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Ärzteschaft

Amtsärzte plädieren für Coronaimpfung von Kindern ab zwölf Jahren

Mittwoch, 28. Juli 2021

/picture alliance, Frank Hoermann, SVEN SIMON

Berlin – Angesichts der wieder schnell steigenden Coronainfektionszahlen sprechen sich die deutschen Amtsärzte dafür aus, auch alle Kinder ab zwölf Jahren zu impfen.

„Wenn die Vakzine getestet, geprüft und zugelassen sind, sehe ich keinen Grund, sie nicht zur Impfung zu empfehlen, auch für Jüngere“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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„Wenn es eine Zulassung für Impfstoffe gegen COVID-19 auch für Kinder und Jugendliche gibt, bin ich dafür, dass Menschen damit geimpft werden“, sagte Teichert. Die Inzidenzen seien bereits in den niedri­geren Altersgruppen besonders hoch. Das werde sich bald in die noch jüngeren Gruppen verschieben.

„Warum sollten wir diese Altersgruppen nicht vor Corona schützen?“, gab Teichert zu bedenken. Zumal die Jungen viele Kontakte hätten, da sei es doch sinnvoll, sie zu impfen. In Deutschland ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Immunisierung bisher aber nur für junge Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Teichert sagte für den Fall einer weiteren Coronawelle schwerwiegende Folgen voraus. „Wenn die Infek­tionszahlen wieder deutlich zunehmen und die Inzidenz steigt, werden die Gesundheitsämter die Lage nicht mehr unter Kontrolle halten können. Das ist dann nicht mehr zu bewältigen“, sagte sie den Funke-Zeitungen.

Derzeit hätten die Behörden die Pandemie noch im Griff, aber bei stark steigenden Inzidenzen könne sich das rasch ändern, sagte die Verbandsvorsitzende. „Es besteht die Gefahr, dass wir in ähnlich hohe Inzi­den­zen hineinlaufen wie im letzten Jahr – auch wenn die Hälfte der Bevölkerung mittlerweile vollstän­dig geimpft und die Hospitalisierungsrate noch gering ist.“ © afp/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #659853
klresch
am Donnerstag, 29. Juli 2021, 09:42

Bundesverband des Öffentlichen Gesundheitsdiensts: Verquerdenker am Ruder?

Die Kollegin Vorsitzende Ute Teichert diskreditiert damit nicht nur den Öffentlichen Gesundheitsdienst insgesamt und stellt sich selbst ein fachliches Armutszeugnis für die Kollegin, sie lässt erhebliche Bedenken aufkommen, ob sie für ihren Job die nötige fachliche Eignung hat. Ein Minimum an epidemiologischen Knowhow zur Abschätzung von Nutzen und Risiko gehört dazu. Und man muss Fakten als Fakten erkennen und nicht fünfe grade sein lassen.

Ich gehe mal davon aus, dass die ihr im Beitrag zugeschriebenen Zitate tatsächlich so gemacht wurden. Einspruch, Frau Kollegin, es gibt keine "Zulassung für Kinder und Jugendliche", für Kinder (unter 12 Jahren) überhaupt nicht und für Jugendliche ab 12 Jahren ist bislang nur die Wirksamkeit einigermaßen belegt.

Ja, wir sollten diese Altersgruppe vor Corona schützen, wenn und sobald wir begründeten Anlass zur Annahme haben, dass der Nutzen für die Mitglieder dieser Gruppe selbst größer ist als ihr Risiko. Was das Risiko der Impfung anbelangt, wissen wir das aber (noch) nicht. Was wir wissen ist, dass das konkrete Risiko durch die Infektion selbst "extrem gering" ist, z.B. nicht einmal 5% des Risikos auf einen tödlichen Unfall im Straßenverkehr. Deshalb setzt die Stiko ganz zu Recht die Hürde höher und empfiehlt die Impfung von Heranwachsenden nur für Individuen mit einem deutlich erhöhten persönlichen Risiko. Deshalb erlaubt ganz zu Recht Israel (Meldung 28.7.) die Impfung von Kindern ab 5 Jahren nur "in extremen Ausnahmefällen".

Da mühen wir uns mit Menschen ab, die in Sachen Impfen völlig irrational daherkommen ("Ver-Querdenker") und jetzt bringt fachlich völlig inadäquates Querfeuer aus den eigenen Reihen zusätzlich Verwirrung in die ohnehin in dieser Angelegenheit weitestgehend alleingelassenen Familien.

Gehen Sie in sich und kehren Sie zu einer evidenzbasierten Sachargumentation zurück. Das sind Sie sich, Ihrem Verband und den Menschen, für die Sie zuständig sind, schuldig!
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