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Ausland

Niederlande: Nach Aus fürs Nachtleben gehen Coronainfektionen zurück

Donnerstag, 29. Juli 2021

/picture alliance, PRO SHOTS, Jules van Iperen

Den Haag – Nach Wochen mit hohen Infektionsraten registrieren die Niederlande nun eine deutliche Trendwende. Gestern wurden 3.513 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet, fast 500 weniger als am Vortag und der niedrigste Wert seit drei Wochen, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte.

In den vergangenen sieben Tagen ging demnach die Zahl der positiven Testresultate im Vergleich zur Vorwoche um fast 50 Prozent zurück. Als Grund für den rückläufigen Trend nennen die Behörden die Verschärfung der Maßnahmen wie das vorläufige Ende des Nachtlebens.

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Dagegen stieg aber die Zahl der COVID-19-Patienten in Krankenhäusern. Das war auch von Experten erwar­tet worden. Zurzeit werden 629 Menschen behandelt, 13 mehr als am Vortag. In den vergangenen sieben Tagen waren im Schnitt jeweils vier Menschen an COVID-19 gestorben, in der Vorwoche waren es zwei am Tag. Die Niederlande waren vorgestern von Deutschland wegen der sehr hohen Infektionszahlen als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden.

Mehre Wochen lang registrierten die Behörden hohe Sieben-Tage-Inzidenz-Werte von bis zu 415. Seit einigen Tagen nun zeichnet sich die Wende ab – und zwar in fast allen Regionen. Zuletzt waren etwa 215 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen festgestellt worden. Zum Vergleich: in Deutsch­land liegt der Wert bei 15.

Vor allem in der Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren wurde nach Angaben des RIVM 64 Prozent weniger Infektionen gemeldet. Die Experten sehen einen deutlichen Zusammenhang mit der Verschärfung der Maßnahmen Anfang Juli. Denn seitdem sind alle Diskotheken und Nachtclubs geschlossen, müssen Gast­stätten um Mitternacht schließen und sind Festivals untersagt.

Die Öffnung des Nachtlebens war nach Analyse der Daten die Hauptursache für die neue Coronawelle. Nachdem Ende Juni fast alle Restriktionen aufgehoben worden waren, stiegen die Infektionen innerhalb einer Woche um mehr als 500 Prozent, in der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre sogar um mehr als 850 Pro­zent. Die meisten Jugendlichen hatten sich den RIVM-Angaben zufolge in Clubs und auf Partys ange­steckt.

Der rückläufige Trend zeigt sich allerdings noch nicht in den Krankenhäusern. In den vergangenen sieben Tagen verdoppelte sich die Zahl der COVID-Patienten im Vergleich zur Vorwoche. Pro Tag wurden im Schnitt 95 neue Patienten eingeliefert. Premier Mark Rutte erwartet eine weiteren Anstieg bis nächste Woche und mahnte zur Vorsicht.

„Dann wird erwartet, dass sich auch die Lage in den Krankenhäusern stabilisiert.“ Die Experten weisen auch darauf hin, dass der übergroße Teil der neuen COVID-19-Patienten nicht geimpft war. Gut 70 Pro­zent der etwa 17 Millionen Niederländer hat zumindest die erste Impfdosis bekommen, mehr als 50 Prozent sind vollständig geimpft.

In der vergangenen Woche waren zwar 38 Prozent weniger Tests abgenommen worden. Der Anteil posi­tiver Ergebnisse bei den Tests war allerdings auch deutlich auf jetzt rund 13 Prozent gesunken, was den Trend bestätigt. © dpa/aerzteblatt.de

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