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Politik

Apotheken stellen auch weiterhin keine Zertifikate für Coronaimpfungen aus

Freitag, 23. Juli 2021

/picture alliance, Zacharie Scheurer

Berlin – Die Apotheken in ganz Deutschland können nach wie vor keine Coronaimpfzertifikate ausstellen. In der kommenden Woche soll das nach Angaben des Deutschen Apothekerverbands (DAV) aber wieder möglich sein.

Alle Apotheken, die es wünschten, könnten in der nächsten Woche schrittweise wieder Zugriff auf das DAV-Portal erhalten, so dass sie auch wieder Impfzertifikate ausstellen können, teilten DAV und Bundes­ministerium für Gesundheit (BMG) heute Nachmittag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Bis zum Mittag war noch unklar, wie es weitergehen sollte.

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DAV und BMG wiesen darauf hin, dass ohnehin nur die wenigen hundert Apotheken betroffen gewesen seien, die nicht Mitglied des DAV sind. Alle erteilten Zugänge seien bereits überprüft und verifiziert worden. Nach aktuellem Kenntnisstand sei es zu keinem Betrug bei der Erstellung von Impfzertifikaten gekommen. Laut DAV sei davon auszugehen, dass die mehr als 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

DAV, IBM, Gematik und BMG arbeiteten zudem gemeinsam daran, die Sicherheit bei der Ausstellung von Impfzertifikaten durch eine Einbindung dieses Prozesses in die sichere Telematikinfrastruktur (TI) zu erhöhen.

Der DAV hatte die Ausstellung der Zertifikate in Rücksprache mit dem BMG gestern ge­stoppt, weil es Berichte über eine Sicherheitslücke gegeben hat. Dem Handelsblatt war es demnach gelungen, „mit­hilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht exis­tierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate online ausgestellt wor­den seien.

Die FDP macht CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für den bundesweiten Zwangs­stopp der Ausstellung von digitalen Impfzertifikaten in Apotheken mitverantwortlich. „Wir hätten uns das heutige Chaos und jede Menge Geld sparen können, wenn die Bundesregierung rechtzeitig gehandelt hätte“, sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus der Augsburger Allgemeinen. Spahn habe es trotz Warnungen versäumt, die Voraussetzungen für einen digitalen Impfpass zu schaffen.

„Es wäre mit weniger Aufwand für den Bürger verbunden und auch sicherer gewesen, wenn schon seit Beginn der Impfkampagne der QR-Code direkt hätte übertragen werden können“, sagte die FDP-Politike­rin. „Bei rechtzeitigem Handeln durch die Umsetzung eines digitalen Impfpasses, wie es die FDP-Bundes­tagsfraktion bereits 2019 – lange vor der Pandemie – gefordert hat, wäre der ganze nachträgliche Auf­wand nicht nötig gewesen“, fügte sie hinzu. © afp/dpa/may/aerzteblatt.de

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