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Ärzteschaft

Deutscher Ärztinnenbund drängt auf Änderungen beim Mutterschutz

Donnerstag, 15. Juli 2021

/Blue Planet Studio, stock.adobe.com

Berlin – Scharfe Kritik an den Regeln zum Mutterschutz übt der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB). „Mehr als drei Jahre nach Einführung des novellierten Mutterschutzgesetzes ist die Realität verheerend“, lautet das Fazit des Verbandes.

Zwar solle sich ein Ausschuss für Mutterschutz um Verbesserungen kümmern, seit drei Jahren lägen je­doch keine Ergebnisse vor. Der DÄB hat sich daher jetzt mit einem Brief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und die Bundesfamilien sowie Bundes­jus­tizministerin Christine Lambrecht (SPD) gewandt.

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Die augenblicklichen Regelungen zum Mutterschutz behinderten schwangere Ärztinnen, aber auch ande­re Beschäftigte im Gesundheitswesen, „übermäßig in ihrer Berufsausübung – und mindert so ihre Karrie­re­chancen“, sagte Barbara Puhahn-Schmeiser, Vizepräsidentin des DÄB und im DÄB-Vorstand für das Thema Mutterschutz zuständig.

Laut einer bundesweiten Umfrage des DÄB von Ende 2020/Anfang 2021 hatten 43 Prozent der Befragten Bedenken, ihre Schwangerschaft dem Arbeitgeber zu melden. Bei den Medizinstudentinnen waren es 53 Prozent. 17 Prozent der Befragten konnten nach Bekanntgabe der Schwangerschaft ihre Tätigkeit nicht fortführen. Nur sieben Prozent konnten unverändert weiterarbeiten.

Die große Mehrheit, 63 Prozent, erfuhr deutliche Einschränkungen und durfte nur bis zu 50 Prozent ihrer vorherigen Aufgaben ausüben. Bei den Medizinstudentinnen waren die Nachteile noch eklatanter: Nur zwei Prozent der Schwangeren konnten uneingeschränkt weiterstudieren.

„Der Ausschuss für Mutterschutz muss die erforderlichen Regeln und Handlungshilfen für die Praxis zü­gig konkretisieren. Die zuständigen Bundesministerien sowie die Arbeitsschutzbehörden müssen ihrer Verantwortung für die Umsetzung gerecht werden“, heißt es in dem Brief.

Der DÄB betont zudem, dass die in der Schwangerschaft ausgeübten Tätigkeiten relevant für die Weiter­bildung und das berufliche Fortkommen relevant sein sollten und sich „nicht beispielsweise aufs Briefe­schreiben beschränken“.

„Es muss sich schnell etwas für die schwangeren Frauen im Gesundheitswesen verändern, sonst drohen einer ganzen Generation von Ärztinnen berufliche Nachteile“, warnte Puhahn-Schmeiser. © hil/aerzteblatt.de

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