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Deutsche Diabetes Gesellschaft warnt vor Versorgungsengpässen

Freitag, 16. Juli 2021

/picture alliance, Peter Byrne

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt zusammen mit dem Verband der Diabetes-Be­ratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) vor Versorgungsengpässen für Menschen mit Dia­be­tes.

Bis zum Jahr 2030 werde ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahren sein, rechnet die Fachgesellschaft vor. Sie warnt, obwohl die Morbidität zunehme, gebe es immer weniger Diabeto­logen. Die DDG fordert daher, das Fach besser im Studium zu verankern. Dazu sei ein Ausbau der klinischen Lehrstühle für Dia­betologie zwingend notwendig.

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„In den letzten Jahren haben sich diese fast halbiert. Bund und Bundesländer müssen dafür sorgen, dass deren Anzahl an den 37 medizinischen Fakultäten in Deutschland wieder deutlich steigt. Sonst laufen wir mittelfristig in ein Versorgungsdefizit“, warnte der DDG Präsident Andreas Neu. „Je weniger Experten Diabetologie lehren, desto weniger Berufsanfänger werden sich für eine Karriere in der Diabetologie entscheiden“, betonte er.

Erschwerend komme hinzu, dass Kliniken seit Jahren Stellen und Betten in der Diabetologie abbauten. „An allen großen Versorgungskrankenhäusern muss die Diabetologie als selbstständige Einheit erhalten bleiben. Immerhin leidet etwa ein Viertel aller Krankenhauspatienten an Diabetes“, forderte daher DDG-Vizepräsident Andreas Fritsche.

Die Fachgesellschaft und der VDBD kritisieren, dass die sprechende Medizin zu schlecht bezahlt werde. „Ein wesentlicher Teil der Therapie von Menschen mit Diabetes besteht im Gespräch, in Information und Aufklärung durch ein multiprofessionelles Diabetesteam“, sagte Fritsche.

Das seien aber Leistungen, für die Kliniken im Rahmen des DRG-Systems praktisch kein Geld erhielten. „In unserer Hochleistungsmedizin wird eine informierende, aufklärende und patientenzentrierte Versorgung zu wenig wertgeschätzt“, kritisieren die Verbände. © hil/aerzteblatt.de

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