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Olympia: Hohe Zahl an Coronainfektionen, Sorge um künftige Sportlergeneration

Dienstag, 27. Juli 2021

/picture alliance, dpa

Tokio – Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf einen Rekordstand gestiegen. Heute meldete die Hauptstadt 2.848 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit wurde der vorherige Höchststand vom 7. Januar mit 2520 Fällen übertroffen.

Fachleute hatten schon vor dem Beginn der Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages während des Spektakels auf mehr als 3.000 steigen könnten. Die Lage könnte „kritisch“ werden, hieß es. Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Coronanotstand.

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Nicht die Olympiateilnehmer seien das Hauptproblem, hatte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio kürzlich gesagt. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt statt­finden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Coronanotstand zunehmend „frustriert“ sei. „Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung“.

Das durch Japans Medien geschürte Interesse an den Spielen trage dazu bei, dass viele Bürger ungeach­tet der Appelle der Regierung nicht zu Hause blieben, sondern wie bei den Radrennen so nah wie mög­lich etwas von Olympia mitbekommen wollten.

Sorgen um die künftige Sportlergeneration äußerte unterdessen Beachvolleyball-Olympiasieger und Sportlehrer Jonas Reckermann. „Es besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass eine ganze Sportgeneration beeinträchtigt wird – zumal nicht jede Schule solche Rahmenbedingungen hat wie bei uns“, sagte der 42-Jährige in einem Interview des Portals t-online.

„Doch der Schulsport ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist der Vereinssport. Und den trifft es mindestens genauso gravierend“, betonte Reckermann, heute Sport- und Erdkundelehrer an der Elite­schu­le des Sports in Leverkusen.

„Meine eigenen Kinder sind sechs und acht Jahre alt und in Sportvereinen aktiv. Dort hat ein Jahr Still­stand geherrscht. Mannschaften wurden aufgelöst, es gab keine Wettkämpfe und lange auch gar kein Training“, schilderte Reckermann, der 2012 In London an der Seite von Julius Brink sensationell Olympia-Gold eroberte.

Die Coronapandemie habe sich „natürlich gerade in den Sportklassen ausgewirkt. Wir haben sehr viel Onlineunterricht gemacht“, sagte Reckermann und meinte: „Bewegung ist für Körper und Psyche gerade in einer Zeit, in der die Kinder fast nur zu Hause am Schreibtisch gesessen haben, besonders wichtig.“

Trotz der Krise und vieler Probleme würde er „aber nicht sagen, dass die Generation letztendlich verloren ist. Man kann schon Sachen aufarbeiten, und es war auch nicht so, dass sie ein Jahr lang eingesperrt waren und gar nichts gemacht haben“, erklärte der viermalige Beach-Europameister. „Davon abgesehen ist es in anderen Ländern ähnlich und kein spezifisch deutsches Problem.“ © dpa/aerzteblatt.de

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