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Ärzteschaft

Kritik an fortwährender Benachteiligung von Kindern im Gesundheitssystem

Freitag, 23. Juli 2021

/Tomsickova, stock.adobe.com

Berlin – Deutschland ist von einer kinderorientierten Gesellschaft „erschreckend weit entfernt“. Das kriti­siert Christoph Kupferschmid, Sprecher der Ethikkommission der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), dem Dachverband der kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften in Deutschland, heute.

Gegen den Grundsatz der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN), das Wohl der Kinder vor­rangig zu berücksichtigen, werde im deutschen Gesundheitswesen „fortlaufend verstoßen und Kinder werden benachteiligt“, so der Experte.

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Die DAKJ weist daraufhin, dass sich Deutschland mit Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention dem übergeordneten Grundsatz verpflichtet habe, für Kinder und Jugendliche das Höchstmaß an Gesund­heit anzustreben.

„In der Praxis ist dies aber nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis“, betonte Hans-Iko Huppertz, Gene­ral­sekretär der Akademie. In der Wirklichkeit gefährdeten ökonomische Engpässe, eine Überarbeitung des Personals und „unsinnige Dokumentation zu Abrechnungszwecken“ die Kinder und Jugendlichen im Gesundheitssystem.

Huppertz beklagte unter anderem zu wenig Zeit für Behandlung und Prävention, eklatante Engpässe in der ambulanten und stationären Versorgung mit gefährdenden Transporten schwerkranker Kinder und einen Bettenmangel, der Kindern und ihren Familien unmittelbar schade.

Die DAKJ fordert ein Umdenken in Politik und Gesellschaft zum Wohl der heranwachsenden Gene­ratio­nen. Kinder und Jugendliche sollten Vorrang bei allen Maßnahmen haben, die zur Gesundheits­vorsorge, im öffentlichen Leben und Bildungsbereich getroffen werden. Entscheidend sei außerdem, den Betrieb von Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin sicherzustellen, hieß es aus der DAKJ. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #760232
penangexpag
am Samstag, 24. Juli 2021, 14:15

Zu undifferenzierte Aussage

Es muß ernsthaft bezweifelt werden daß eine solche generalisierte Aussage sachlich begründet ist.
Schon eher könnte die Aussage in differenzierter Form - differenziert nach sozialen und Einkommensverhältnissen - haltbar sein.
zit.("...werde im deutschen Gesundheitswesen „fortlaufend verstoßen und Kinder werden benachteiligt“, so der Experte...."). Auch hier wäre eine Angabe über die Art der Benachteiligung und deren Häufigkeit bezogen auf soziale Gruppierungen zu verlangen.
Viel entscheidender dürfte aber nicht die ärztliche Versorgung der Kinder, sondern die Gesundheits-VOR-Sorgesein. Dazu sind zu zählen :
Prävention gegen Drogen aller Art, Ausweitung praxisnaher einfacher Sportmöglichkeiten .Dazu zählt aber nicht Biersaufen im Fußball-Stadion, sondern die Verfügbarkeit einfacher Schwimmbäder (nicht gewinnorientierte Spaßbäder). Ferner die staatlich organisierte Ernährungsberatung in Schulen und Universitäten.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Freitag, 23. Juli 2021, 23:57

Der KV Kinderarzt in der Praxis wird auch mit 15 Minuten mehr Zeit pro Kind das Problem kaum hebbeln

Das inverse care law gilt ueberall - auch in Deutschland - da nuetzt die das Modell der KV Kindermedizin wenig.
Nach einem Paper aus Deutschland vergleichbar mit z.B. diesen sucht man im pubmed vergebens.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6889761/pdf/archdischild-2018-314808.pdf
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32169955/
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