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Ärzteschaft

Fernbehandlung mit Docdirekt in Baden-Württemberg wird fortgesetzt

Donnerstag, 15. Juli 2021

/verbaska, stock.adobe.com

Stuttgart – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg hat das Projekt Docdirekt zur Fernbehandlung von Patienten für zwei Jahre verlängert. „Wir haben gezeigt, dass Telemedizin eine wichtige Ergänzung zur Regelversorgung sein kann. Besonders stolz sind wir auch auf die Weiterempfehlungsrate von 97 Prozent“, sagte Johannes Fechner, stellvertretender Vorstandsvor­sit­zender der KV.

Das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Lübeck hat das Projekt wissenschaftlich evaluiert. „Das Hauptprojektziel, Arztpraxen und Notaufnahmen um ver­meid­bare Besuche zu entlasten, konnte mit Docdirekt erreicht werden“, erklärte der Institutsdirektor Jost Steinhäuser.

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Weitere Ergebnisse: Am wichtigsten bei einer ausschließlichen Fernbehandlung wurde von den Teil­nehmern der „schnelle ärztliche Kontakt“ empfunden. Ebenfalls wichtig fanden die Patienten den „Da­tenschutz“ und „geschulte Teleärzte“. Der Aspekt „Bequemlichkeit“, wie beispielsweise nicht im Warte­zimmer sitzen zu müssen, spielte hingegen eine untergeordnete Rolle.

Außerdem ergab die Evaluation: Die Tätigkeit bei Docdirekt könnte besonders für Ärzte attraktiv sein, die flexibel aus dem Homeoffice in Elternzeit oder im Ruhestand die telemedizinische Behandlung in Teilzeit erbringen. Daher wäre eine Tätigkeit bei Docdirekt im Homeoffice eine Möglichkeit, die Anzahl der am­bulant tätigen Ärztinnen und Ärzte zu erhöhen und damit zur Sicherstellung der ambulanten medizini­schen Versorgung beizutragen.

„50 Prozent der Patientinnen und Patienten, die docdirekt in Anspruch genommen haben, hätten sonst die Notaufnahme aufgesucht und 20 Prozent eine Arztpraxis“, konkretisierte Fechner die Evaluationser­gebnisse. Die Tele-Ärztinnen und Tele-Ärzte konnten rund 70 Prozent der Patientenanliegen abschlie­ßend telemedizinisch behandeln.

„Docdirekt“ war im April 2018 als Modellprojekt in zwei Modellregionen gestartet. Es wurde in der Folge auf ganz Baden-Württemberg ausgeweitet. Versicherte der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aus dem gesamten Bundesland können sich bei Docdirekt telemedizinisch beraten und behandeln lassen. © hil/aerzteblatt.de

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