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Politik

Bayern will Coronaimpf­kampagne wieder in Gang bringen

Dienstag, 27. Juli 2021

/picture alliance, Matthias Balk

München – Bayern will angesichts teils deutlich steigender Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 und mit Blick auf das neue Schuljahr 2021/2022 die ins Stocken geratene Impfkampagne wieder in Gang bringen. Ziel sei es, deutlich mehr Jüngere zu impfen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestern nach einer Kabinettssitzung in München.

Die Regierung hat damit besonders den Schulstart nach den großen Ferien im September im Auge. Söder machte deutlich, dass sich im stark von Coronaneuinfektionen betroffenen Großbritannien derzeit 20 Pro­­zent der Schüler in Quarantäne befänden. Eine Abkehr vom Präsenzunterricht durch Quarantäne soll es in Bayern nicht geben.

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Deshalb soll es nicht nur eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht in den Schulen in den ersten Wochen des neuen Schuljahres geben, sondern auch vermehrt Impfangebote für Jugendliche. Schüler ab zwölf Jahren könnten künftig nicht nur beim Haus- oder Kinderarzt sondern auch in Impfzentren geimpft wer­den. Die Impfzentren sollen mit angepasster Kapazität und Fokus auf mobile Impfteams bis mindestens April 2022 erhalten bleiben – auch um Auffrischungsimpfungen etwa für Ältere zu gewährleisten.

Bei Erwachsenen will Söder den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. Es gehe nicht darum, eine Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen, sagte er. Aber es müsse klar sein, dass das Vorenthalten von Grundrech­ten für Geimpfte nicht länger gerechtfertigt sei.

Auch die staatliche Finanzierung von Tests für Ungeimpfte halte er für nicht mehr haltbar, sobald allen ein Impfangebot unterbreitet worden sei. Er nannte Preise von rund 50 bis 60 Euro für einen PCR-Test und um die zehn Euro für einen Schnelltest.

An die Politik gerichtet mahnte Söder eine klare Linie für den Kampf gegen die Pandemie im Herbst an. Im August werde es eine Ministerpräsidentenkonferenz geben. „Dafür brauchen wir klare Linien“, sagte er. Es dürfe in der Pandemiebekämpfung kein Zögern geben und die Hoffnung, „in die Bundestagswahl zu stolpern“, sagte Söder. Debatten wie die um die Rechte Geimpfter könnten auch eine Bundestagswahl entscheiden, sagte er.

Kneipen und Bars dürfen im Freistaat fortan unter den gleichen Voraussetzungen öffnen wie Restaurants – weitere Einschränkungen wie ein zeitlich begrenztes Alkoholausschankverbot gibt es nicht.

Die entscheidende Regel: Auch in reinen Schankwirtschaften muss die Bedienung am Tisch erfolgen – Theke und Tresen sind tabu. Mit der Entscheidung reagierte das Kabinett auf ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, der die Schließung von Innenräumen reiner Schankwirtschaften am vergange­nen Freitag gekippt hatte.

In Bayerns Gastronomie bleibt es außerdem bei der Maskenpflicht für Bedienungen auch im Freien. Geregelt wird dies ab sofort wieder in der bayerischen Coronaverordnung selbst und nicht mehr nur in Rahmenkonzepten. Grundsätzlich verlängerte das Kabinett alle Coronabestimmungen bis zum 25. August. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #735550
rp__bt
am Mittwoch, 28. Juli 2021, 18:43

Das hoffe ich schwer...

...aber gibt es den "mündigen Bürger" noch?
Avatar #722910
Dr. Brail
am Mittwoch, 28. Juli 2021, 18:35

...werden

Diese Debatten werden darüber entscheiden, wem man seine Stimme gibt.
Avatar #789658
2haeschen
am Mittwoch, 28. Juli 2021, 11:08

Debatten wie die um die Rechte Geimpfter könnten auch eine Bundestagswahl entscheiden ...

sehr deutliche Formulierung ...
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