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Ausland

Ärzte ohne Grenzen: Opfer sexualisierter Gewalt im Kongo brauchen Hilfe

Freitag, 16. Juli 2021

Kinshasa/Berlin – Das Hilfswerk Ärzte ohne Grenzen hat die kongolesischen Behörden und ihre Partner aufgefordert, mehr für die Versorgung und Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt zu tun. Die Hilfsorganisation berichtet von fast 11.000 Betroffenen, die im Jahr 2020 behandelt wurden. Dies sei aber vermutlich nur „die Spitze des Eisbergs“.

Laut eines neuen Berichts von Ärzte ohne Grenzen sind 98 Prozent der Überlebenden von sexualisierter Gewalt Frauen und Mädchen. 63 Prozent wurden von bewaffneten Tätern angegriffen, 67 Prozent in ih­rem täglichen Umfeld. Nur 62 Prozent der Patientinnen erreichten die Versorgungszentren binnen 72 Stunden.

Nach UN-Schätzungen hat nur eine von vier Überlebenden Zugang zu medizinischer Versorgung, nur fünf Prozent zu psychosozialer Unterstützung, 15 Prozent zu rechtlichem Beistand und nur 0,5 Prozent zu sozioökonomischen Hilfen.

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„Das Ausmaß sexualisierter Gewalt wird von vielen nationalen und internationalen Stellen angepran­gert”, sagte Juliette Seguin, Landeskoordinatorin im Land. Trotzdem sei die Hilfe unzureichend – für die Präven­tion, für die Behandlung und den Schutz der Überlebenden. „Unsere Teams vor Ort sind täglich Zeugen, dass die Bedürfnisse bei weitem nicht erfüllt werden“, so Seguin.

Zur körperlichen und seelischen Verletzung komme der soziale Ausschluss: Viele Frauen würden von ihren Familien verstoßen und mittellos zurückgelassen.

Ärzte ohne Grenzen fordert die kongolesischen Behör­den, die Zivilgesellschaft und internationalen Partner auf, ihre Anstrengungen zu verstärken und Überle­bende sexualisierter Gewalt umfassend zu versorgen sowie medizinisch, psychologisch, sozioökonomisch und rechtlich zu unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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