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Nach Unwetter: Betroffene KVen in der Bestandsaufnahme

Freitag, 16. Juli 2021

Trümmer eingestürzter Häuser liegen in Erftstadt-Blessem. /picture alliance, David Young

Düsseldorf/Mainz/Köln – Von den Unwettern im Westen Deutschlands sind auch die Praxen niederge­lassener Ärztinnen und Ärzte betroffen. Wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) dem Deutschen Ärzteblatt sagte, werde man seit vorgestern von unwettergeschädigten Arztpra­xen aus den betroffenen Regionen kontaktiert – konkret beziffern könne man dies aber noch nicht. Ähnlich sieht es bei der KV Rheinland-Pfalz aus, auch dort läuft noch die Bestandsaufnahme.

Mehrere Praxen gaben etwa an, kurzfristig nicht wie geplant öffnen zu können oder erreichbar zu sein, so die KVNO. Die alternative Versorgung über die kollegiale Vertretung funktioniere aber. Der KVNO-Spre­cher wies darauf hin, dass auch eine der KVNO-Notdienstpraxen am St. Antonius-Hospital in Eschweiler (Großraum Aachen) vom Unwetter betroffen sei und vorerst nicht zur Versorgung zur Verfügung stehe. Auch würden umliegende Notdienstpraxen der Region die Situation auffangen.

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Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Opferzahl weiter. Bis heute Mittag wurden 103 Tote als Folge der Überschwemmungen gezählt. In Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 60 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43.

Es stehe zu befürchten, dass sich die Opferzahlen weiter erhöhen, sagte Nordrhein-Westfalens (NRW) Minister­präsident Armin Laschet (CDU) heute nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts. In beiden Bundesländern wurden noch zahlreiche Menschen vermisst. Die Lage blieb vielerorts angespannt. In Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln führten Erdrutsche zu einer dramatischen Lage.

Das Bundesverteidigungsministerium löste wegen der Notlage einen militärischen Katastrophenalarm aus. Da­mit könnten Entscheidungen von den Verantwortlichen an Ort und Stelle schneller getroffen werden, erläuterte ein Ministeriumssprecher. Es seien bereits mehr als 850 Soldaten im Einsatz.

In den Katastrophengebieten gingen die Bergungs- und Aufräumarbeiten weiter. Zugleich deutete sich bei sinkenden Pegelständen in einigen Orten etwas Entspannung an. Über Hilfen für die betroffenen Menschen und Unternehmen berieten unter anderem die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die Bundesregierung will in der kommenden Woche über Aufbauhilfen für Bürger und Kommunen entscheiden, wie ein Sprecher des Finanzministeriums sagte.

Nach Polizeiangaben würden in Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst, sagte Innenmi­nister Roger Lewentz am Morgen im Deutschlandfunk. Stundenlanger Starkregen hatte zu den verhee­renden Überschwemmungen in mehreren Regionen geführt.

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Das dortige Innenministe­rium sprach heute von 43 Toten.

In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe. Allein im Dorf Schuld an der Ahr mit 700 Einwohnern wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen, zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel sowie im Landkreis Trier-Saarburg.

Von dem Unwetter waren in Rheinland-Pfalz auch mindestens zwölf stationäre Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe sowie betreute Wohnangebote in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Einige wurden von den Wassermassen zerstört oder unbewohnbar und mussten evakuiert werden, wie das Sozialministerium mitteilte. Aktuell gehe es besonders um die Verlegung von betroffenen Bewohnern in andere Einrichtungen, erklärte Schweizer. Unter den Todesopfern der Flutkatastrophe sind auch zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geis­tiger Behinderung in Sinzig.

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, für den Aufbau der betroffenen Landstri­che sei auch die Hilfe des Bundes nötig. „Es ist ganz klar, dass diese Katastrophe nicht allein durch das Land zu stemmen ist, erst recht nicht durch die Kommunen“, betonte sie im ZDF-„Morgenmagazin“.

An den Flüssen und Seen in Baden-Württemberg erwarteten die Experten für heute steigende Wasser­stände. In einigen Regionen wurden erneut Straßen gesperrt, im Allgäu stand ein Wohngebiet unter Wasser. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Starkregen und Gewittern etwa in Oberschwaben. Vor allem in kleineren Gewässern könne der Wasserstand schnell ansteigen.

Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz meldete in seinem Frühwarnsystem bis Samstagmorgen zwar für fast das ganze Bundesland eine geringe Hochwassergefährdung. In der Region rund um Alte­nahr sowie in Teilen der Eifel seien aber noch immer vereinzelte Überflutungen möglich, hieß es.

In Nordrhein-Westfalen wird mit fallenden Wasserständen gerechnet, dies werde aber teils nur langsam geschehen. Die Pegelstände bewegten sich oft noch oberhalb der Warnschwellen, etwa an Erft, Ruhr, Rur, Sieg und Weser, teilte das Landesumweltamt mit. © aha/dpa/afp/aerzteblatt.de

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