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Medizin

Kein Beleg für Nutzen von Parasitenmedikament Ivermectin bei COVID-19

Donnerstag, 12. August 2021

/Ale, stock.adobe.com

Würzburg/Freiburg – Der Wirkstoff Ivermectin wird seit Jahrzehnten erfolgreich gegen Parasiten bei Mensch und Tier eingesetzt. Es steht seit langem auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und brachte seinen Entwicklern 2015 den Medizin-Nobelpreis ein.

Eine Evidenz dafür, dass er auch bei COVID-19 helfen könnte, gibt es aber nicht. Das berichten Würz­burger Wissenschaftler nach einer systematischen Literaturrecherche in einem neuen Cochrane-Report (DOI: 10.1002/14651858.CD015017.pub2).

Die Autoren um Maria Popp und Stephanie Weibel von der Klinik für Anästhesiologie am Universitätskli­ni­kum Würzburg suchten systematisch nach randomisierten kontrollierten Studien, die den Einfluss einer Ivermectin-Behandlung auf Sterblichkeit und Schwere der Erkrankung oder die Länge des Krankenhaus­aufenthaltes oder eine eventuelle vorbeugende Wirkung von Ivermectin untersuchen.

Zudem werteten sie Studiendaten zu unerwünschten Nebenwirkungen aus. Studien mit hohem Ver­zerrungspotential gingen nicht in die Auswertung ein. Die Arbeitsgruppe konnte so 14 Studien, die den vorher festgelegten Kriterien entsprachen, in den Review einschließen. Sie umfassten 1.678 Teilnehmer. Stand der Studiensuche war der 26. Mai 2021.

Verglichen mit Placebo oder einer Standardbehandlung zeigte Ivermectin weder bezüglich des Sterbe­risikos noch des klinischen Zustands von COVID-19 Patienten einen Vorteil. Auch zu einer vorbeugenden Wirkung von Ivermectin nach einem möglichen Kontakt mit dem Virus lassen sich laut der Studienanaly­se keine Aussagen machen.

Allerdings ist die Vertrauenswürdigkeit der vorhandenen Evidenz niedrig bis sehr niedrig. „Grund für den Mangel an hochwertiger Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ivermectin ist ein Studienpool, der hauptsächlich aus kleinen, unzureichend gepowerten randomisierten kontrollierten Studien mit Mängeln in Bezug auf Studiendesign, Durchführung und Berichterstattung besteht“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Eine sicherere Einschätzung der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Ivermectin gegen COVID-19 sei daher erst möglich, wenn derzeit noch laufende größere Studien abgeschlossen seien, so die Autorinnen und Autoren. Sie betonen aber zugleich: „Die aktuelle Evidenz rechtfertigt keine Verwendung von Iverme­ctin zur Behandlung oder Prävention von COVID-19.“ © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #967330
matfax
am Mittwoch, 8. September 2021, 18:32

Stellungnahme zum Review von anderen WHO/Cochrane-Autoren

Hier ist die Stellungnahme von Bryant und Kollegen, die selbst eine Review nach der Cochrane-Methodik veröffentlicht haben. Es macht klar, wie umfangreich und unnötig die Daten vom Würzburger-Team zerpflückt wurden, sodass eine Aussagekraft nicht mehr möglich war.

So wurden z.B. für Prophylaxe-Patienten statt der Infektion als Endpunkt der statistisch viel schwieriger zu erreichende Endpunkt der Letalität herausgepflückt, ohne den anderen Endpunkt zu erwähnen. Aus welchem Grund ist das Infektionsrisiko für eine Behandlung nicht wichtig? Das einzige, das durch so eine Selektion erreicht wird, ist die künstliche Beschränkung der statistischen Aussagekraft.

Des weiteren wurden Subgruppen künstlich aufgesplittet, was die statistischen Hürden unnötig erhöht, z.B. in ambulante Patienten unterschiedlicher Klassen, als ließen sich ambulante Patienten nicht allgemein bewerten.

