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Ärztekammer Thüringen: Beschränkungen sollen Ungeimpfte schützen

Mittwoch, 4. August 2021

/sulit.photos, stock.adobe.com

Jena – Angesichts der aktuellen Debatte um einen möglichen Ausschluss ungeimpfter Erwachsener von Kino- und Restaurantbesuchen, haben die Landesärztekammer Thüringen und das Ethikzentrum der Je­naer Friedrich-Schiller-Universität die große gesellschaftliche Bedeutung der Coronaimpfung erneut unterstrichen.

„Es gibt eine moralische Pflicht für Erwachsene, sich impfen zu lassen“, betonten Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen und Nikolaus Knoepffler, Lehrstuhlinhaber Angewandte Ethik der Friedrich-Schiller-Universität. Dies gebiete die Verantwortung gegen sich selbst und gegen andere.

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Gesellschaftliche Einschränkungen für Ungeimpfte seien weder Freiheitsberaubung noch die oft zitierte „Einführung der Impfpflicht durch die Hintertür. „Im Gegenteil“, meinen die Experten: „Er ist nur konse­quent, da sie davor geschützt werden, sich mit einer für sie lebensbedrohlichen Krankheit anzustecken oder selbst andere anzustecken.“

In diesem Zusammenhang kritisierten sie auch das Verhalten des bayerischen Wirtschaftsministers Hu­bert Aiwanger, der bislang auf eine Impfung verzichtet hat. „Wären alle seinem Beispiel gefolgt, müssten vermutlich die Geschäfte und Restaurants spätestens im Herbst wieder schließen. Der nächste Lockdown wäre unausweichlich“, so Ludershausen und Knoepfler.

Die neuerlichen Schließungen von Geschäften, Gaststätten, Fitnessstudios, Schulen oder Kindergärten würden die Rechte vieler anderer Menschen einschränken und erneut Kinder und Jugendliche durch entgangene Bildungsmöglichkeiten besonders hart treffen.

In Anlehnung an die gesamtgesellschaftlichen Forderungen im Klimaschutz, deren Durchsetzung an manchen Stellen auch Sanktionen benötigen wird, gelte es auch in Zeiten von Corona die Verantwortung des Einzelnen mit der Daseinsfürsorge des Staates verbinden, um der Pandemie effektiv zu begegnen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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