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Politik

Pilotprojekt zu Lollitests an Schulen startet in Berlin

Donnerstag, 5. August 2021

/dpa, Roland Weihrauch

Berlin – Nach dem Ende der Sommerferien soll das Berliner Pilotprojekt zum Einsatz von Lollitests in der Coronapandemie auf Schulen ausgeweitet werden. Ob der Start gleich am Montag sein werde, wenn in der Hauptstadt das neue Schuljahr beginne, sei aber noch nicht sicher, sagte ein Sprecher der Bildungs­verwaltung gestern.

Lolli-PCR-Tests gelten als verlässlicher und als einfacher zu handhaben im Vergleich zu den Corona­schnelltests, die bisher in Schulen benutzt werden und bei denen in der Regel mit einem Stäbchen Proben aus Nase oder Rachenraum genommen werden.

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Das könnte es gerade für Kinder leichter machen. Schon seit Juli läuft das auf sechs Wochen angelegte Berliner Pilotprojekt in 30 Kitas; nun sollen 24 Schulen dazu kommen, zwei in jedem Berliner Bezirk.

Bei den Lollitests lutschen Kinder und Erwachsene in einer Schulklasse oder Kindergartengruppe etwa 30 Sekunden lang an jeweils einem Tupfer wie bei einem Lolli. Sämtliche Tupfer kommen anschließend als sogenannter Pool in ein Proberöhrchen, das dann im Labor mit der zuverlässigen PCR-Methode auf Bestandteile des Coronavirus untersucht wird. Ist der Pool positiv, müssen die Beteiligten einen weiteren Lollitest machen, bei dem die Proben einzeln analysiert werden, um herauszufinden, wer infiziert ist.

Aus Sicht der Elternvertreter spricht manches für das Pilotprojekt zu Lollitests in Schulen. „Ich hoffe, dass das gelingt“, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, gestern. Die Lollitests seien natürlich aber ambivalent zu betrachten. „Der Nachteil ist der Zeitfaktor.“ Die Schnelltests lieferten sofort ein Ergebnis. Bei den Lollitests dauere es deutlich länger, bis klar sei, wer sich infiziert hat.

„Die Schülerinnen und Schüler sitzen dann im Klassenraum, möglicherweise ist ein positiver Fall dabei und kann dann mehrere andere anstecken“, gab Heise zu bedenken. Andererseits sei das Risiko falsch positiver Ergebnise bei den Antigenschnelltests gerade bei einer niedrigen Inzidenz höher.

Die PCR-Methode, die Erbmaterial des Erregers nachweist, gilt als sicherer. Der Elternausschussvor­sit­zende wies darauf hin, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) den Einsatz von Lollitests ausdrücklich em­pfohlen habe.

Der Sprecher der Bildungsverwaltung sagte, die Lolli-PCR-Tests seien deutlich aufwendiger als die Schnelltests. Bei steigenden Fallzahlen könnten die Berliner Labore an ihre Kapazitätsgrenzen geraten, denn bei den Lollitests wären vergleichsweise viele Nachtestungen von Einzelproben nötig. Auch die Bildungsverwaltung sieht den Vorteil, der den Schnelltests ihren Namen gegeben hat. © dpa/aerzteblatt.de

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