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Erholung im Klinikgeschäft treibt Fresenius an

Freitag, 30. Juli 2021

/picture alliance, Arne Dedert

Bad Homburg – Der Medizinkonzern Fresenius erholt sich überraschend stark von der Pandemie und erwartet etwas bessere Geschäfte. Dabei profitierte Deutschlands größter privater Krankenhausbetreiber im zweiten Quartal von mehr Behandlungen in seinen Kliniken, aber auch der Flüssigmedizin- und Infu­sionshersteller Fresenius Kabi sowie der Gesundheitsdienstleister Vamed legten zu.

Jedoch belasteten weiter Einbußen bei der ebenfalls im Dax notierten Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC), wo weiter viele chronisch Nierenkranke am Coronavirus sterben.

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Von April bis Juni steigerte Fresenius den Umsatz zum Vorjahresquartal um vier Prozent auf gut 9,2 Milliar­den Euro. Der Gewinn zog unterm Strich um 15 Prozent auf 471 Millionen Euro an. Fresenius-Chef Stephan Sturm zeigte sich zufrieden, warnte aber vor Virusmutationen und steigenden Coronazahlen.

„Wir haben bei Umsatz und Gewinn trotz der andauernden Auswirkungen der Pandemie sehr gesunde Zuwächse erreicht. Die gestiegenen Impfquoten in vielen unserer wichtigen Märkte sind ermutigend, aber natürlich ist die Pandemie noch nicht vorbei“, sagte Sturm heute. Die ursprüngliche Annahme, dass sich die Rahmenbedingungen in der zweiten Jahreshälfte verbessern, sei zunehmend in Gefahr.

Gerade das Geschäft von Fresenius Helios mit rund 90 Kliniken in Deutschland hatte unter der Pandemie gelitten. Viele Menschen blieben Krankenhäusern aus Angst vor Infektionen fern und verschoben nicht dringende Eingriffe. Nun zogen solche Behandlungen wieder kräftig an. Besonders hoch war die Nach­frage in Fresenius-Kliniken in Spanien.

Der Flüssigmedizinanbieter Kabi konnte derweil mit einem Wachstum in Schwellenländern sowie China zulegen und damit Belastungen wegen des Preisdrucks in Nordamerika ausgleichen. Die Projekttochter Vamed, die Dienstleistungen für Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen erbringt, schaffte es wieder in die schwarzen Zahlen.

Der Dialyseanbieter FMC litt dagegen weiter unter der Pandemie. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 4,3 Milliarden Euro fiel, brach der Gewinn um 38 Prozent auf 219 Millionen ein. Jedoch hatte das Unter­nehmen im Vorjahresquartal auch stark von staatlichen Coronahilfen in den USA profitiert. Im Frühjahr hatte FMC Investoren mit der Prognose eines Ergebniseinbruchs in diesem Jahr schockiert.

Wegen der Erholung bei Fresenius hob das Management die Jahresziele an. Es erwartet nun für 2021 einen Zuwachs des um Sondereffekte und Währungseinflüsse bereinigten Gewinns im niedrigen einstel­ligen Prozentbereich. Zuvor wollte Fresenius das Ergebnis noch „mindestens in etwa stabil“ halten. Der Umsatz soll weiter währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

Um die Effizienz zu steigern, hatte Fresenius ein Sparprogramm angekündigt, das bis 2023 mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr bringen soll. Dazu zählen niedrigere Verwaltungs- und Einkaufskosten sowie eine optimierte Produktion. Fresenius könnte sich auch von Kliniken trennen: Man lege „einen Schwerpunkt auf die strategische Überprüfung des Krankenhausportfolios“, hieß es nun.

Für FMC sollen im Herbst Details zur Überprüfung des Geschäftsmodells folgen. Fresenius-Chef Sturm hatte aber auf der Hauptversammlung im Mai die Aufstellung des Konzerns verteidigt und Spekulationen über einen möglichen Verkauf des 32-prozentigen Anteils an FMC dementiert. © dpa/aerzteblatt.de

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