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Politik

Corona: Söder plädiert für bundesweites Schülerimpfprogramm, KBV stützt STIKO

Freitag, 23. Juli 2021

/Inna Vlasova, stock.adobe.com

Gmund/Berlin – Für ein Coronaschülerimpfprogramm hat sich heute Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer Klausur des CSU-Parteivorstands ausgesprochen. Das blieb nicht ohne Widerspruch.

Mit Blick auf die Schülerimpfungen betonte Söder, er wisse, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) hier skeptisch sei, „das ist ihr gutes Recht“, aber die Politik müsse entscheiden. Jetzt in den Ferien gebe es noch die Möglichkeit, ein Impfangebot für Schüler zu organisieren.

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„Das Vorgehen der STIKO bei der vorliegenden Datenlage, aktuell nur Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen, die mit einem anzunehmenden erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf verbunden sind, die Impfung zu empfehlen, ist meines Erachtens unter Berücksichtigung der aktuellen Datenlage richtig“, erklärte hingegen Andreas Gassen, Vorstands­vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Sollte sich der Wissensstand ändern, werde die STIKO das berücksichtigen. Das dürfe aber keine politi­sche Entscheidung sein, sondern müsse eine medizinische Entscheidung bleiben, betonte Gassen.

„Zweifelsohne müssen die Vorbereitungen für eine vierte Welle vor allem in den Schulen getroffen we­rden. Sie hätten schon vor einem Jahr beginnen können“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsit­zende Stephan Hofmeister. Es sei niemandem mehr zu vermitteln, dass man eineinhalb Jahre nach Corona die Schulen immer noch nicht fit habe für das neue Schuljahr. „Es wäre zum Beispiel wichtig, alle Lehrer und Erzieher vollständig zu impfen und Kinder regelmäßig zu testen.“

Der KBV-Vorstand kritisierte zudem die „Fokussierung der politischen Diskussion ausschließlich auf Inzidenzwerte“. Man brauche zusätzliche Parameter als die reine Fallzahl, so Gassen.

„Alles andere wäre ein Ignorieren der Forderungen weiter Teile der Wissenschaft. Es braucht einen Plan, wie genau die Länder und der Bund bei steigenden Infektionszahlen unter zusätzlicher Berücksichtigung weiterer Parameter reagieren, um überhastetes und unvorbereitetes Vorgehen nach altem holzschnitt­artigem Muster zu verhindern“, führte Gassen aus. © dpa/aerzteblatt.de

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