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Ärzteschaft

S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom aktualisiert

Freitag, 23. Juli 2021

/eddows, stock.adobe.com

Berlin – Eine aktualisierte S3-Leitlinie fasst den aktuellen Wissensstand zu Diagnostik und Behandlung des Reizdarmsyndroms zusammen. Unter anderem haben die Autoren darin die Kapitel zur Ernährung, zur psychotherapeutischen Behandlung und zu komplementären Therapien deutlich erweitert, zudem ist erstmals ein eigenständiges Kapitel zum Reizdarmsyndrom bei Kindern enthalten.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und die Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) haben die Leitlinie zusammen mit 17 weiteren Fachgesellschaften erarbeitet.

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„Das Reizdarmsyndrom ist ein komplexes Erkrankungsbild, bei dem Störungen zwischen Zentral- und Darmnervensystem sowie der Darm-Hirn-Achse eine Rolle spielen“, erläuterte Viola Andresen, Koordina­torin der Leitlinie und Leiterin des Ernährungsteams am Israelitischen Krankenhaus Hamburg.

Charakteristisch seien immer wieder krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Ver­stop­fung, ohne dass eine eindeutige organische Ursache auszumachen sei. Zwischen vier und zehn Prozent der Deutschen sind laut der Leitlinie von der Erkrankung betroffen.

Wie und warum ein Reizdarmsyndrom entsteht, ist laut den Autoren bisher nicht vollständig geklärt. Aus­löser könnten vorangegangene gastrointestinale Infektionen sein, auch finde sich mitunter ein Zu­sammenhang mit psychischen Faktoren.

„Weil es beim Reizdarmsyndrom oft zu übertriebener und irreführender Diagnostik kommt, gehen wir in der Leitlinie auch auf wissenschaftlich nicht-fundierte diagnostische Verfahren ein und bewerten diese“, sagte Peter Layer, Direktor der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus Hamburg und eben­falls Koordinator der Leitlinie.

So raten die Autoren von IgG-Tests zur Diagnose von Nahrungsmittel­unverträglichkeiten sowie von kommerziell erhältlichen Stuhltests zur Analyse des Darmmikrobioms ab. ,Wichtig sei aber, schwerwie­gende Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik auszuschließen – etwa Darmkrebs, chronisch-entzünd­liche Darmerkrankungen oder Nahrungsmittelintoleranzen. © hil/aerzteblatt.de

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