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Medizin

Vegane Diät mit Sojabohnen lindert menopausale Beschwerden

Mittwoch, 18. August 2021

/bong, stock.adobe.com

Washington – Eine fettarme rein pflanzliche Kost mit einer täglichen Portion Sojabohnen hat in einer kleineren randomisierten Studie in Menopause (2021; DOI: 10.1097/GME.0000000000001812) die klimakterischen Beschwerden von postmenopausalen Frauen vermindert.

Grundlage der Studie ist die Beobachtung, dass Frauen in Japan bis in die 1980er Jahre weitgehend von klimakterischen Beschwerden verschont blieben. Forscher führen dies auf die traditionelle japanische Kost zurück mit einem hohen Verzehr von Sojaprodukten. Soja enthält die Isoflavone Genistein, Daidzein und Glycitein, die eine östrogenartige Wirkung haben.

Die Wirkung wird vermutlich durch die Darmflora verstärkt, die Daidzein in das Phytoöstrogen Equol metabolisiert (die erforderlichen Bakterien finden sich häufiger bei Menschen mit einer pflanzenba­sierten Kost).

Phytoöstrogene werden zunehmend zur Behandlung klimakterischer Beschwerden eingesetzt, seit die Women's Health Initiative vor 2 Jahrzehnten gezeigt hat, dass die früher populäre „Hormonersatzthera­pie“ zu einen Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs führt. Die Einnahme von pflanz­lichen Präparaten mit verschiedenen Phytoöstrogenen ist mittlerweile durch randomisierte Studien gut belegt, auch wenn die Wirkung laut einer Meta-Analyse im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2016; DOI: 10.1001/jama.2016.8012) eher moderat ist.

Das „Physicians Committee for Responsible Medicine“, ein Verein von veganen Ärzten mit Sitz in Washington DC, hat jetzt in einer Studie untersucht, ob auch eine Umstellung der Ernährung ohne Nahrungsergänzungsmittel klimakterische Beschwerden lindern kann. An der Studie nahmen wohl coronabedingt (statt der vorgesehenen 120 nur) 38 Frauen teil, die etwa 4 Jahre nach der Menopause mindestens 2 Mal täglich unter mittelschweren bis schweren Hitzewallungen litten.

Die Hälfte der Frauen wurde gebeten, sich über 12 Wochen fettarm und vegan zu ernähren. Dazu sollte täglich der Verzehr einer halben Tasse gekochte Sojabohnen (86 Gramm) gehören. Die Kontrollgruppe sollte sich wie bisher weiter ernähren. Beide Gruppen wurden gebeten, Häufigkeit und Schwere der Hitzewallungen in eine Smartphone-App einzutragen. Der „Menopause-Specific Quality of Life Questionnaire“ (MENQOL) bewertete die vasomotorischen, psychosozialen, körperlichen und sexuellen Auswirkungen der Wechseljahresbeschwerden auf die Lebensqualität.

Die Teilnehmerinnen erhielten eine digitale selbstkalibrierende Waage, um täglich ihr Körpergewicht zu kontrollieren, sowie einen kleinen Schnellkochtopf für die Zubereitung der Sojabohnen gestellt.

Wie Neal Barnard, der Vorsitzende des „Physicians Committee for Responsible Medicine“, und Mitarbeiter berichten, verringerte sich die Zahl der Hitzewallungen nach der Ernährungsumstellung insgesamt um 79 % gegenüber einem Rückgang um 49 % in der Kontrollgruppe.

Die mittelschweren bis schweren Hitzewallungen nahmen um 84 % ab (von 4,9 auf 0,8 pro Tag) gegen­über einem Rückgang um 42 % (von 3,8 bis 2,2 pro Tag) in der Kontrollgruppe. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren in beiden Endpunkten signifikant. Insgesamt 59 % der Frauen blieben unter der Diät ohne mittelschwere bis schwere Hitzewallungen gegenüber nur 6 % in der Kontrollgruppe.

Im MENQOL-Fragebogen kam es zu einer Verbesserung der Lebensqualität in allen 4 Bereichen (vasomotorisch, psychosozial, physisch und sexuell). Im Nebeneffekt führte die pflanzenbasierte Diät auch zu einer Abnahme des Körpergewichts um 3,5 kg oder 1,3 kg/m2 im Body-Mass-Index, während die Kontrollgruppe 0,8 kg an Gewicht zunahm. Die Gewichtsabnahme ist für Barnard ein Zeichen, dass die Teilnehmerinnen die Diät auch tatsächlich eingehalten hatten. © rme/aerzteblatt.de

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