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Politik

Lymphödem: Drei nicht medikamentöse Verfahren versprechen Linderung

Freitag, 13. August 2021

/picture alliance / PantherMedia, Robert Przybysz

Köln – Patienten, die an einem Lymphödem leiden, könnten durch drei nicht medikamentöse Verfahren Linderung erfahren. Das geht aus einem vorläufigen HTA-Bericht des Instituts für Qualität und Wirt­schaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervor.

Den Bericht haben Wissenschaftler des Instituts für Evidenz in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg verfasst, die im Auftrag des IQWiG die Wirksamkeit nicht medikamentöse Verfahren bei fortge­schrittenen Lymphödemen untersuchen.

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Den Autoren zufolge treten Lymphödeme am häufigsten bei Frauen auf, die wegen einer Brustkrebs­er­krankung operiert oder bestrahlt worden sind. Doch auch Menschen, die wegen einer anderen Krebsart operiert worden sind, können hiervon betroffen sein.

Sehr selten tritt ein Lymphödem aufgrund von anderen Ursachen auf. Für ihre vorläufige Nutzenbewer­tung haben die Freiburger Wissenschaftler 23 geeignete Studien identifiziert. In 20 davon litten die Betroffenen an Brustkrebs.

Die in den Studien untersuchten Verfahren zur Linderung von Lymphödemen waren manuelle Lymph­drainage, Kompressionsbehandlung, Heimprogramme, Sport- oder Bewegungstherapie, diverse Kompo­nenten der komplexen physikalischen Entstauungstherapie, Kinesiotapes, intermittierende pneuma­tische Kompression, vaskularisierter Lymphknotentransfer, Lasertherapie, Akupunktur, Thermotherapie und Eigenbluttherapie. In den meisten Studien wurden dabei neben der Prüf- und Vergleichsintervention auch Co-Interventionen durchgeführt.

Aus den recherchierten Studien konnten die Freiburger Forscher für drei Maßnahmen Anhaltspunkte für einen Vorteil im Hinblick auf einzelne patientenrelevante Endpunkte ableiten: Kompressionstherapie, Heimprogramme und den vaskularisierten Lymphknotentransfer.

Dem Bericht zufolge erfuhren die Betroffenen beispielsweise Linderung durch einen Rückgang der Schwellung, durch geringere stauungsbedingte Schmerzen und/oder funktionelle Verbesserungen im Bereich der Extremitäten.

Allerdings war es den Autoren nicht möglich, eine abschließende umfassende Nutzen-Schaden-Abwä­gung für die genannten Maßnahmen zu treffen. Grund: Mit Ausnahme der Studie zum vaskularisierten Lymphknotentransfer fanden sie keine verwertbaren Daten zu unerwünschten Ereignissen.

Zudem sei die Aussagekraft der Studien sehr unsicher wegen des hohen Verzerrungspotentials, der kleinen Studiengrößen und der Heterogenität der Studien, so die Autoren.

Das IQWiG bittet zu dem nun vorliegenden vorläufigen HTA-Bericht interessierte Personen, Institutionen und (Fach-)Gesellschaften um Stellungnahmen – und zwar bis zum bis zum 9. September. Die Ergebnisse aus der Anhörung können zu Änderungen und/oder Ergänzungen des vorläufigen HTA-Berichts führen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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