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Politik

Coronainzidenz steigt früher und schneller als im Sommer 2020

Freitag, 6. August 2021

/violetkaipa, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der Coronainfektionen steigt in diesem Jahr deutlich früher wieder an als im Vorjahr. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Be­troffen seien vor allem jüngere Menschen, zunehmend aber auch die mittlere Altersgruppe.

Das RKI schätzt in dem Bericht die Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder nur einmal gegen das Coronavirus geimpften Bevölkerung weiter als „sehr hoch“ ein. Mittlerweile sei es wieder so, dass die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen könnten.

Zwar sei die Zahl der Infizierten, die stationär in Krankenhäusern behandelt werden müssten, bislang noch gering. Inzwischen gebe es aber auch hier eine Stagnation, wobei der Anteil der jüngeren Patienten zunehme. In den vergangenen vier Meldewochen zeigte sich laut RKI kein Unterschied zwischen Alpha- und Delta-Variante in Hinblick auf den Anteil der Patienten, die ins Krankenhaus kamen.

Das RKI wies darauf hin, dass es auch im Sommer 2020 nach einem zeitweisen Rückgang wieder einen Anstieg der Infektionszahlen gegeben habe. Allerdings sei dies im vergangenen Jahr erst etwa fünf Wo­chen später aufgetreten als jetzt, heißt es in dem Bericht. Während die Inzidenzen 2021 zunächst ab Ende April in allen Altersgruppen gesunken seien, stiegen sie bereits seit Anfang Juli vor allem in der Altersgruppe der zehn- bis 34-Jährigen wieder an.

Inzwischen sei zunehmend auch die Altersgruppe der bis 49-Jährigen betroffen. Die meisten Ansteckun­gen mit 49 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche verzeichnet das RKI für die 20- bis 24-Jährigen. Einstellige Werte werden für die Menschen ab 55 Jahren angegeben, teils zeigen sich aber auch in diesen Gruppen leichte Anstiege. Die Angaben beziehen sich auf die Zeit bis 1. August.

Das RKI rief erneut alle noch nicht geimpften Bürger zum Impfen auf. Der Großteil der seit Februar er­fassten Coronafälle war laut RKI nicht geimpft. Es werde „dringend empfohlen, jetzt die Angebote für die Impfung gegen COVID-19 wahrzunehmen“, wird im Bericht appelliert. Die geschätzte Impfeffektivität gibt das RKI mit circa 88 Prozent für die Menschen zwischen 18 und 59 Jahren an und mit circa 87 Pro­zent für die Gruppe ab 60.

Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz hat sich innerhalb eines Monats etwa vervierfacht. Nach Angaben des RKI von heute Morgen lag sie bei 20,4 – am Vortag hatte der Wert 19,4 betragen, beim jüngsten Tiefst­stand am 6. Juli 4,9. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Coronaeinschränkun­gen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun wei­tere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten binnen eines Tages 3.448 Coronaneuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2.454 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 24 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 30 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.784.433 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.662.700 an. Die der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.754. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #833365
HartmutSteeb
am Samstag, 7. August 2021, 17:40

Gesundheitsämter

"Mittlerweile sei es wieder so, dass die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen könnten." heißt es im Bericht. Aber wann konnten die das eigentlich? M.W. noch nie. Ich habe noch im Kopf, dass maximal 1/6 der Nachverfolgungen zu einem brauchbaren Ergebnis geführt habe. War das jemals anders?
Ein Unternehmen, dass nur 1/6 des Ziels erreichen kann, gibt auf. Es macht also wohl gar keinen Sinn, diese Nachverfolgung weiter zu verfolgen, wenn 5/6 doch nicht erreicht werden können.
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