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Politik

Impfzertifikatportal des Apothekerverbandes in Überprüfung

Donnerstag, 22. Juli 2021

/picture alliance, dpa

Berlin – Aktuell können über den Server des Deutschen Apothekerverbands (DAV) keine Corona-Impf­zer­tifikate ausgestellt werden. Es werde derzeit geprüft, ob beziehungsweise welche zusätzlichen Sicher­heitsmechanismen gegen Missbrauch implementiert werden könnten oder sollten, teilte der DAV heute mit.

Wann die Ausstellung von Zertifikaten wieder aufgenommen wird, steht laut DAV noch nicht fest. Man befinde sich im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Grund für die vorläu­fige Deaktivierung des Portals ist eine Sicherheitslücke, die das Handelsblatt mithilfe gefälschter Doku­mente gefunden hatte.

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Die Portallösung sei zunächst für Apotheken vorgesehen gewesen, deren Inhaber Mitglieder in den Lan­desapothekerverbänden sind, so der DAV. Da deren aktuelle Daten im Mitgliederverzeichnis gelistet sind, sei eine zweifelsfreie und sichere Authentifizierung dieser Apotheken auf dem Portal jederzeit gewähr­leistet gewesen.

Aufgrund wettbewerbsrechtlicher Anforderungen sei für Apotheken, die keine Mitglieder in einem Lan­des­apothekerverband sind, aber an der Ausstellung von Impfzertifikaten teilnehmen wollten, ein Gast­zugang geschaffen worden. Nicht-Mitglieder müssen für eine erfolgreiche Registrierung laut DAV ihre amtliche Betriebserlaubnis und einen aktuellen Bescheid des Nacht- und Notdienstfonds zum Nachweis eines laufenden Betriebs vorlegen.

Das Handelsblatt hatte mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber erzeugt. Dazu wurden eine gefälschte Betriebserlaubnis und ein gefälschter Bescheid des Nacht- und Notdienstfonds vorgelegt. Unter der gefälschten Apothekenidentität wurden zwei Impfzertifikate ausgestellt.

Nach einer entsprechenden Information durch das Handelsblatt habe man in Rücksprache mit dem BMG die Ausstellung von Zertifikaten gestern gestoppt, um zusätzlich zu der ohnehin mehrfach pro Woche laufenden Überprüfung der über Gastzugänge angemeldete Betriebsstätten eine weitere Prüfung vorzu­nehmen.

Diese habe bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge ergeben, deren Erstellung in betrügerischer Absicht nur mit erheblichem Aufwand und krimineller Energie denkbar sei. Daher geht der DAV davon aus, dass die mehr als 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher über Apotheken ausgestellt worden sind, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken ausgestellt wurden. © EB/aerzteblatt.de

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