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Mehr Erkrankungen bei von Vorurteilen und Diskriminierung betroffenen Menschen

Dienstag, 3. August 2021

/Alejandro, stock.adobe.com

Berlin – Diskriminierungserfahrungen haben einer Studie der IKK classic zufolge negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Diese müssen nach Ansicht der Krankenkasse verstärkt öffentlich thematisiert wer­den.

„Diskriminierung ist ein großes Problem – ein gesellschaftliches und ein medizinisches“, sagte heute Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der IKK classic. Es sei erschreckend: Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland sei von Vorurteilen und Diskriminierung betroffen. Dies zeige die repräsentative Grund­lagenstudie der IKK classic, die das Rheingold Institut aus Köln im Auftrag der Krankenkasse bei mehr als 1.500 Personen ab 18 Jahren durchführte.

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Die Studie analysiert und verdeutlicht Hippler zufolge erstmals die Zusammenhänge zwischen Diskri­minierungserfahrungen und den Auswirkungen auf die Gesundheit. Wer bewusst oder unbewusst Vorur­teilen oder Diskriminierung ausgesetzt sei, leide häufiger unter Essstörungen, Migräne, Burn-out oder Depressionen, sagte der Krankenkassenvorstand heute bei der Präsentation der Studie.

„Uns als Krankenkasse ist ein Anliegen, die Betroffenen zu unterstützen und die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren“, sagte Hippler. „Mit der Studie möchten wir zur Aufklärung bei diesem wichti­gen Thema beitragen. Unser Ziel ist es, Haltung zu zeigen – gegenüber unseren Versicherten und unseren Mitarbeitenden.“

Die Studie zeige, dass mit rund 60 Prozent eine Mehrheit der Menschen in Deutschland von Vorurteilen und Diskriminierung betroffen sei – im Internet oder im direkten Umgang, im Arbeitskontext, in der Schule oder in der Öffentlichkeit, sagte Kai Swoboda, stellvertretender Vorstandvorsitzender der IKK classic, bei der heutogen Präsentation der Studie.

Zudem habe das Erfahren von Vorurteilen und Diskriminierung für die physische und psychische Gesund­heit der Diskriminierten weitreichende Folgen: Betroffene fühlten sich weniger gesund und litten häufi­ger unter Krankheiten als nicht Diskriminierte. Zusammenbrüche oder Burnout-Syndrome hätten sie 3,4-mal so oft, Migräne und chronische Kopfschmerzen dreimal so oft, Angststörungen und Phobien 2,8-mal so oft, Depressionen 2,5-mal so oft, Schlafstörungen 2,3-mal so oft und Magen-Darm-Erkrankungen 2,3-mal so oft wie Nichtbetroffene.

Vorurteile seien eigentlich natürlich, nur müsse der eigene Umgang damit stets neu reflektiert werden, meint Stephan Urlings, Managing Partner beim rheingold institut und Studienautor. „Wir brauchen Schub­laden, um im Alltag zurechtzukommen und sortieren unsere Umwelt in Kategorien, Begriffe und Bilder.“ Das Eingeständnis, dass man selbst Vorurteile hat, sei eine wichtige Erkenntnis. „Es ist der erste Schritt, um daraus kein diskriminierendes Verhalten gegenüber anderen entstehen zu lassen“, sagte er heute.

Die Studie zeigt gleichzeitig auch Präventions- und Interventionsmöglichkeiten auf, um das Risiko für diskriminierendes Verhalten zu reduzieren. Das effizienteste Mittel gegen Vorurteile ist Sabine Schonlau, Gleichstellungsbeauftragte der IKK classic, zufolge der Kontakt zu und die Interaktion mit anderen Perso­nen und sozialen Gruppen. „Betroffene wünschen sich den Austausch und Netzwerke“, berichtete sie aus ihrer Erfahrung.

Die IKK classic ist mit mehr als drei Millionen Versicherten das führende Unternehmen der handwerkli­chen Krankenversicherung und eine der großen Krankenkassen in Deutschland. Die Kasse hat rund 8.000 Beschäftigte an 160 Standorten im Bundesgebiet. Ihr Haushaltsvolumen beträgt mehr als zwölf Milliarden Euro. © ER/aerzteblatt.de

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