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Medizin

Studie: Geringe Änderung des Lebensstils kann Gefäßgesundheit von adipösen Senioren verbessern

Mittwoch, 8. September 2021

/Matthieu, stock.adobe.com

Winston-Salem/North Carolina – Die Kombination aus regelmäßigem Ausdauersport und einer mäßigen Restriktionsdiät hat sich in einer randomisierten Studie bei adipösen Senioren nach 20 Wochen günstig auf die Pulswellengeschwindigkeit und die Dehnbarkeit der Aorta ausgewirkt, die Indikatoren für atherosklerotische Veränderungen an den Blutgefäßen sind. Die Ergebnisse wurden in Circulation (2021; DOI:10.1161/CIRCULATIONAHA.120.051943) veröffentlicht.

Eine fortgeschrittene Atherosklerose ist die vermutlich wichtigste Ursache für Herz-Kreislauf-Erkran­kungen im Alter. Zu den unmittelbaren Folgen gehört eine vermehrte Steifheit der Aorta. Dies macht sich in einer erhöhten Pulswellengeschwindigkeit und in einer verminderten Dehnbarkeit der Aorten­wand bemerkbar.

Beides kann heute in der Magnetresonanztomografie bestimmt werden. Die Untersu­chung wurde an den 160 Teilnehmern der INFINITE-Studie („Investigating Fitness Interventions in the Elderly“) durchgeführt, die die Auswirkungen von Sport und Ernährung auf die kardiovaskuläre Fitness von älteren fettleibigen Menschen untersucht.

Die Senioren, die im Alter von 65 bis 79 Jahren adipös (Body-Mass-Index 30-45 kg/m2) und bewegungs­arm waren, nahmen in der Studie an einem Trainingsprogramm teil. An 4 Tagen der Woche wurden sie unter Aufsicht über 30 Minuten bis zu 65 % bis 70 % ihrer maximalen Herzfrequenz gefordert.

In der 1. Gruppe gab es keine Einschränkungen bei der Ernährung. In der 2. Gruppe wurde die tägliche Kalorienmenge um 250 kcal und in der 3. Gruppe um 600 kcal gesenkt. Die Teilnehmer der letzten beiden Gruppen erhielten Mittag- und Abendessen gestellt mit einem Fettanteil von weniger als 30 % und mindestens 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm ihres idealen Körpergewichts. Das Frühstück durften sie sich nach der Anleitung von Diätassistenten selbst zubereiten.

Die Pulswellengeschwindigkeit im Aortenbogen und die Dehnbarkeit der Aorta wurden vor Beginn der Studie und nach 20 Wochen mittels kardialer Magnetresonanztomografie bestimmt. Gewicht und Fettan­teil des Körpers wurden ebenfalls kontrolliert.

Wie Tina Brinkley vom Sticht Center for Healthy Aging and Alzheimer’s Prevention in Winston-Salem/North Carolina und Mitarbeiter berichten, hatte das alleinige Sportprogramm nur geringe Auswir­kungen auf das Körpergewicht. Die Teilnehmer nahmen trotz des schweißtreibenden Sportpro­gramms im Durchschnitt nur 1,66 kg ab. Auswirkungen auf die Aortenfunktion ließen sich nicht nachweisen.

Günstiger waren die Ergebnisse bei der Kombination von Sport und leichter Kalorienrestriktion. Das Körpergewicht fiel nach 20 Wochen um durchschnittlich 8,0 kg. Auch der Rückgang von Gesamtfett, prozentualem Körperfett, Bauchfett und Taillenumfang war größer als in der reinen Trainingsgruppe. Die Dehnbarkeit der Aortenwand nahm um 21 % zu und die Pulswellengeschwindigkeit ging um 8 % zurück. Für Brinkley zeigt dies, dass bereits eine leichte Diät bei den Senioren eine günstige Wirkung auf Gewicht und Zustand der Blutgefäße hat.

Die restriktivere Diät hat dagegen die Senioren offenbar überfordert. Die Gewichtsreduktion war mit 8,98 kg kaum größer als in der Gruppe mit leichter Reduktionsdiät, obwohl sie eigentlich 2 Mal weniger Kalorien (26,7 % versus 14,2 % Kalorienreduktion) zu sich nehmen sollten. Ganz offensichtlich hatten sich die Teilnehmer nicht an die Vorgaben gehalten. Dies hatte auch zur Folge, dass sich die beiden Parameter der Aortenfunktion und damit der Atherosklerose nicht verbessert hatten.

Brinkley deutet die Ergebnisse positiv: Eine Kalorienrestriktion mit höherer Intensität sei möglicher­weise gar nicht notwendig oder ratsam, um in Kombination mit dem Sport günstige Auswirkungen auf Gewicht und den Zustand der Blutgefäße zu erzielen. © rme/aerzteblatt.de

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