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Ausland

Zahlreiche Opfer durch Erdrutsche und Überschwemmungen in Indien

Montag, 26. Juli 2021

Die indische National Disaster Response Force (NDRF) birgt Opfer eines Erdrutschopfers in Ratnagiri im westindischen Bundesstaat Maharashtra. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, National Disaster Response Force

Mumbai – Bei den jüngsten Erdrutschen und Überschwemmungen nach Monsunregenfällen in Indien sind bislang mindestens 159 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte suchten gestern nach Behördenangaben noch immer nach dutzenden Vermissten.

Seit dem vergangenen Donnerstag wird die Westküste des Landes von heftigen Regenfällen heimge­sucht. Die indische Wetterbehörde warnte auch für die kommenden Tage vor weiteren Niederschlägen.

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Die Rettungskräfte bargen nach Behördenangaben bei Einsätzen im Bundesstaat Maharashtra allein 149 Tote. Mehr als 40 davon kamen bei einem gewaltigen Erdrutsch im Dorf Taliye südlich von Mumbai ums Leben. „Viele Menschen wurden fortgerissen, als sie versuchten wegzulaufen“, sagte der Dorfbewohner Jayram Mahaske, dessen Angehörige bei dem Unglück verschüttet wurden.

Dutzende Häuser wurden laut Berichten von Einwohnern innerhalb weniger Minuten dem Erdboden gleich gemacht. Nur zwei Betonbauten standen demnach nach dem Erdrutsch noch, die Stromversorgung war unterbrochen. Rettungskräfte durchsuchten den Schlamm und die Trümmer nach Vermissten.

„Mein gesamtes Team ist jetzt mit den Rettungsarbeiten beschäftigt“, sagte der Einsatzleiter der Nationa­len Katastrophenschutztruppe, Rajesh Yawale, vorgestern. Viele Leichen seien fortgespült worden, einige seien flussabwärts zwischen Bäumen steckengeblieben.

Bei zwei weiteren Erdrutschen südlich von Mumbai kamen ebenfalls ein dutzend Menschen ums Leben. Im Küstengebiet zwischen Maharashtra und Goa waren die Wasserpegel nach wie vor hoch. Mehrere Flüsse waren über die Ufer getreten. Bewohner retteten sich in höhere Stockwerke und auf Häuserdä­cher, um dem Wasser zu entkommen.

Auch in der Region um die Stadt Chiplun rund 250 Kilometer südlich von Mumbai waren Ortschaften unerreichbar. Der Fluss Vashishti trat dort über die Ufer. Die Behörden verzeichneten Wasserstände von bis zu sechs Metern. Laut Medienberichten starben in Chiplun auch acht COVID-19-Patienten im Kran­kenhaus, nachdem die Stromversorgung der Beatmungsgeräte unterbrochen wurde.

In Mumbai stürzten Häuser ein, es gab Tote und Vermisste. Am vergangenen Wochenende waren in der Finanzmetropole bereits mindestens 34 Menschen durch regenbedingte Erdrutsche gestorben.

In der Küstenmetropole Goa südlich von Mumbai kam nach Regierungsangaben eine Frau ums Leben. Pramod Sawant, Regierungschef des Bundesstaats Goa, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Press Trust of India von den „schlimmsten Überschwemmungen seit 1982“.

Während der von Juni bis September dauernden Monsunsaison stürzen in Indien immer wieder Gebäude ein. Betroffen sind oftmals alte und baufällige Häuser. Laut eines Berichts des Potsdamer Instituts für Klimaforschung sorgt der Klimawandel für noch heftigere Monsunregenfälle in Indien. © afp/aerzteblatt.de

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