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Versorgung in zertifizierten Krebszentren medizinisch und ökonomisch sinnvoll

Dienstag, 20. Juli 2021

/RFBSIP, stock.adobe.com

Heidelberg – Krebspatienten, die in zertifizierten Krebszentren behandelt werden, überleben länger als Patienten, die in nicht zertifizierten Kliniken betreut werden. Gleichzeitig verursachen sie geringere Kos­ten. Das zeigt eine Kosten-Effektivitätsanalyse von Gesundheitsökonomen vom Deutschen Krebsfor­schungs­zentrum (DKFZ) gemeinsam mit Versorgungsforschern der Technischen Universität (TU) Dresden am Beispiel Darmkrebs.

Die Studie ist im International Journal of Cancer erschienen (DOI: 10.1002/ijc.33728). An der Arbeit betei­ligten sich auch die AOK Plus und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden.

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In Deutschland existiert bei den zertifizierten Zentren ein Stufenmodell zur Versorgung von Krebspatien­ten. Die Basis bilden Organkrebszentren, die auf eine bestimmte Krebsart spezialisiert sind („Cs“). Die zweite Ebene stellen die Onkologischen Zentren („Cancer Centers“, „CCs“) dar, die für die Behandlung mehrerer Tumorentitäten zertifiziert sind.

Dazu kommen die von der Deutschen Krebshilfe akkreditierten „Onkologischen Spitzenzentren“ (Compre­hen­sive Cancer Centers, „CCCs“), die an Universitätsklinika die multidisziplinäre Versorgung eines breiten Spektrums von Krebserkrankungen mit Forschung und der Entwicklung neuer Krebstherapien kombi­nie­ren.

„Alle zertifizierten Zentren müssen Qualitätskriterien erfüllen wie etwa die Verpflichtung, nach Leitlinien zu behandeln oder Tumorkonferenzen zu organisieren“, sagte Jochen Schmitt von der TU Dresden.

Das Team von Gesundheitsökonomen um Chih-Yuan Cheng vom nutzte die pseudonymisierten Daten von 6.186 Patienten, die entweder in zertifizierten Zentren (Cs, CCs, CCCs) oder in nicht zertifizier­ten Einrich­tungen behandelt worden waren. Die Patienten waren bei der AOK Plus krankenversichert und hatten zwischen 2008 und 2013 die Diagnose Darmkrebs erhalten.

Die Forscher bestimmten die patientenbezogenen Netto-Behandlungskosten und deren Relation zu den mittleren Überlebenszeiten der Patienten. Dazu kamen bei den in den zertifizierten Zentren behandelten Patienten die Kosten für die mit der Zertifizierung verbundenen Zusatzleistungen, die nicht unter die Re­gelfinanzierung fallen. So ließen sich die zusätzlichen Kosten pro gewonnenem Lebensjahr errechnen und vergleichen.

„Wir konnten damit erstmals Belege dafür finden, dass die allgemein als teuer geltende Versorgung in zertifizierten Organkrebszentren (Cs), Onkologischen Zentren (CCs) und Spitzenzentren (CCCs) auch aus gesundheitsökonomischer Sicht sehr attraktiv sein kann: Nicht nur, dass die Patienten wie schon von der Dresdner Arbeitsgruppe von Jochen Schmitt gezeigt länger überleben – es entstehen überdies insgesamt geringere Kosten für das Gesundheitssystem”, erklärte Michael Schlander, Gesundheitsökonom am DKFZ.

Er schränkt aber ein, dass diese Ergebnisse sich bislang nur auf Darmkrebspatienten beziehen und nicht unbesehen auf andere Krebsarten übertragen werden dürfen. © hil/aerzteblatt.de

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