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Ausland

Libanons Ärzte warnen vor Folgen des Treibstoffmangels in Kliniken

Freitag, 23. Juli 2021

/picture alliance, AP, Hussein Malla

Beirut – Angesichts des Kraftstoffmangels im Land sehen Ärzte im Libanon das Leben ihrer Patienten in Gefahr. „Den meisten Krankenhäusern im ganzen Land geht der Treibstoff aus und einige haben nur noch Vorräte für maximal ein paar Tage“, sagte Suleiman Harun, Chef des Verbands privater Krankenhäuser. Einige kleinere Kliniken nehmen demnach bereits keine neuen Patienten mehr auf.

Der Gesundheitssektor versuche in Zusammenarbeit mit den Behörden händeringend Kraftstoff für den Betrieb der Generatoren zu beschaffen, um eine Katastrophe in den Krankenhäusern zu vermeiden.

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Doch nicht nur der Weiterbetrieb der lebensrettenden Gerätschaften treibt die Mediziner um – auch der Mangel an Personal. Nach Angaben der libanesischen Ärztegemeinschaft haben in der Wirtschaftskrise bereits rund 1.200 Ärzte das Land verlassen. Der Libanon hat rund sechs Millionen Einwohner.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnte heute, dass Millionen Menschen im Land den Zugang zu saube­rem Trinkwasser verlieren könnten. Regelmäßige Stromausfälle sowie steigende Kosten für Treibstoffe drohten die Wasserförderung im Libanon zu unterbrechen.

Das kleine Land am Mittelmeer erlebt seit fast zwei Jahren eine der schwersten Wirtschafts- und Finanz­krisen seiner Geschichte. Die Landeswährung, die libanesische Lira, hat mehr als 90 Prozent ihres Wertes verloren. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung lebt mittlerweile in Armut.

Wegen eines Versorgungsmangels bilden sich vor Tankstellen regelmäßig lange Schlangen. In Apotheken fehlt es an Medikamenten. Täglich müssen die Menschen über Stunden ohne Strom auskommen. Haus­halte, Unternehmen und auch Krankenhäuser sind deshalb auf private Generatoren angewiesen.

Zugleich hat der Libanon keine handlungsfähige Regierung, da sich die maßgeblichen politischen Kräfte seit Monaten nicht auf ein neues Kabinett einigen können. Deutschland, andere westliche Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) wollen dem Libanon aber erst dann Hilfe geben, wenn die Re­gierung weitreichende Reformen beschließt. Die politische Elite sieht sich zudem seit langem massiven Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. © dpa/aerzteblatt.de

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