PCR-Ergebnisse wurden komplett ignoriert, insofern sie nicht am Tag 14 getroffen wurden. Mir persönlich ist das ein Rätsel, da Prof. Schwartz in seiner Zellviabilitätstudie zeigte, dass ein Endpunkt von 10+ Tagen keinen Sinn macht, da zu diesem Zeitpunkt auch in den unbehandelten Kontrollgruppen die Virenlast schon abgesunken ist. 5-7 Tage wären viel sinnvoller, wurden von Popp und Kollegen aber ignoriert. Statt dessen wählten sie scheinbar willkürlich Tag 14, wofür natürlich keine Daten aufzufinden sind, da kein vernünftiges Studiendesign am Tag 14 die Virenlast bestimmt, weil das wenn dann der Zeitpunkt der Hospitalisierung wäre, wo andere Endpunkte gelten.

Ineffektiv behandelte (plus Standard-of-Care statt ausschließlich SoC behandelte) Kontrollgruppen wurden ebenfalls ausgenommen, genauso wie die Daten aus Preprints.

Die erwähnten und weitere Punkte sind unter dem folgenden Link veröffentlicht. Meine Einschätzung zur Inkompetenz des Würzburger Teams (anhand der Pressekommentare) hat sich aus meiner Sicht bestätigt.

https://osf.io/peqcj/
Avatar #967330
matfax
am Freitag, 3. September 2021, 17:02

Quelle zum R&R-Modell

Der Link zur Quelle wurde nicht richtig übermittelt. Hier nochmal der Link zur Ergänzung:
https://doi.org/10.1002/cpt.1909
Avatar #967330
matfax
am Freitag, 3. September 2021, 16:59

Irreführender Behauptungen zur Pharmakokinetik

In den Kommentaren wurde die Behauptung wiederholt, dass die in vitro IC50 toxisch wären. Zum einen basiert der in vitro IC50, auf den verwiesen wird, auf einem Modell mit Verozellen. Diese Zelllinie hat sich zur Wirkstoffforschung als ungeeignet herausgestellt, humane Lungenzellen zeigen i.d.R. deutlich niedrigere IC50.

https://doi.org/10.1038/s41598-021-84882-7

Zitat:
"Monkey-derived Vero cells are highly [susceptible] to infection with SARS-CoV-2, although they are not suitable for the study of antiviral effects by small molecules due to their limited capacity to metabolize drugs compared to human-derived cells."

Zum anderen ist die Spekulation seitens der Autoren von einem vereinfachten mPBPK-Modell abgeleitet, dass sich für Wirkstoffe wie Ivermectin nicht eignet, da sie eine grenzwertig hohe Plasma-Proteininteraktion aufweisen und dadurch den gebundenen Wirkstofftransport nicht repräsentieren. Ein Rodgers und Rowland-Modell eignet sich grundsätzlich besser. Eine unabhängige Studie hat dieses Modell auf sämtliche Wirkstoff-Kandidaten für die COVID-19-Therapie angewendet und kommt zum Ergebnis, dass mehr als ausreichende Konzentrationen in allen relevanten Geweben erreicht werden, wenn die empfohlene Menge von 200mcg/kg oral verabreicht wird. Und dabei beziehen sich die Autoren immer noch auf die pessimistischen IC50, die die immunmodulierenden und entzündungshemmenden Mechanismen von Ivermectin gar nicht wiederspiegeln können, sondern ausschließlich die virustatischen Mechanismen und das auch nicht präzise, da Ivermectin als Small Molecule zu klassifizieren ist, genauso wie Remdesivir. Tatsächlich sollte die Wirksamkeit also sogar noch höher sein als durch diese Modelle geschätzt.

In keinem Fall sind die wirksamen Konzentrationen also als toxisch zu bewerten. Das war eine vorläufige hypothetische Annahme, die später wiederlegt worden ist.

Quelle für das R&R-Modell zu Ivermectin:
In den Kommentaren wurde die Behauptung wiederholt, dass die in vit
Avatar #745246
Andre B.
am Montag, 30. August 2021, 23:05

@Staphylococcus rex - Beleidigungen retten keine Leben

Ihre Berechnungen in allen Ehren, aber ich habe mit keinem Wort von einer Übetragbarkeit der im in-vitro Versuch verwendeten Dosierung am Menschen gesprochen. Die zitierte Studie sollte zudem nur verdeutlichen, dass nicht wie von Julius Senegal suggeriert, es nur eine "theoretische" antivirale Wirksamkeit von Ivermectin festzustellen ist, sondern diese bereits mehrfach und auch an anderer Stelle in ganz unterschiedlichen Dosierungen in vitro nachgewiesen wurde.

Die bereits als WIRKSAM und SICHER geltenden Dosierungempfehlungen der FLCCC (FRONT LINE COVID-19 CRITICAL CARE ALLIANCE) für Ivermectin zur Anwendung am Menschen lauten wie folgt:

PROPHYLAXE-PROTOKOL: Lvermectin-Prophylaxe für Risikopersonen 0,2 mg/kg pro Dosis (Einnahme während einer Mahlzeit) - eine Dosis heute, 2. Dosis nach 48 Stunden, dann eine Dosis wöchentlich

FRÜHES AMBUL ANTES PROTOKOLL3lvermectin1 0,2–0,4 mg/kg je Dosis (im Rahmen einer Mahlzeit einnehmen) — eine Dosis täglich, über 5 Tage bzw. bis zur Genesung* Oberen Dosierungsbereich anwenden, wenn: 1) in Regionen mit aggressiveren Varianten; 2) Beginn der Behandlung an oder nach Tag 5 der Symptome oder in der pulmonalen Phase; oder 3) mehrere Komorbiditäten/Risikofaktoren.

Des Weiteren hat erst vor wenigen Tagen der Präsident der Ärztegewerkschaft in Tokio (Dr. Haruo Ozaki), einen landesweiten Einsatz des Medikaments im Kampf gegen die steigende Zahl von Corona-Infektionen gefordert. (1,2) Auch Prof. Dr. Kazuhiro Nagao (Ärztlicher Direktor der Nagao Clinic) sagte im japanischen Fernsehen, dass er Ivermectin als Frühbehandlung bei über 500 Covid-Patienten mit einer Erfolgsquote von praktisch 100 % eingesetzt hat. Er plädiert ebenfalls für eine landesweite Anwendung von Ivermectin. (3)

(1) >>> https://twitter.com/brenontheroad/status/1429624844379824129
(2) >>> https://www.nikkei.com/article/DGXZQOFB25AAL0V20C21A1000000/
(3) >>> https://twitter.com/brenontheroad/status/1431112472958685186

Bei Bedarf empfehle ich Ihnen außerdem, sich dahingehend mit den Kollegen vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München in Verbindung zu setzen, die bereits schon seit meheren Montaten auf die Anwendung von Ivermectin vertrauen.

>>> https://www.ardmediathek.de/video/abendschau/hoffnungsschimmer-aus-muenchen/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzcxZDNjMGM2LWU2YmItNDYxYS1hMzE3LWU1ZWYyMGU3Mjc0Nw/
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 29. August 2021, 21:40

Verstehendes Lesen - Konzentrationen

Mein Vorredner Julius Senegal hatte bereits darauf hingewiesen, dass, bei Ivermectin die antiviral wirksamen Konzentrationen wesentlich höher sind als die bei regulärer Anwendung erreichbaren Plasmaspiegel. Nehmen wir für die in vitro Wirksamkeit gegen Covid eine Konzentration von 5 µM, wie von Andre B. in seiner 2. Quelle zitiert.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354220302011?via%3Dihub

Dem gegenüber stehen die maximalen Plasmaspiegel, wie sie z.B. bei der Bekämpfung der Flussblindheit erreicht werden, von 52 ng/ml.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8839664/
Bei einer Molaren Masse von 857,1 kann man Massenkonzentration in molare Konzentration umrechnen, ein Wert von 52 ng/ml entspricht einem Wert von 0,06 µM. Im Vergleich zu den o.g. in vitro-Daten ist dies ca. 1/100.

Zu dieser Aussage kann man auch auf anderem Wege kommen, in der 3. von Andre B. zitierten Quelle steht am Ende der Schlussfolgerungen:
https://www.nature.com/articles/s41429-020-0336-z
„The blood levels of ivermectin at safe therapeutic doses are in the 20–80 ng/ml range [44], while the activity against SARS-CoV2 in cell culture is in the microgram range. Ivermectin is administered orally or topically. If safe formulations or analogs can be derived that can be administered to achieve therapeutic concentrations, ivermectin could be useful as a broad-spectrum antiviral agent.“

Wenn die erforderliche Konzentration im in-vitro System für eine antivirale Wirksamkeit etwa das 100-fache der bei regulärer Dosierung in vivo erreichbaren Plasmapikwerte beträgt, dann haben wir für die praktische Anwendung ein Problem. Aber offensichtlich interessieren sich die Leerdenker hier nicht für das „Kleingedruckte“.
Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 27. August 2021, 14:16

@Julian Senegal - Unwissenschaftliche und teilweise frei erfundene Darstellungen

Der antivirale Wirkungsmechanismus von Ivermectin ist bei weitem und schon lange KEIN theroretischer Ansatz mehr, sondern evidente Wissenschaft! (1), (2)

In einer In-vitro-Studie wurden Vero/hSLAM-Zellen, die mit dem SARS-CoV-2- oder COVID-19-Virus infiziert waren, 48 Stunden lang mit 5 µM Ivermectin behandelt, und es wurde eine 5000-fache Reduzierung der viralen RNA im Vergleich zur Kontrolle festgestellt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung mit Ivermectin fast alle Viruspartikel innerhalb von 48 Stunden effektiv abtötet. (3) Die zur Therapie beim Menschen angewendeten Dosierungen liegen dagegen um vielfaches höher! (4) Des Weiteren konnten ähnliche antivirale Wirkungen beireits auch für das Zika-Virus, Dengue-Virus, Gelbfieber-Virus (YFV) und West-Nil-Virus (WNV) nachgewiesen werden. (3)

(1) >>> https://www.nature.com/articles/s41429-021-00430-5
(2) >>> https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354220302011?via%3Dihub
(3) >>> https://www.nature.com/articles/s41429-020-0336-z
(4) >>> https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/12/FLCCC_Alliance-I-MASKplus-Protocol-DEUTSCH.pdf

"Desweiteren leiden die Pro-Ivermectin-"Studien" meistens an einem üblem Design und Methologie, das hat ja Cochrane auch gezeigt."

Wie einige der Mitkommentatoren und auch ich schon ausführlich erläutert hatten, so trifft Ihre Bezeichnung "...üblem Design und Methologie..." im großen und ganzen besonders auf die bei Cochrane veröffentlichte Publikation zu. >>> https://www.aerzteblatt.de/forum/143526#entry143526 & https://www.aerzteblatt.de/forum/143527#entry143527

Wie kommen Sie außerdem dazu, einen Pre-Print als eine "der besten Pro-Studien" zu definieren? Ihre Aussagen zur BiRD-Gruppe sind zudem schlicht haltlos und als rein persönliche Meinungsbekundung Ihrerseits zu bewerten. Der von Ihnen angepriesene Artikel bei der amreikanischen Version von "Psiram" aka "sciencebasedmedicine.org" überzeugt hautpsächlich nur durch die Diffamiertung von Einzelpersonen und blendet einen Großteil der dazu existierenden Studienlage einfach aus.
Avatar #772524
Julius Senegal
am Donnerstag, 26. August 2021, 09:04

Viel Falschspiel mit Ivermectin-Apologeten

Bei Ivermectin mag es zwar theoretisch einen Wirkmechanismus auf das Virus geben. Jedoch hatte man bei in-vitro-Versuchen derartig hohe Mengen reingeschüttet, dass man diese gar nicht auf dem Menschen übertragen kann, ohne schwerste Toxizitäten zu erzeugen.

