NewsPolitikSARS-CoV-2: Forscher drängen auf höhere Impfquote bei über 60-Jährigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

SARS-CoV-2: Forscher drängen auf höhere Impfquote bei über 60-Jährigen

Freitag, 30. Juli 2021

/picture alliance, Friso Gentsch

Berlin – Menschen über 60 Jahren gehören zur Risikogruppe von COVID-19. Auf sie richtet sich in vielen Ländern weltweit daher ein wichtiges Augenmerk der Impfkampagnen. Ein Vergleich zwischen Deutsch­land, Israel, England und Schottland in Bezug auf die vollständig Geimpften zeigt, dass hierzulande noch viel Luft nach oben ist.

Den Ländervergleich unternahmen Forscher des Science Media Centers Deutschlands (SMC) in einem Extra-Report. Hintergrund ist den Fachleuten zufolge die Einschätzbarkeit der Infektionslage und dabei spiele die „Gesamtimpfquote eine wichtige Rolle“, heißt es.

Anzeige

Je höher der Anteil an Geimpften unter Kontakten, die aufeinandertreffen würden, desto schlechter ver­breite sich das Virus in der Bevölkerung. Bei geringem Infektionsgeschehen seien auch die Krankenhäu­ser weniger belastet.

Wenn die Frage im Raum steht, welche Inzidenz sich ein Land zukünftig erlauben kann, ohne das Ge­sundheitssystem zu überlasten, spielt dem SMC zufolge zusätzlich auch die Altersstruktur in der Bevölke­rung eine ent­scheidende Rolle.

„Je älter eine Bevölkerung ist, desto höher ist der Anteil an Personen mit einem Risiko für schwere CO­VID-19-Erkrankungen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen“, schreiben die Wissenschaftler.

Bei dieser Frage sei es also ebenfalls wichtig, wer geimpft worden sei, nicht nur wie viele Personen. „Bei gleicher Gesamtimpfquote und gleicher Inzidenz sorgt eine niedrigere Impfquote in den höheren Alters­gruppen für eine höhere Hospitalisierungsrate.“

Der Report weist auf UN-Daten hin, wonach die Voraussetzungen in Deutschland im Ländervergleich ungünstig sind. So habe Deutschland mit 45,7 das fünfthöchste Median-Alter der Welt. Dies führe dazu, dass in Deutschland ein besonders hoher Anteil der Bevölkerung zur Risikogruppe für COVID-19 gehöre. Gleichzeitig sei gerade die Impfquote in den oberen Altersgruppen niedriger als im Vereinigten König­reich (Medianalter 40,5) und Israel (Medianalter 30,5).

„In Deutschland liegt die Impfquote in der Bevölkerung ab 60 Jahren mit 78,1 Prozent immer noch sehr niedrig. In diesen Altersklassen muss die Impfquote dringend erhöht werden, damit auch bei einer hohen Inzidenz das Gesundheitssystem möglichst entlastet wird“, empfehlen die Wissenschaftler.

Zum Vergleich: In Schottland sind laut SMC besonders in den oberen Altersklassen sehr hohe Impfquoten erreicht worden. In der Bevölkerung ab 60 Jahren seien 97,6 Prozent der Menschen geimpft, bei den 18 bis 59-Jährigen seien es 57,4 Prozent. In Israel sind 89,5 Prozent der Menschen über 60 Jahre geimpft, bei den 18 bis 59-Jährigen sind es 78,1 Prozent.

Die Impfquote bei den unter 60-Jährigen in England ist laut Report mit der in Deutschland vergleichbar. In den oberen Altersgruppen liege die Quote in England allerdings deutlich höher, so der SMC-Bericht. In der Bevölkerung ab 60 Jahren seien 91,5 Prozent der Menschen geimpft, bei den 18 bis 59-Jährigen seien es 51,7 Prozent. © may/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #775189
Leser
am Montag, 2. August 2021, 12:05

Totimpfstoff

Wann gibt es endlich die Alternative Totimpfstoff?
Ein (früher üblicher) Totimpfstoff ist mir als älterer Person vertrauter.
Avatar #892292
Dieter10
am Samstag, 31. Juli 2021, 22:38

