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Ärzteschaft

KV Nordrhein: Zahl betroffener Arztpraxen steigt, Spendenkonto eingerichtet

Donnerstag, 22. Juli 2021

/picture alliance, Marius Becker

Düsseldorf – In der Region der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) ist die Zahl der vom Hochwasser betroffenen Arztpraxen weiter gestiegen. Das zeigt eine Liste, die die KVNO erstellt hat. Sie soll laut KV regelmäßig aktualisiert werden und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, hieß es.

Laut KV sind nach aktuellem Stand 105 Praxen in Nordrhein als Folge des Unwetters nicht mehr oder nur bedingt arbeitsfähig. Am schwersten betroffen sei der Bereich Aachen mit 44 Praxen – vor allem Stolberg und Eschweiler, schreibt die KV auf ihrer Internetseite.

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Aber auch der Kreis Euskirchen (25 Praxen), der Rhein-Sieg-Kreis (12 Praxen), der Rheinisch-Bergische-Kreis (8 Praxen) und der Oberbergische Kreis (4 Praxen) seien erheblich betroffen. In vielen Praxen gibt es weder fließendes Wasser noch Strom – außerdem wurden zum Teil das Inventar, medizini­sche Geräte, Medikamente, Impfstoffe und Akten zerstört oder unbrauchbar gemacht.

Die KV betonte, dass die Lage in den betroffenen Regionen „nach wie vor unübersichtlich“ ist. Viele Arzt­praxen in den besonders schwer betroffenen Gebieten seien schlecht oder mit­unter auch gar nicht er­reich­bar. Die KV wies darauf hin, dass man die betroffenen Praxen weiterhin nach Kräften unterstütze und etwa bei der Suche nach Vertretungen und Ersatzräumlichkeiten helfe.

Die KV stellte auch klar, dass man gemeinsam mit den Ärzten in Nordrhein daran arbeite, die Versorgung der Patienten in den Krisenregionen in geordnete Bahnen zu lenken. „Wichtig bleibt festzuhalten, dass die die ambulante medizinische Versorgung – und hier vor allem die hausärztliche sowie die ambulante chirurgische Versorgung – gesichert ist“, schreibt die KV. Letzteres sei vor allem mit dem Blick auf Anwoh­ner und Helfer wichtig, die sich bei den Aufräumarbeiten verletzen und Schnittwunden zuziehen.

Darüber hinaus arbeitet die KVNO auf verschiedenen Ebenen etwa mit psychotherapeutischen Netzwer­ken zusammen, um sowohl eine Akutbehandlung als auch eine längerfristige Betreuung von Opfern der Flutkatastrophe sicherzustellen. Die Betroffenen, die an dieser Stelle Hilfe benötigen, können sich an die Service-Hotline 116/117 wenden.

Das Sozialministerium NRW teilte heute zudem mit, dass Opfer der Flutkatastrophe in NRW auch die psy­chologische Hilfe der Traumaambulanzen der Landschaftsverbände in Anspruch nehmen können. Die Anlauf­stellen der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sind eigentlich für die Erststabi­lisie­rung von Gewaltopfern vorgesehen.

Wer Hilfe benötige, etwa mit Ängsten oder Panikstörungen zu kämpfen habe, solle nicht lange auf einen Termin in einer Praxis warten müssen, teilte NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) mit. Viele Menschen in den betroffenen Regionen stünden vor dem Nichts. Freunde, Verwandte oder Nachbarn seien den Fluten zum Opfer gefallen. Diese psychische Belastung sei „nur schwer erträglich“.

Die KV Nordrhein hat für die betroffenen Praxen ein Spendenkonto ins Leben gerufen und bittet alle Mitglieder, sich daran zu beteiligen. Das Konto ist bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank einge­richtet worden (Spendenkonto Hochwasserkatastrophe, Empfänger: Kassenärztliche Vereinigung Nord­rhein, IBAN: DE84 3006 0601 0031 4179 16, Verwendungszweck: Spendenkonto Fluthilfe).

Ab einem Spendenbetrag von 300 Euro erhalten Sie von uns eine Spendenquittung. Bei geringeren Beträgen reicht der Kontoauszug ihrer Bank als Nachweis aus. © may/dpa/aerzteblatt.de

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