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Politik

G-BA ermöglicht Impfschutz auch bei Lieferengpässen

Donnerstag, 5. August 2021

/dpa

Berlin – Damit es für gesetzlich Krankenversicherte durch Lieferengpässe bei Impfstoffen nicht zu Ver­sorgungs­problemen kommt, hat der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) seine Schutzimpfungs-Richt­linie verändert.

Neu in der Richtlinie ist nun nach Angaben des G-BA, dass bei einem Lieferengpass in bestimmten Fällen auch Kombinations­impf­stoffe mit einem zusätzlichen Antigen zur Anwendung kommen können. Das gilt auch, wenn die Impfung mit dem zusätzlichen Antigen ansonsten nicht wirtschaftlich wäre.

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Sind künftig also etwa der Impfstoffe gegen Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten (Pertussis), Masern/­Mumps­/­­Rö­teln oder Hepatitis B für Arztpraxen durch einen gemeldeten Lieferengpass nicht verfügbar, kann alternativ auf eine Impfstoffkombination mit einem zusätzlichen Antigen ausgewichen werden, um eine zeitgerechte Impfung zu ermöglichen.

Der STIKO-Empfehlung folgt der G-BA auch in jenen Fällen, bei denen ein Lieferengpass nicht durch einen alternativen Impfstoff aufgefangen werden kann. Kommt es also zu Engpässen beim 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff oder beim adjuvantierten Herpes-zoster-Totimpfstoff (gegen Gürtelrose), sollen Ärzte die Impfungen verschieben und keine alternativen Impfstoffe verwenden.

Die alternative Empfehlung der STIKO bei Lieferengpässen hinsichtlich des Hochdosis-Impfstoffes gegen Grippe kann der G-BA in seiner Richtlinie erst im kommenden Jahr umsetzen. Bis Ende März 2022 be­steht durch eine Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums bereits der Anspruch auf den Einsatz anderer Grippeimpfstoffe, so der G-BA. Tritt die Rechtsverordnung außer Kraft, werde der G-BA die entsprechende STIKO-Empfehlung zur Grippeschutzimpfung im Falle eines Lieferengpasses umset­zen.

Anlass für diese Änderung sind die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI), die für die häufigsten Lieferengpässe bei Standard- und Auf­frischungsimpfun­gen für alle Altersgruppen herausgegeben wurden.

Lieferengpässe bei Impfstoffen werden in Deutschland auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) gelistet. Diese Informationen basieren auf Mitteilungen der pharmazeutischen Unternehmen, die einen Lieferengpass melden, sobald die Auslieferung eines Impfstoffes für mindestens 14 Tage unterbro­chen ist.

Sofern vorhanden, listet das PEI zudem Impfstoffe mit vergleichbarer Antigen-Zusammensetzung auf, die von den Ärzten verwendet werden können. Für die häufigsten beziehungsweise relevantesten Liefereng­pässe greifen zukünftig automatisch die neuen Empfehlungen der STIKO, die vorschlagen, ob und wie alternativ ein Impfschutz sichergestellt werden kann. Ziel ist es, gerade im Säuglings- und Kleinkindalter eine rechtzeitige Immunisierung zu unterstützen. © EB/aerzteblatt.de

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