Aufklärung ist wichtig für alle nicht geimpfte

Tolle Kommentare habe ich gerne gelesen und kann nur zustimmen
Meine Frau und ich selbst haben uns beide schnellstmöglich impfen lassen.
Ich als Prio 2 hatte aber nicht so einen guten lauf nach der Impfung.
Bei der ersten Impfung mit AstraZeneca am 13.3.2021 lies meine Dopamin Wirkung stark nach so dass ich nicht mehr alleine nachhause fahren konnte. In den folgenden Tage bis heute hatte ich dann stärkere Beschwerden wie sonst üblich. Glieder+ Muskelschmerzen Kopfdruck Schwindel Schwellung am rechten Auge ging wieder zurück und an den Beinen (Venenschwäche) Trage jetzt seit einen Monat Stützstrümpfe. Magenschmerzen kamen auch noch dazu deshalb nehme ich Täglich Pantoprazol. Für die Krämpfe in den Beinen nehme ich jetzt Regelmäßig Magnesium und bei Bedarf LimtarN. Bei der zweiten Impfung mit AstraZeneca am 5.5.2021 (Ich wollte einen anderen Impfstoff bekam aber keinen) bin ich nach der Impfung beim Aufstehen hingefallen (Kreislauf). Auch hier konnte ich nicht alleine Nach Hause fahren und musste mich fahren lassen. Ich habe um ehrlich zu sein eine Menge Vorerkrankungen mit eingebracht aber die Beschwerden sind seit der ersten Impfung gefühlt stärker als vorher. Die Venenschwäche hat ich vor Impfung so nicht gehabt. Jetzt habe ich Schmerzen in den Beinen Tagsüber wen ich die Stützstrümpfe nicht trage. Meine Schwester hat gar keine Nebenwirkungen gehabt. Damit möchte ich sagen das weiß man im Vorfeld nicht. Deshalb verstehe ich auch Leute die sich Unsicher mit dem Impfen. Mann muss hier weiterhin mit Klugen Argumenten auf die Leute zugehen und über die Risiken Aufklären.
Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Samstag, 31. Juli 2021, 21:42

kann den Altenheimunternehmern nicht antun...

...die haben jetzt schon zu viele freie Zimmer! Bis vor zwei Jahren war ein Altenheimplatz ein Gradenakt!
Avatar #853023
L239486522
am Freitag, 30. Juli 2021, 20:29

SMC

Das SMC wirft endlich Licht ins Dunkle und liefert dazu noch ein paar Fakten, sehr gut, überfällig. GB war mental schon immer etwas anders zu Infektionen eingestellt, da Insel & NHS. Das meine ich aus eigenen Jahren und Erfahrungen.
Avatar #659853
klresch
am Freitag, 30. Juli 2021, 18:30

Die Alten zu impfen nützt den Jungen mehr als die Jungen selbst zu impfen!

Die Zahlen in Deutschland und anderen westlichen Ländern sind seit vielen Monaten so klar, dass es eigentlich nur wundern kann, dass das hierzulande bisher nie thematisiert worden ist.

Seit Monaten schielen Gesundheitspolitiker ausschließlich auf die ImpfQUOTE, seit Wochen wird unverantwortlich Druck aufgebaut, vor allem die Jungen (Kinder!) zu impfen. Goldenes Kalb Herdenimmunität, koste es was es wolle! Und diese Woche blies das rki implizit, aber laut vernehmlich in die gleiche Tröte, in dem es der Inzidenz als primärem Leitparameter weiter das Wort redete. Dabei müsste gerade das rki doch die (Todes-)Zahlen kennen! Schwarz auf weiß: es kommt erst in zweiter Linie darauf an, wie viele sich anstecken bzw. wie viele geimpft sind. Viel wichtiger ist, wer geimpft ist und wer nach einer Infektion tatsächlich krank wird.

Der Schlüssel aus der Pandemie und damit aus der Corona-Letalität, schließlich auch der Schlüssel aus der existenziellen Bedrohung durch die Pandemie in nicht wenigen Bereichen der Wirtschaft ist die Impfquote bei den Älteren. Alles andere kommt erst weit danach.

Hat Jens Spahn, der diese Woche erfreulicherweise die Kraft aufbrachte, die weiterhin grassierende unbedingte Inzidenz-Hörigkeit in Frage zu stellen, den Mut, die Kraft und den Willen, jetzt schnell eine massive Kampagne loszutreten, um eine nahe an 100% reichende Impfquote bei den Älteren mit allen verfügbaren Mitteln anzupeilen? Dass das möglich ist, zeigen die Zahlen des SMC-Reports.

Jetzt kann keiner mehr sagen, er hätte es nicht gewusst. Wer jetzt nicht endlich die Konsequenzen zieht, torpediert das Ende der Pandemie - um den Preis von vielen zusätzlichen Corona-Toten!
LNS
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER