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Hackerattacke auf Wolfenbütteler Klinikum, Spezialisten ermitteln

Freitag, 16. Juli 2021

/picture alliance, dpa

Wolfenbüttel – Hacker wollen Geld vom Klinikum in Wolfenbüttel erpressen. Die Ermittlungen zu dem digitalen Angriff hat die für Cybercrime in der Region zuständige Staatsanwaltschaft Göttingen über­nommen.

Derzeit würden noch alle Ermittlungsmaßnahmen geprüft und nach dem möglichen Einfallstor gesucht, sagte der Behördensprecher für Internetkriminalität Mohamed Bou Sleiman gestern. Die strafrechtliche Auswertung habe gerade erst begonnen, der Angriff sei aber schnell erkannt worden.

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Vorgestern hatte die Stadt Wolfenbüttel mitgeteilt, dass nach einer Hackerattacke auf das IT-System des Klinikums die Computersysteme vorsorglich heruntergefahren worden seien.

In der Mitteilung betonte der stellvertretende ärztliche Direktor Thomas Hockertz, dass „die medizinische Versorgung sicherge­stellt ist“. Nach bisherigen Erkenntnissen seien keine Daten gestohlen worden, hieß es. „Dem Hacker geht es um Geld – das Klinikum wird erpresst“, teilte die Stadt mit.

Die IT-Abteilung des Krankenhauses arbeite mit Hilfe von externen Experten daran, die Systeme wieder verfügbar zu machen, sagte Klinik-Geschäftsführer Axel Burghardt. Aufgrund der Komplexität und der Datenmenge sei der Abschluss dieses Prozesses nicht abzuschätzen.

Es müsse jetzt geprüft werden, wie die Schadsoftware auf die Klinikserver gelangen konnte. Die Netz­werke seien getrennt und die automatische Dokumentation vorerst auf Papier und Hand umgestellt, sagte Stadtsprecher Thorsten Raedlein gestern.

Zuständig für die Ermittlungen sind die Göttinger Experten, weil bei der Staatsanwaltschaft die Zentral­stelle Internet- und Computerkriminalität (Cybercrime) für die Region angegliedert ist.

In einer ersten Einschätzung von dort attestierte Sprecher Bou Sleiman dem Klinikum eine gute Vorbe­reitung auf einen solchen Angriff. Nicht nur wegen des frühen Alarms, sondern auch für ein aktuelles Back-up von wich­tigen Daten. Für eine weitere Analyse sei es aber noch zu früh, sagte der Staatsanwalt gestern Nachmit­tag.

Vergleichbare Vorfälle im Land sind bei der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) nicht be­kannt. Bundesweit habe es in den vergangenen Jahren aber vereinzelte Fälle geben, in denen Kran­ken­häuser Opfer von erpresserischen Attacken gewesen seien, um Geldforderungen durchzusetzen, sagte ein NKG-Sprecher. Schlagzeilen machte ein Angriff im September 2020, bei dem Hacker rund 30 Server der Düsseldorfer Uniklinik verschlüsselten, um sie zu erpressen.

Der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, twit­terte gestern, dass die Bonner Behörde eine wachsende Zahl von schweren Cybervorfällen sehe. Zusam­men mit Innenminister Boris Pistorius (SPD) und der Landesregierung habe er deshalb über den Ausbau der Zusammenarbeit gesprochen. Eine BSI-Sprecherin betonte, dass diese Kooperationsgespräche noch keinen Bezug zum aktuellen Angriff in Wolfenbüttel hatten. © dpa/aerzteblatt.de

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