10.1016/j.xcrm.2021.100359) vorgestellten Ergeb­nis­sen hatten 94 % der Geimpften bereits nach 3 Wochen (am Tag der 2. Dosis) hohe Antikörpertiter gegen SARS-CoV-2 entwickelt, die bei 90 % die Infektion von Zellen in einem Neutralisationstest verhin­derten. Patienten mit einer Infektion in der Vorgeschichte könnten bereits nach der 1. Impfdosis ausreichend geschützt sein.

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Argentinien hat sich bei der Impfung des Gesundheitspersonals für den russischen Impfstoff „Sputnik V“ entschieden, der in einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie eine Impfstoffwirksamkeit von 91,6 % erzielt hatte.

Forscher der „Fundación Instituto Leloir-CONICET“ in Buenos Aires haben die Immunreaktion bei 288 von über 200.000 Geimpften überprüft. Die Antikörpertiter wurden 1 Mal vor der 1. Dosis bestimmt (um Mitarbeiter zu ermitteln, die bereits infiziert waren), sowie 21 Tage nach der 1. Dosis (dem Tag der 2. Dosis) und weitere 21 Tage später.

Das Team um Andrea Gamarnik ist mit den Ergebnissen hoch zufrieden. 3 Wochen nach der 1. Dosis hatten 94 % der Teilnehmer IgG-Antikörper gegen das Virus entwickelt. In der Altersgruppe unter 60 Jahren betrug die Serokonversionsrate 96 %, bei den älteren Kollegen immerhin noch 89 %.

Die Antikörper waren 3 Wochen nach der 1. Impfung zu 90 % in der Lage, Viren in einem Neutralisa­tions­test von der Infektion von Zellkulturen abzuhalten, was in der Regel auf eine ausreichende Schutz­wirkung der Impfung hinweist.

Bei der Abschlussuntersuchung, die 3 Wochen nach der 2. Dosis durch­geführt wurde, waren die Titer weiter angestiegen. Jetzt waren bei allen Teilnehmern Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisbar. Gamarnik hält deshalb eine 2. Dosis für sinnvoll, das Dosierungsintervall könne jedoch ohne Gefahr für den Impfschutz verlängert werden.

Die Antikörpertests vor der 1. Dosis zeigten, dass 62 Teilnehmer schon 1 Mal mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Bei diesen Teilnehmern wurden bereits nach der 1. Dosis hohe Antikörpertiter erzielt. Laut Gamarnik waren sie im Durchschnitt höher als bei den zu Beginn seronegativen Personen nach der 2. Dosis. Auch in den beiden Neutralisationstests waren die Ergebnisse besser, sodass diese Personen im Prinzip auf eine 2. Dosis verzichten könnten. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #790049
Aha?!
am Donnerstag, 15. Juli 2021, 17:13

WARUM?

Wenn jemand mal Diphtherie hatte, ist es nicht zu erwarten, dass nach der 1. Dosis Diphtherie-Impfung ein hoher Antikörpertiter erzielt wird?

Es ist doch klar, dass nach einer Erkrankung die Gedächtniszellen auf die Impfung reagieren werden.... oder?
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