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Politik

Holetschek zeigt sich offen für kostenpflichtige Coronatests

Montag, 19. Juli 2021

/tilialucida, stock.adobe.com

München – Die bayerische Staatsregierung erhöht den Druck auf Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen lassen wollen. Nachdem sich bereits Ministerpräsident Markus Söder (CSU) offen für kostenpflichtige Coronatests gezeigt hatte, äußerte sich nun auch sein Parteikollege und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Klaus Holetschek wohlwollend zu der Idee.

„Irgendwann wird der Punkt erreicht werden, wo man der Mehrheit der Menschen in diesem Land die Frage beantworten muss, warum die Solidargemeinschaft 15 Euro jeden Tag für einen Schnelltest be­zahlt und verschenkt, damit Impfverweigerer weiter shoppen oder an öffentlichen Veranstaltungen teil­nehmen können“, sagte Holetschek der Bild am Sonntag.

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Die Kosten sollten allerdings weiter für die übernommen werden, die bisher nicht geimpft werden könnten – zum Beispiel Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Holetschek ist derzeit Vorsitzender der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz.

Söder hatte zuletzt gesagt: „Testen kostet enorme Summen“. Daher müsse auch darüber nachgedacht wer­den, ob die Coronatests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

In der Koalition mit den Freien Wählern kommt der Druck nicht gut an. „Wir dürfen nicht allen die Pistole auf die Brust setzen, die sich nicht impfen lassen wollen“, sagte Parteichef und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger dem Tagesspiegel am Sonntag. Aiwanger, selbst noch ungeimpft, und Söder liegen wegen des Themas derzeit sowieso schon im Clinch.

Kreativere Ideen gegen die Impfmüdigkeit sind also gefragt. Mit Freikarten will die Stadtratsfraktion von SPD und Volt zum Beispiel in München mehr Menschen zu einer Impfung motivieren. Statt auf Zwang wie in anderen Ländern setze man auf Anreize, teilte SPD-Stadtrat Roland Hefter mit.

Dies könnten Freikarten für Museen, Konzerte, Sportveranstaltungen, den öffentlichen Nahverkehr oder den Tierpark sein. Auch eine Tombola in Zusammenarbeit mit der Gastronomie und der Wirtschaft mit Sachpreisen und Gutscheinen sei vorstellbar. © dpa/aerzteblatt.de

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