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Gebrechliche Patienten in Alzheimerstudien unterrepräsentiert

Donnerstag, 26. August 2021

/dpa

Ulm/Göttingen – Die meisten klinischen Studien zur medikamentösen Therapie von Alzheimer und De­menz berücksichtigen gebrechliche Patienten nur unzureichend. Das berichtet ein Team von Forschern der Uni­versitätsklinika Ulm und Göttingen im Fachmagazin Alzheimer’s Research & Therapy (DOI: 10.1186/s13195-021-00867-8).

Bei vielen Alzheimerpatienten geht die Erkrankung mit Gebrechlichkeit oder funktionellen Beeinträchti­gungen einher. Die Patienten sind dann weniger belastbar und haben weniger Kraft­reserven. Verschie­dene körperliche Einschränkungen und Beschwerden wie Schwindel, Schmerzen und Verdauungsstörun­gen können zeitgleich auftreten und die Lebensqualität weiter beeinträchtigen.

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„Dadurch scheinen die schädlichen Folgen einer Krankheit – bis hin zum Tod – wahrscheinlicher zu werden“, erläutert Carlos Schönfeldt-Lecuona, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III der Universitätsklinik Ulm und Mitautor der Studie. Es gebe außerdem immer mehr Hinweise darauf, dass gebrechliche Alzheimerpatienren ein höheres Risiko für Nebenwirkungen haben, die auf Medika­mente zurückzuführen seien.

Die Wissenschaftler haben zusammen mit der Agaplesion-Bethesda Klinik Ulm, der Universitätsmedizin Göttingen und der Cochrane-Collaboration Freiburg die Literatur zum Thema gesichtet. Sie analysierten dafür 38.447 Abstracts und 187 Volltexte. In ihre endgültige Bewertung konnten die Forscher aber nur 10 randomisierte kontrollierte Studien aufnehmen.

„Die geringe Anzahl infrage kommender Studien zeigt deutlich, dass ältere gebrechliche Alzheimer­patientinnen und -patienten in den meisten klinischen Studien zur medikamentösen Therapie von Alz­heimer und Demenz nicht ausreichend berücksichtigt werden“, sagte die Seniorautorin der Studie, Christine von Arnim, Direktorin der Abteilung für Geriatrie der Universitätsmedizin Göttingen.

Konkrete Empfehlungen zur gezielten medikamentösen Therapie bei älteren Alzheimer- oder Demenz­patienten mit erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen oder Gebrechlichkeit seien daher nicht möglich.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei künftigen Studien die besondere Fokussierung auf gebrechliche, ältere Menschen von großer Bedeutung ist“, sagte der Erstautor der Veröffentlichung, Moritz Seibert. © hil/aerzteblatt.de

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