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Maßnahmen zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Katastrophengebieten angelaufen

Dienstag, 20. Juli 2021

/picture alliance, Boris Roessler

Mainz/Köln – Weil Rheinland-Pfalz schwer vom Hochwasserschäden getroffen worden ist, kann es in ein­zelnen Regionen aktuell zu Einschränkungen in der medizinischen Versorgung kommen. Dies teilte die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KVRLP) mit.

Oberstes Ziel sei es nun, die medizinische Versorgung vor Ort aufrechtzuerhalten beziehungsweise schnellstmöglich wiederaufzubauen. Dabei will die KV schnell und unbürokratisch helfen. Hierzu seien bereits einige Sofortmaßnahmen eingeleitet worden, hieß es.

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So werden laut KVRLP aktuell Praxen in den betroffenen Regionen abgefragt, um die Übernahme von Patientinnen und Patienten zu regeln. Dabei soll die Mengensteuerung großzügig gehandhabt werden, um der Versorgung nicht im Wege zu stehen.

Denjenigen, die ihre Räumlichkeiten nicht mehr nutzen können, versuche man bei der Suche nach neuen beziehungsweise vorübergehenden Praxisräumen zu unterstützen, so die KV. Ein wesentlicher Punkt sei auch, dass die Abschlagszahlungen weiterhin gezahlt werden.

Es sei wichtig, dass betroffene Praxen nicht in Liquiditätsprobleme geraten. Könne die Abrechnung der­zeit nicht erstellt werden, sei eine Honorarermittlung auch als Schätzung möglich. Man arbeite zudem an der Ermöglichung von Ersatzverfahren. Dazu führt die Vertragsabteilung der KV bereits entsprechende Gespräche mit den Krankenkassen.

Zum jetzigen Zeitpunkt könnten angesichts der riesigen Herausforderungen allerdings viele Fragen noch nicht abschließend beantwortet werden, sagte die KV dem Deutschen Ärzteblatt. Man sei jedoch dabei, Lösungen zu allen auftauchenden Herausforderungen zu finden und werde stets entsprechend informie­ren. Dies gelte auch für Patienten, die unter 06131/4899139 rund um die Uhr Auskunft zur ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung vor Ort erhalten könnten.

Einen umfassenden Überblick, wo Betroffene der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz psychosoziale Un­terstützung bekommen können, hat die Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz (LPK RLP) zusammengestellt.

Coronahotspots vermeiden

Im Abstimmung mit dem Landkreis Ahrweiler startet die rheinland-pfälzische Landesregierung eine Son­derimpfaktion im Ahrtal. Das Impfzentrum Koblenz setzt dabei einen ersten Impfbus ein, um ab heute dezentrale Impfungen in von der Hochwasserflut betroffenen Gebieten im Landkreis Ahrweiler durchzu­füh­ren. Auch werden am Impfbus Schnelltests möglich sein. Bei den Impfungen werden die beiden Vak­zine von Biontech und Johnson & Johnson genutzt.

„Die Katastrophenhilfe läuft auf Hochtouren. Dabei arbeiten die Menschen notwendigerweise Hand in Hand, oftmals ohne Coronaschutzmaßnahmen umfänglich einhalten zu können. Trotz der schwierigen Umstände wollen wir auch hier bestmöglichen Schutz in der Coronapandemie ermöglichen“, so Staats­sekretär Denis Alt.

Mit Impfungen und Schnelltests wolle man den Betroffenen und den zahlreichen Helferinnen und Hel­fern ein unbürokratisches Schutzangebot machen, um so die Pandemie im Katastrophengebiet im Griff zu behalten.

Die Impfungen im Impfbus erfolgen ohne Terminanmeldung. Es soll lediglich ein Personalausweis zur Impfdokumentation und Erfassung mitgebracht werden. Ein Impfnachweis kann vor Ort oder auch zu einem späteren Zeitpunkt ausgestellt werden.

Auch im medizinischen Versorgungsgebiet Nordrheins sind in der vergangenen Woche durch das Un­wet­ter Arztpraxen und Medizinische Versorgungszentren überschwemmt worden. Die medizinische Grund­versorgung für die Bevölkerung sei „kurzzeitig zum Erliegen“ gekommen, erklärte der Hausärzteverband Nordrhein.

„Die Hausärzte in den betroffenen Regionen wollen möglichst bald ihre Praxen wieder in Betrieb neh­men,“ so der Verband. Besonders die chronisch kranken Patienten seien auf die kontinuierliche Betreuung angewiesen. „Wenn die Menschen in ihre Häuser zurückkehren, brauchen sie die Sicherheit, dass es auch wieder eine funktionierende ärztliche Versorgung im Ort gibt.“

Strom- und Telefonnetze seien aber immer noch überall sehr instabil, medizinische Geräte zerstört oder nicht einsatzfähig, Arztpraxen nicht erreichbar und Medikamente könnten oft nur eingeschränkt in die Gebiete geliefert werden. © aha/aerzteblatt.de

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