Desweiteren leiden die Pro-Ivermectin-"Studien" meistens an einem üblem Design und Methologie, das hat ja Cochrane auch gezeigt.

Eine der besten Pro-Studien wurde übrigens wieder zurückgezogen, wegen Fälschungen: https://www.theguardian.com/science/2021/jul/16/huge-study-supporting-ivermectin-as-covid-treatment-withdrawn-over-ethical-concerns

Apologeten wie die BIRD-Gruppe interessiert das natürlich weniger, sie möchten auf Teufel komm raus das Zeug tatsächlich verticken, also wird Schrott nach Schrott publiziert.

Auch lesenswert - eine Serie über die betrügerischen Hintergründe dieser Ivermectin-Apologeten:
https://sciencebasedmedicine.org/?s=Ivermectin+&category_name=&submit=Search
Avatar #967323
R. Engisch
am Sonntag, 15. August 2021, 12:11

Es bleibt umstritten

Zu ganz anderen Ergebnissen kommt eine „real time“ Metaanalyse von aktuell 63 Studien [1].
Eine 03/21 im JAMA erschienene Studie [2] kommt zu dem Ergebnis, dass Ivermectin keinen relevanten Nutzen bei der Behandlung von „mildem“ COVID bringt. Ein offener Brief, von bereits mehr als 170 Ärzten unterschrieben, weist allerdings auf entscheidende Fehler im Design dieser Studie hin [3], und ein Review in einem Nature Journal zeigt zahlreiche Wirkmechanismen von Ivermectin gegen SARS-CoV-2 auf [4].
Mir ist keine Studie bekannt, die einen negativen Effect der Behandlung von COVID mit Ivermectin zeigen konnte.

Es bleibt also weiterhin eine Frage, welchen Quellen man vertraut, wenn es um den Nutzen von Ivermectin für die Prävention und Behandlung von COVID geht.
Ob es mit wirtschaftlichen oder politischen Interessen zu tun hat, dass die EMA so weit geht, vom Einsatz dieses (nebenwirkungsarmen, preiswerten, nicht patentgeschützten) Medikaments ausserhalb kontrollierter Studien abzuraten [5], darüber kann man natürlich nur spekulieren.

[1] https://ivmmeta.com
[2] https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2777389
[3] https://jamaletter.com
[4] https://www.nature.com/articles/s41429-021-00430-5
[5] https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-advises-against-use-ivermectin-prevention-treatment-covid-19-outside-randomised-clinical-trials
Avatar #967330
matfax
am Samstag, 14. August 2021, 14:54

Fehlendes pharmakokinetisches Verständnis

Die Aussage, dass die Konzentrationen toxisch sein müssten, zeigt mir, dass etwas beim Verständnis der in vitro Studie grundsätzlich schief gelaufen sein muss. Zum einen verwendet die Studie eine Verozelllinie, was aus heutiger Sicht ungeeignet ist, da es nicht zur Wirkstoffforschung geeignet ist. Humane Lungenzellen wären besser geeignet und zeigen i.d.R. bessere Resultate mit niedrigeren IC50. Zum anderen vergleichen die Autoren die IC50-Werte mit den Resultaten eines mPBPK-Modells, das die Pharmakokinetik übersimplifiziert für einen pharmakokinetisch unkonventionellen Wirkstoff mit langen Halbwertszeiten und einer hohen Plasma-Protein-Interaktion. Genau das ist das Problem dieses Modells. Nur weil eine hohe Interaktion statt findet, übersetzt es sich dadurch nicht unbedingt in die Übertragung des Wirkstoffes in die Gewebeschichten. Andere Modelle sind da fortgeschrittener, z.B. das Rodgers&Rowland-Modell, das später in einem Review sämtlicher für Covid-19 vorgeschlagener Wirkstoffe mehr als ausreichende Konzentrationen für Ivermectin in allen Geweben vorhersehen konnte, wobei sich die Autoren immer noch auf die Vero-IC50 beziehen mussten, die aller Wahrscheinlichkeit zu hoch geschätzt sind. Tatsächlich ist also eine stärkere Wirksamkeit wahrscheinlich, was aber von den Varianten wahrscheinlich wieder mehr als nur kompensiert wird, in Anbetracht der teilweise langen Verzögerung bis zum Therapiebeginn nach der Ansteckung.

