NewsPolitikRKI-Papier: Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

RKI-Papier: Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik

Mittwoch, 28. Juli 2021

/Fokussiert, stock.adobe.com

Berlin – Die Inzidenz sollte nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) weiterhin der Leitindikator für die Infektionsdynamik bleiben. Das geht aus einer Präsentation hervor, die RKI-Chef Lothar Wieler vor­gestern bei einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentierte.

Die Inzidenz bleibe der Leitindikator für die Infektionsdynamik, da hohe Inzidenzen zahlreiche Auswir­kung­en hätten, heißt es in dem Papier, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt. Generell gelte: Je mehr Fälle auftreten, desto mehr schwere Verläufe und Todesfälle würden registriert, desto höher werde die Belastung des Gesundheitssystems.

Anzeige

Hinzu kämen immer mehr Kontaktpersonen, die unter Quarantäne gestellt werden müssten und damit am Arbeitsplatz fehlen. Eine steigende 7-Tage-Inzidenz gehe diesen Entwicklungen voraus und bleibe der früheste aller Indikatoren.

Die 7-Tage-Inzidenz bleibt deshalb laut RKI wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnah­men zur Kontrolle zu initiieren. Nach Informationen der Bild soll es in der Schalte zu größeren Diskussionen gekommen sein, weil viele Länder von der Inzidenz als wichtigstem Kriterium abkommen wollen.

Zur aktuellen Lage heißt es in dem RKI-Papier, dass die Inzidenzen seit rund drei Wochen wieder stiegen, der Anteil der Hospitalisierungen seit rund zwei Wochen. „Die vierte Welle hat begonnen.“ Je höher die Inzidenz liege, desto schlechter gelinge der Schutz der Individualgesundheit und der offenen Gesell­schaft – deshalb müsse die Prävention auch weiterhin die höchste Priorität besitzen.

Hohe Impfquoten alleine seien nicht ausreichend, die vierte Welle flach zu halten, heißt es weiter. Gleichwohl müsse das zielgruppenspezifische und aufsuchende Impfen weiter ausgebaut werden, um möglichst hohe Impfquoten zu erzielen.

Es seien aber zusätz­liche „Basisschutzmaßnahmen“ notwendig, um die vierte Welle so zu senken, dass die Pa­tienten­zahlen in Krankenhäusern nicht zu hoch würden. Als Maßnahmen nennt das RKI eine Redu­zierung der Kontakte sowie eine Reduktion der Mobilität. © dpa/aha/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #659853
klresch
am Freitag, 30. Juli 2021, 09:20

Infektionsschutzgesetz bitte ganz lesen!

Ihrer Logik folgend würde nur ein dauerhafter, umfassender Lockdown im Sinne des IfSG sein, denn irgendwelche Infektionen gibt es immer.
Tatsächlich wird im IfSG aber auf über 70 Seiten ausgeführt, was mit §1(1) gemeint ist, z.B. im §16:
"...notwendigen Maßnahmen zur Abwendung der dem Einzelnen oder der Allgemeinheit hierdurch drohenden Gefahren."
Droht keine Gefahr, wie bei Schnupfen, greift auch das IfSG nicht. Dann erklären sich übrigens nicht einmal die Krankenkassen zuständig, weil es dem Wirtschaftlichkeitsgebot (§12 SGB V) widerspricht, die Ressourcen der Solidargemeinschaft für Befindensstörungen einzusetzen, die kurz und selbstlimitierend sind und folgenlos ausheilen. Drm müssen Sie Ihr Nasenspray selber zahlen und auch nicht in Quarantäne...
Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 29. Juli 2021, 11:02

Sie irren, klresch!

Ein Blick ins Gesetz kann sich lohnen:
"IfSG, §1:
(1) Zweck des Gesetzes ist es, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern."

Von schweren oder bedrohlich Infektionskrankheiten steht da nichts. Würde man §1 Abs. 1 sogar ganz wörtlich nehmen, müsste der Staat wegen Corna einen dauerhaften, strengsten Lockdown einführen, denn §1 IfSG spricht de facto jedem Bürger das absolute Recht zu, vom Staat vor jeglicher vermeidbarer Infektion geschützt zu werden. Grenzen staatlichen Handelns "nach oben hin" sind im IfSG nirgendwo konkret festgelegt, mehr noch, die staatlichen Eingriffsmöglichkeiten sind mittlerweile so massiv erweitert worden, dass das IfSG den Charakter eines Kriegsrechts angenommen hat.
Avatar #659853
klresch
am Donnerstag, 29. Juli 2021, 10:26

Sind beim rki die Sicherungen durchgebrannt?

Jetzt sind auch noch beim rki die Sicherungen durchgebrannt!

Das Ziel des Infektionsschutzgesetzes ist ja nicht, die einzelnen Bürger wie die Bevölkerung insgesamt vor Infektionen zu schützen, sondern sie vor BEDROHLICHEN bzw. TÖDLICHEN Infektionen zu schützen. Deshalb gibt es auch keinen Grund für einen Lockdown, wenn der halben Republik die Nase läuft….

Ernsthaft: das rki redet mit dieser bornierten Haltung dem nächsten Shutdown/Lockdown und damit dem endgültigen Ruin vieler Existenzen das Wort. Alle bisherigen Regularien sind an konkreten Inzidenzzahlen festgemacht und an sonst nichts anderem. Und dies gilt solange, bis alle Regularien ohne Ausnahme ein Update erfahren haben, oder bis der bisherige Maßstab durch einen die aktuelle Gesamtlage und die Bedrohung besser abbildenden ersetzt wurde.

Ein klares Bekenntnis für den inzwischen möglichen „klinischen Outcome“ (Hospitalisierungszahlen, Intensivbettenbelegung, Todesfälle) statt des Surrogatparameters Inzidenz, der selbst eine Funktion mehrerer Determinanten wie Infektiosität der aktuell vorherrschenden Variante, Impfstatus, Punktprävalenz in verschiedenen Gruppen der Bevölkerung etc. ist, würde auch endlich den Druck aus Kessel nehmen, was die unsägliche Debatte um die „Massenimpfung“ von Kindern und Jugendlichen betrifft.

Alle, die wir sachlich und wissenschaftlich analysierend nach adäquaten, funktionierenden Lösungen suchen, ärgern sich über die am Ende tödlichen Kollateralschäden, die einzelne, emotional getriebene Quertreiber (QuerDENKER suggeriert ja einen rational ablaufenden Prozess…) verursachen. Muss man da nicht verzweifeln, wenn man die fortgesetzte Kakophonie exponierter „Fachleute“ mitverfolgt?

Avatar #104741
urgestein
am Mittwoch, 28. Juli 2021, 20:06

Revidierte Inzidenzzahlen sind erforderlich

Also erstens zum Wasweißichdennschon: auch asymptomatische Infizierte können das Virus verbreiten, das betrifft auch infizierte Geimpfte, insbesondere wenn es um die Delta-Variante geht
Zweitens zumRKI: Natütlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Inzidenz und Hospitalisierung bzw. Intendivaufnahmen. Aber man kann nicht dieselben Inzidenzzahlen aus dem Herbst 2020, in dem es keine Geimpften gab, für den Herbst 2021 zugrundelegen, in dem HOFFENTLICH 70-80% der Erwachsenen geimpft sind. Zur Zeit sind es Jüngere die infiziert sind und eine Inzidenz von 50 geht mit viel weniger schweren Erkrankungen einher. Also müssen die Inzidenzwerte, die für kritisch gehalten wird, erheblich revidiert werden
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER