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Britischer Ernährungsbericht fordert Steuer auf Zucker und Salz

Freitag, 16. Juli 2021

/elenachaykina, stock.adobe.com

London – Im Kampf gegen Fettleibigkeit und ungesunde Ernährung in Großbritannien schlägt ein neuer Bericht eine Steuer auf Salz und Zucker vor. Ziel sei eine Ernährungsumstellung, die Leben rettet und das Gesundheitssystem sowie die Umwelt schützt, heißt es im gestern veröffentlichten Nationalen Ernäh­rungs­bericht.

Der Report warnt, die derzeit genutzten Lebensmittel und ihre Produktionsweise richteten „furchtbare Schäden“ bei Gesundheit und Umwelt an. Jährlich sterben demnach 64.000 Menschen in England an den Folgen, außerdem trüge dies zum Verlust von Biodiversität sowie zum Klimawandel bei.

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Die Regierung kündigte an, innerhalb der nächsten Monate auf die Schlussfolgerungen zu antworten. Sie hatte den unabhängigen Bericht, den der Ernährungsexperte und Unternehmer Henry Dimbleby zu­sammengestellt hatte, vor zwei Jahren in Auftrag gegeben.

Mitglieder der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson kritisierten die Ergebnisse scharf. Es werde keine Salz- und Zuckersteuer geben, zitierten britische Medien einzelne Abgeordnete.

Der Bericht schlägt vor, die Steuereinnahmen etwa für kostenlose Schulmahlzeiten oder Urlaubspro­gramme zu nutzen. Hausärzte sollten zudem Patienten Obst und Gemüse verschreiben können. Ernäh­rung gehöre auf den Lehrplan.

„Hohe Fettleibigkeit ist ein zentraler Grund für die tragisch hohe Todes­rate in Großbritannien“, sagte Dimbleby. „Wir müssen den Moment nutzen, um ein besseres Ernährungs­system für unsere Kinder und Enkel aufzubauen.“

Um die Ziele der Regierung für Gesundheit, Klima und Umwelt zu erreichen, müsse der Verzehr von Obst und Gemüse bis 2030 um 30 Prozent zulegen, so der Bericht.

Im Gegenzug müsse der Konsum von Lebensmitteln mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker um 25 Prozent und von Fleisch um 30 Prozent sinken. Damit könnten auch Emissionen reduziert werden.

Eine Fleischsteuer sei aber zu unpopulär. Die Vorschläge würden etwa 1,4 Milliarden Pfund (1,64 Mrd Euro) jährlich kosten, langfristig würde die Wirtschaft dadurch aber Dutzende Milliarden Pfund einspa­ren. © dpa/aerzteblatt.de

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