Nur mit dem Wissen um die drei Studien zu der Pharmakologie von Ivermectin und der Pathologie von COVID-19 und den Zelllinien schließt sich eine solche Aussage eigentlich aus, dass wirksame Konzentrationen toxisch sein müssten. Entweder wurde also kein ordentliches Rechercheverfahren durchgeführt, das auch in vitro Studien betrifft und nicht nur RCTs, oder den Autoren waren die späteren Studien zu dem Thema bekannt, wurden aber bewusst ignoriert. Das beschränkt mein Vertrauen in deren Reviewverfahren zu Ivermectin-RCTs deutlich.
Avatar #967330
matfax
am Samstag, 14. August 2021, 14:32

Befangenheit bei der Autorenwahl

Ursprünglich sollte die Studie von Tess Lawrie und Andrew Hill verfasst werden. Kurz vor der Veröffentlichung wurde Andrew Hill laut Lawrie aber von Cochrane aufgefordert, seine Schlussfolgerung zu verändern, dass trotz der Effektivität von Ivermectin noch großangelegte klinische Studien notwendig wären. Lawrie war mit dieser von Cochrane vorgegebenen Schlussfolgerung nicht einverstanden und daraufhin lehnte Cochrane ab, vergab den Auftrag neu an das Würzburger Team. Wenn man bedenkt, dass die Narrative hier schon vorgegeben war, wäre es naiv anzunehmen, dass dies nicht die Auswahl der neuen Autoren beeinflusst hat.

Andrew Hill, ein unabhängiger WHO-Berater, hat mittlerweile seine Review separat veröffentlicht. Es zeigt die Effektivität von Ivermectin. Lawrie hat in Zusammenarbeit mit Andrew Bryant ebenfalls eine Review veröffentlicht. Es basiert ebenfalls auf der Cochrane-Methodik und zeigt die Effektivität von Ivermectin. Im Gegensatz zu dem Würzburger Review wurde eine ordentliche Risk of Bias Analyse vorgenommen, um das Fehlen der Risiken objektiv zu zeigen und nicht durch eine subjektive, aus meiner Sicht relativ willkürliche Studienselektion zu beeinflussen, die die statistische Aussagekraft natürlich einschränkt.

Meine Meinung zu den Autoren der Studie habe ich mir besonders durch deren Aussagen gegenüber der Presse, z.B. der Süddeutschen, gebildet. Die Autoren behaupten z.B. dass die Lopez-Medina-Studie in JAMA eine der besten Studien wären. Es handelt sich bei der Studie aber um eine sehr fehlerbehaftete Studie im Design, aber auch bei der Durchführung, z.B. durch die Verwechslung von Placebos und Wirkstoff, was die Studie am Ende unterpowert und eine statistische Aussage verhindert, da keine Neubewertung nach der Protokollveränderung durchgeführt wurde, und das ist nur eines von vielen Mängeln.

Die Würzburger Autoren machten auch die Aussage, dass wirksame Konzentrationen toxisch sein müssten, was die Evidenzbasis falsch widerspiegelt.
Avatar #967200
Ivermecman
am Freitag, 13. August 2021, 00:12

Das muss man wissen Teil 2

Die Studien sind zu groß, teuer und ressourcenintensiv – auch hier sieht man die Navität der Kritiker, die Leute sind schlecht informiert haben aber ein Urteil.

