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Corona: Wie sich Ansteckungen durch Aerosole vermeiden lassen

Dienstag, 27. Juli 2021

/crimson, stock.adobe.com

Berlin – Zusätzlich zur direkten Übertragung von Mensch zu Mensch tragen Aerosole in der Coronapan­demie erheblich zum Infektionsgeschehen bei. Ein wissenschaftliches Positionspapier informiert nun zu­sammenfassend über die Erkenntnisse zur Ausbreitung von SARS-CoV-2-Viren durch Aerosole und gibt konkrete Empfehlungen zur Vermeidung von Ansteckungen.

Das Papier ist auf Anregung der interdisziplinären Kommission für Pandemieforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entstanden. Bei den Verfassern handelt es sich um Fachleute aus den Bereichen Aerosolforschung, Strömungsmechanik, Epidemiologie und Infektionsforschung.

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Sie weisen darauf hin, dass durch saisonale Faktoren, neue Virusvarianten, sinkende Immunität nach der Impfung oder mangelnde Impfbereitschaft weiterhin die Gefahr einer vierten Infektionswelle in Deutsch­land besteht. Die Abwehr von Aerosolen könne aber ein Wiederansteigen der Infektionszahlen maßgeb­lich reduzieren.

Das Positionspapier soll konkretes und situationsbezogenes Wissen vermitteln und konkrete Hinweise zum Schutz vor Infektionen geben. Denn: Noch immer wissen nur circa 70 Prozent der Bevölkerung aus­reichend über infektiöse Aerosole Bescheid.

Die im Papier empfohlenen Maßnahmen berücksichtigen dabei auch die einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI), der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Umfassende Vorkehrungen für Innenräume erforderlich

Unter anderem weist die Expertengruppe darauf hin, dass es in geschlossenen Innenräumen sowohl zu direkten als auch zu indirekten Infektionen kommen kann. Daher seien in Innenräumen umfassende Vor­kehrungen erforderlich, um die Anreicherung infektiöser Aerosolpartikel zu verhindern und die Menschen vor Infektionen zu schützen.

Außerhalb geschlossener Räume – also im Freien – kann es dem Positionspapier zufolge praktisch nur zu direkten Infektion kommen, da indirekte Infektionen aufgrund der starken Verdünnung der Virenlast und dem schnellen Abtransport durch Luftströmungen sehr unwahrscheinlich sind. Deshalb seien im Freien oft geringere Schutzvorkehrungen notwendig als in Innenräumen.

Ausnahmen bilden allerdings Situationen, in denen sich Menschen über kurze Abstände länger miteinan­der von Angesicht zu Angesicht unterhalten oder lange dicht beisammensitzen, etwa im Biergarten oder im Wartebereich des Nahverkehrs, oder beisammenstehen, beispielsweise an Bushaltestellen, in der War­teschlange, bei Open-Air-Veranstaltungen oder Demonstrationen.

In diesen Situationen böten jedoch bereits einfache medizinische Masken oder gute Mund-Nasen-Bede­ckungen einen Schutz gegen direkte Infektionen, so die Wissenschaftlergruppe.

Das Positionspapier erläutert diese und weitere Faktoren und Zusammenhänge bei der Übertragung von SARS-CoV-2 innerhalb und außerhalb geschlossener Räume und enthält konkrete Hinweise zu Schutz­maß­nahmen wie Fensterlüftung, fest installierten raumlufttechnischen Anlagen oder mobilen Raumluft­rei­nigern sowie zum Tragen partikelfilternder Masken.

Den besten Schutz, so das Fazit des Positionspapiers, bietet immer die Kombination aus Maßnahmen zur Verhinderung von direkten Infektionen, also Kontaktvermeidung, Abstandsregeln, Masken und Schutz­wän­de, sowie Maßnahmen zur Verhinderung von indirekten Infektionen, also Lüften, raumlufttechnische Anlagen, effiziente mobile Raumluftreiniger und geeignete Masken.

Nur möglichst widerspruchsfreie und einheitliche Regelungen garantieren den beteiligten Fachleuten zufolge eine hohe Sicherheit bei möglichst geringen Einschränkungen in Alltag und Lebensqualität. nec © nec/aerzteblatt.de

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