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Bundesweite Demonstrationen für die Seenotrettung

Montag, 9. August 2021

/picture alliance, Bodo Marks

Berlin – In mehr als 15 Städten haben am Wochenende bundesweit Menschen für die Seenotrettung im Mittelmeer demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich bei den Protesten am meh­rere tausend Teilnehmer. „Wir wollen uns nicht an das Sterben im Mittelmeer gewöhnen“, erklärte Mariella Hettich von der Organisation Seebrücke, die die Demos mitinitiiert hatte.

Demonstriert wurde unter anderem in Aachen, Berlin, Braunschweig, Dresden, Freiburg, Karlsruhe, Köln und München. Zum Abschluss des Aktionstags gab es gestern in Hamburg einen weiteren Protestzug. Die Polizei dort sprach von etwa 800 Teilnehmern.

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Die europäischen Staaten müssten endlich die Festsetzung der zivilen Seenotrettungsschiffe beenden und ein europäisches Seenotrettungsprogramm etablieren, forderte Hettich.

Zu den Demonstrationen aufgerufen hatte ein Bündnis aus Seenotrettungs- und Geflüchtetenorganisa­tionen. Dazu zählten Sea-Watch, Sea Eye, SOS Méditerranée, Mare Liberum, United4Rescue, Amnesty International, Oxfam, Ärzte ohne Grenzen und Pro Asyl. Die Demonstrationen standen unter dem Motto „Seenotrettung ist unverhandelbar“.

Die Organisationen verweisen darauf, dass allein in diesem Jahr bereits mehr als 1.100 Menschen im Mittelmeer ertrunken seien. Mehr als 14.000 Menschen seien völkerrechtswidrig „von der sogenannten libyschen Küstenwache zurück nach Libyen gebracht“ worden. Dort drohten den geflüchteten Menschen Folter und schwerste Menschenrechtsverletzungen.

Zuletzt mussten die Seenotretter-Crew der „Ocean Viking“ tagelang warten, bis ihr Italien am Wochen­ende einen sicheren Hafen zuwies. Das Schiff traf dann am Wochenende mit rund 550 geretteten Men­schen an Bord in Pozzallo im Südosten der italienischen Insel ein, wie eine Sprecherin der Organisation SOS Méditerranée mitteilte. Das Schiff „Sea-Watch 3“ des Vereins Sea-Watch mit knapp 260 Menschen an Bord erreichte vorgestern Morgen den Hafen von Trapani an der Westküste Siziliens.

Beide Schiffe hatten die Menschen in jeweils mehreren Einsätzen in den vergangenen Wochen aus Seenot gerettet. Die Migranten waren in teils überfüllten Booten unterwegs von Nordafrika in Richtung EU. Die meisten Menschen legen von den Küsten Libyens oder Tunesiens ab, geraten bei der gefährlichen Überfahrt allerdings immer wieder in Seenot.

Die Küstenwache hatte in den vergangene Tagen mehrmals Menschen wegen ihres schlechten Gesund­heitszustandes von Bord der „Ocean Viking“ geholt. Viele waren seekrank oder erschöpft, zuletzt gingen auch Medikamente zur Neige, wie die Crew berichtete. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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