Ivermectin war maßgeblich an der Kehrtwende von Uttar Pradesh (230 Millionen Menschen) gegen die Delta-Variante beteiligt. Es war überall in der Presse in Indien, aber hier wurden diese Erfolge in den Medien ignoriert. Die Weltgesundheitsorganisation feierte die Bemühungen sogar, räumte jedoch nicht öffentlich ein, dass Ivermectin in den kleinen Heim-Kits enthalten war, die Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitswesens an unter Quarantäne gestellte COVID-19-Patienten im ganzen Staat gaben. Im April wurde Uttar Pradesh durch den Anstieg der Delta-Variante niedergeschlagen, gemessen an der Anzahl der täglichen COVID-19-Fälle. Bis zum 25. April gab es 35.311 neue Fälle pro Tag. Die Bemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit waren jedoch im Gange, und bis zum 2. Juni war der Zustand auf 1.221 Fälle pro Tag gesunken. Schneller Vorlauf zum 22. Juli, und die tägliche Fallzahl lag bei 52.

Es gibt 60 Studien und Dutzende weitere im Gange, während mehrere Nationen das Medikament bereits zur Verwendung zugelassen haben. Zu diesen Ländern gehören Indonesien, Südafrika, Simbabwe und die Slowakei. Wie bereits erwähnt, hat die US-Regierung zusammen mit United Health Care (Covid-Out) und der University of Oxford in große klinische Phase-3-Studien investiert. Die McMaster University studiert auch Ivermectin, ebenso wie das französische Unternehmen Medincell, das zuvor von der Gates Foundation finanziert wurde. Warum sollte dieses börsennotierte Unternehmen ein Ivermectin-Produkt vermarkten, das sich bereits der Phase 3 nähert, wenn es keine wissenschaftlichen Beweise gibt?“
Avatar #967200
Ivermecman
am Freitag, 13. August 2021, 00:09

Das muss man wissen

Erklärung der FLCCC Alliance zu den unregelmäßigen Maßnahmen von Gesundheitsbehörden und der weit verbreiteten Desinformationskampagne gegen Ivermectin:

https://covid19criticalcare.com/de/Videos-und-drücken/flccc-veröffentlicht/Erklärung-der-Allianz-flccc-zu-den-irregulären-Handlungen-der-öffentlichen-Gesundheitsbehörden-und-der-weit-verbreiteten-Desinformationskampagne-gegen-Ivermectin/

In einigen deutschen Kliniken wird Ivermectin schon eingesetzt, man hält sich nicht an den Empfehlungen der WHO:

https://www.tvbayernlive.de/mediathek/video/foerdergelder-fuer-corona-therapeutikum-ivermectin?fbclid=IwAR2uIzP4xn6S2SZRhGfF-AcvtitOTVNaX4awz8kjObETDhiuu-xDU9JrM1k

Wichtige Informationsbrochüre zu Ivermectin von der Flccc Aliance und Diagramme die Aufzeigen wie Ivermectin die Sterberate in Länder wie Peru:

https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2021/01/FLCCC-Kory-Lecture-on-Ivermectin-YPO-Gold-SCalifornia-Jan.27.2021.pdf

Über Ivermectin wird immer wieder behauptet : „Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Beweise.“ Dies ist aus folgenden Gründen eine unglaubwürdige Aussage. Die US-Regierung gibt etwa 150 Millionen US-Dollar für eine große Phase-3-Studie mit Ivermectin (ACTIV-6) aus; einer der größten Krankenversicherer der USA, UnitedHealthcare, hat die zweitgrößte Phase-3-Studie zu Ivermectin in Amerika gesponsert; die Universität Oxford nimmt Ivermectin in die prestigeträchtige PRINCIPLE-Studie auf, und zahlreiche nationale Gesundheitsbehörden, von Malaysia über die Philippinen bis hin zu Indonesien, sponsern große Phase-3-Studien mit Ivermectin oder planen dies. Dies würde nicht passieren, wenn es „keine Beweise mit wissenschaftlicher Gültigkeit“ gäbe und daher hat diese realitätsferne Behauptung keine Basis.. Ehrlich gesagt geht kein Medikament in Phase 3, es sei denn, es liegen stichhaltige Beweise vor. Die Studien sind zu groß, teuer und ressourcenintensiv – auch hier sieht man die Navität der Kritiker, die Leute sind schlecht inform
Avatar #967200
Ivermecman
am Donnerstag, 12. August 2021, 23:31

