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Ausland

Britische Regierung stiftet Verwirrung zu Quarantäneregeln

Mittwoch, 21. Juli 2021

/Maridav, stock.adobe.com

London – Die britische Regierung hat mit widersprüchlichen Äußerungen über die Regeln für Kontakt­per­­sonen Coronainfizierter erneut für Verwirrung gesorgt. Staatssekretär Paul Scully hatte der BBC ge­sagt, es sei den Menschen oder ihren Arbeitgebern selbst über­lassen, wie sie mit Aufforderungen zur Selbstisolation über die Corona-Warn-App umgehen.

Kurze Zeit später teilte eine Regierungssprecherin aber mit, es sei „äußerst wichtig“, sich an die Aufforde­rungen zu halten, egal ob sie von der App oder durch einen Anruf von Mitarbeitern des Gesundheits­dienstes kommen.

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Der massive Anstieg von Neuinfektionen und die gleichzeitige Aufhebung fast aller Coronamaßnahmen führt in England zu immer mehr Schwierigkeiten. Weil sich Hunderttausende Menschen derzeit als Kontakt­personen in Selbstisolation befinden, fallen Züge aus, werden Läden geschlossen und gehen Schulen vor­zeitig in die Sommerferien.

Auch Premierminister Boris Johnson ist derzeit auf seinem Landsitz Chequers in häuslicher Quarantäne, nachdem er Kontakt mit seinem an COVID-19 erkrankten Ge­sund­heits­mi­nis­ter Sajid Javid hatte. Dazu entschied er sich allerdings erst nach einem öffentlichen Aufschrei – zuerst hatte er mitgeteilt, an einem Pilotprojekt teilzunehmen, das statt Isolation tägliche Tests vorsehe.

Ähnlich wie in Deutschland gerät unterdessen auch in Großbritannien die Coronaimpfkampagne ins Stocken. Etliche Hausärzte müssten ungenutzte, bald ablaufende Dosen an den Gesundheitsdienst zurücksenden, berichtete die Times.

In den vergangenen Tagen hatte die Zahl der verabreichten Erstimpfungen so niedrig gelegen wie noch nie seit Beginn des Impfprogramms im Dezember. Im Sieben-Tage-Schnitt wurden zuletzt täglich rund 55.000 erste Impfungen verabreicht – in Hochzeiten waren es rund viermal so viel. Seit einigen Wochen sind alle Erwachsenen im Land impfberechtigt.

Knapp 69 Prozent der erwachsenen Briten sind bereits vollständig geimpft, 88 Prozent haben die erste Dosis erhalten. Derzeit versuchen die Behörden, mit möglichst niedrigschwelligen Angeboten jüngere und impfskeptischere Bürger zu erreichen. So ist es etwa in London vielerorts möglich, sich unbürokra­tisch ohne Termin in größeren Zentren impfen zu lassen. © dpa/aerzteblatt.de

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