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Ausland

Corona bei Olympia: Organisatoren verteidigen Schutzkonzept bei zunehmenden Infektionen

Donnerstag, 29. Juli 2021

/picture alliance, AP, Eugene Hoshiko

Tokio – Angesichts steigender Infektionszahlen von SARS-CoV-2 im Umfeld der Olympischen Spiele und in Japan haben die Olympia-Organisatoren ihre Schutzmaßnahmen verteidigt. Nichts deute darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen den Olympischen Spielen und der Zu­nahme der Neuinfektionen in der Bevölkerung gebe, sagte IOC-Sprecher Mark Adams.

Nach seinen Informationen gebe es bislang keinen einzigen Fall, in dem das Virus von Athleten oder durch olympisches Personal auf Einwohner Tokios übertragen worden sei. Nach Angaben des Organisa­tions­komitees wurden bislang 193 Sportler, Medienvertreter und Helfer der Sommerspiele positiv auf das Coronavirus getestet, mehrere positive Tests am Flughafen oder in Trainingslagern nicht mit einge­rechnet.

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Mit 24 positiven Tests wurde heute die bisher höchste Zahl im Umfeld der Spiele gemeldet. Landesweit wurden am selben Tag laut Medienberichten mehr als 10.000 Neuinfektionen verzeichnet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Allein mehr als 3.800 Fälle davon wurden in Tokio registriert.

Der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) betonte, die Teilnehmer und Helfer der Olympischen Spiele seien „die vermutlich am meisten getestete Gemeinschaft auf der Welt“, zudem herrschten im Olympischen Dorf „einige der strengsten Lockdownregeln“ weltweit. Bei rund 310.000 bisher vorgenommenen Coronatests liege die Rate der positiven Resultate bei 0,02 Prozent.

Adams wies zudem Befürchtungen zurück, die Spiele könnten den Druck auf das japanische Gesundheits­system erhöhen. Nur zwei Menschen aus dem Umfeld der Spiele seien im Krankenhaus. Alle anderen Betroffenen würden von ihren eigenen Ärzteteams betreut, sagte Adams.

Viele Japaner hatten sich wegen der Coronapandemie im Vorfeld gegen die Olympischen Spiele ausge­sprochen. Bislang sind erst 25 Prozent der japanischen Bevölkerung vollständig geimpft.

Der Chef des Tokioter Ärzteverbands, Haruo Ozaki, betonte, die Coronainfektionen im Zusammenhang mit Olympia und in der japanischen Bevölkerung seien „unterschiedliche Dinge“. Gleichzeitig hätten die Spie­le aber „indirekte Auswirkungen“: Den Menschen falle es schwer, „an Selbstbeschränkung zu denken, während wir dieses Fest haben“.

Der wichtigste Coronavirusberater der japanischen Regierung hatte angesichts der rasant gestie­genen Infektionszahlen vor einer Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt. „Wenn das Krisen­be­wusst­sein nicht geteilt wird, wird der Druck auf das Gesundheitssystem früher oder später noch gra­vie­render“, warnte der Mediziner Shigeru Omi heute bei einer Ausschusssitzung im Parlament.

„Außer Impfungen gibt es nicht viele andere Faktoren, die Infektionen zu senken“, sagte Omi. Viele Bür­ger hätten sich inzwischen an die Coronalage gewöhnt, was zum Anstieg der Infektionen beitrage. An­dere Faktoren seien neben der Delta-Variante des Virus die Ferienzeit sowie die Olympischen Spiele.

Tokios Gouverneurin Yuriko Koike rief die jüngeren Bürger auf, sich impfen zu lassen, zu Hause zu bleiben und die Coronamaßnahmen zu befolgen. „Die Aktivitäten junger Menschen sind der Schlüssel (um die Infektionen einzudämmen).“

Der Anstieg der Infektionen habe nichts mit Olympia zu tun, sagte Koike heute. Der japanische Psycholo­gie­professor Harada Takayuki von der Universität Tsukuba erklärte gegenüber dem japanischen Fernseh­sender NHK, dass im Zuge der fröhlichen Olympiastimmung und der Erfolge der japanischen Athleten viele Menschen das Coronavirus nicht mehr so ernst nähmen.

Sie sähen, dass es scheinbar kein Problem ist, dass Menschen aus aller Welt zu den Spielen kommen und würden nun glauben, Corona sei „keine große Sache“. Angesichts des nunmehr vierten Notstands für Tokio setze ein Gewöhnungseffekt ein, die Wirkung der Coronamaßnahmen schwinde. Gerade jüngeren Japanern wird vorgeworfen, nachts nach Schließung der Restaurants, die keinen Alkohol servieren dürfen, noch auf den Straßen unterwegs zu sein und dort zu trinken. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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