Cochrane erhält Zuwendungen von der Melinda Gates Stiftung

https://www.cochrane.org/news/cochrane-announces-support-new-donor
Avatar #967200
Ivermecman
am Donnerstag, 12. August 2021, 23:28

Hintergründe zu Cochrane

Interessant ist, dass Dr. Peter Gotzsche, Mitbegründer der Nordic Cochrane Collaboration, 2018 rausgeschmissen wurde, weil er den neuen Vorstand beschuldigt hat, Gelder aus verschiedenen Branchen anzunehmen. Anscheinend ist Cochrane keine unvoreingenommene Quelle für medizinische Bewertungen mehr.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/168040/Pharmakritik-Systematische-Manipulationen?fbclid=IwAR2ZkAw2JijicZ2yjYJ7L5QnBPxS-FGqu0YdqEuzX40tU_uc9IyD9IYmffo

“Der Titel des Buches wird nicht jedem gefallen, er ist provokant und polarisierend, so wie das Buch. Gøtzsche – Internist, Professor am Rigshospitalet in Kopenhagen und Direktor des Nordic Cochrane Centre – ist der Ansicht, dass die Pharmaindustrie und die Hersteller von Medizinprodukten alle kommerziell relevanten Bereiche in Wissenschaft und Gesundheitswesen systematisch korrumpiert haben: Angefangen bei der Konzeptionierung und Interpretation von Studien, über die ausschließliche Publikation der positiven Ergebnisse bis hin zur Einflussnahme auf Autoren, Meinungsbildner, Fachzeitschriften, Zulassungsbehörden, Universitäten und Patientenselbsthilfegruppen.“

D
Avatar #967200
Ivermecman
am Donnerstag, 12. August 2021, 23:19

Falsche Überschrift

Die Forscher in Würzburg haben keine wissenschaftliche Untersuchung unternommen oder das Medikament auf Wirksamkeit untersucht, sondern man hat Studien ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen dass diese methodische Mängel haben und ein eindeutigen Befunden nicht zulassen über die Wirksamkeit von Ivermectin. Dort steht :“Die bisher zu Ivermectin durchgeführten Studien hatten vergleichsweise wenige Teilnehmer. Darüber hinaus waren sie von eingeschränkter Qualität in Bezug auf Studiendesign, Durchführung und Berichterstattung",.Also hier steht ganz deutlich worum es eigentlich geht nämlich um die Beurteilung und Auswertung von (schlecht gemachten) Studien, das ist aber kein Beleg für die nicht-Wirksamkeit von Ivermectin. Wenn die Studien schlecht gemacht sind kann ich auch keine Ausage über die (Un)Wirksamkeit eines Präparates geben. Und eine wissenschaftlich fundierte Gegenthese oder Beweis warum Ivermectin im Körper keine antivirale Wirkung entfalten kann und nicht zur Genesung des Patient beitragen kann , keinen Einfluss hat auf den Krankheitsverlauf bei Covid19 steht da auch nicht. Ein sehr tendenziöser Artikel sieht man an den letzten Abschnitt“Paul Garner, koordinierender Editor der Cochrane Infectious Disease Group, freut sich über die vorgelegten Ergebnisse des Forscher-Teams: "Dies ist ein großartiger Review von einem hocherfahrenen Team". Der Hype um Ivermectin wird seinen Worten nach durch einige Studien vorangetrieben, in denen die Effektstärke des Medikaments nicht glaubwürdig sei.“ Wenn Ivermectin nur auf einen Hype aufbaut wie erklärt er sich dann die tatsächlichen medizinischen Erfolge mit dem Präparat in anderen Ländern die man vor Ort an den Patienten erzielt hat? Ist das auch nur ein Hype oder Glück oder Placebo Effekt? Warum hat man einfach Ivermectin jetzt in die Phase drei hinein genommen für die Zulassung als Medikament gegen COVID-19 in den USA? Das würde man doch nicht tun wenn da keine Evidenz ist ,zumindestens müsste eine gewisse Substanz
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