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Medizin

Panresistente Candida auris in den USA aufgetreten

Freitag, 27. August 2021

Candida auris. /picture alliance, ZUMAPRESS.com, La Nacion

Atlanta – In den USA sind kürzlich in 2 Städten unabhängig voneinander in Pflegeheimen oder Kranken­häusern Pilzinfektionen mit Candida auris diagnostiziert worden, die gegen alle verfügbaren Medika­mente resis­tent waren. Infektiologen der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) befürchten im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2021: 70: 1022–1023), dass sich der schwer nachzuwei­sende Hefepilz bereits im Land ausgebreitet hat.

Candida auris war erstmals 2009 aus dem äußeren Gehörgang einer 70-jährigen Patientin in Tokio iso­liert worden. 2 Jahre später wurde in Südkorea der 1. Erkrankungsfall beschrieben. Inzwischen hat C. auris Nordamerika und Europa erreicht.

Der Hefepilz wird zunehmend mit nosokomialen Infektionen in Verbindung gebracht. In London kam es 2015/2016 im Royal Brompton Hospital zu einem hartnäckigen Ausbruch. In der Herzchirurgie erkrank­ten im Verlauf von 12 Monaten immer wieder Patienten. Insgesamt 9 von 50 Patienten entwickelten eine Candidämie, die damals noch mit Azolen (etwa Fluconazol), Polypenen (etwa Amphotericin B) oder Echinocandinen erfolgreich behandelt werden konnte.

Inzwischen häufen sich Berichte über resistente Pilze. In den USA waren zuletzt 85 % der C. auris-Isolate gegen Azole, 33 % gegen Amphotericin B und 1 % gegen Echinocandine resistent. Auch panresistente C. auris waren bereits beobachtet worden. Diese waren jedoch stets im Rahmen einer Behandlung aufge­tre­ten. Es bestand die Hoffnung, dass die Resistenz die Fitness der Pilze herabsetzt, so dass diese sich nicht weiter ausbreiten können.

Seit Anfang des Jahres sind dem „Antibiotic Resistance Laboratory Network“ der CDC jedoch 2 Cluster bei Patienten gemeldet worden, die noch nicht mit einem Echinocandin behandelt wurden, die inzwischen das Mittel der ersten Wahl sind.

Der 1. Cluster wurde in der Hauptstadt Washington in einer Pflegeeinrichtung für Schwerkranke beob­achtet. Dort waren 3 von 101 Isolaten von C. auris panresistent. In Texas waren in einer nicht näher benannten Stadt 2 von 22 Isolaten panresistent, 5 weitere waren unempfindlich gegen Echinocandine und Fluconazol.

Die 7 Fälle waren an 2 Kliniken und 1 Pflegeeinrichtung aufgetreten, die teilweise dieselben Patienten betreuten, was auf einen Austausch der Hefepilze hindeutet. Zwischen den Einrichtungen in Texas und Washington/DC gab es jedoch keine Verbindung, so dass die CDC davon ausgehen muss, dass sich die resistenten Pilze unerkannt ausgebreitet haben.

Eine klare Behandlungsempfehlung für die resistenten Hefepilze gibt es nicht. Eine US-Klinik berichtete im letzten Jahr über gute Erfahrungen mit einer Kombination mehrerer Fungistatika.

Die Sterblichkeit von C. auris ist vor allem bei älteren gebrechlichen Menschen hoch. In den beiden aktu­ellen Clustern starben 30 % der Patienten, wobei im Einzelfall offen bleibt, welchen Anteil die Pilzinfek­tion am Tod hatte. © rme/aerzteblatt.de

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