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Vorfall in Impfzentrum: Anwalt widerspricht Aussagen zu Fall in Friesland

Freitag, 13. August 2021

/dpa, Mohssen Assanimoghaddam

Jever – Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland hat der Anwalt der beschuldigten Krankenschwester früheren Angaben der Polizei und des Kreises widersprochen. Es sei unzutreffend, dass seine Mandantin bei dem Vorfall im April sechs Spritzen allein mit einer Kochsalz­lösung aufgezogen habe.

Vielmehr habe die Frau bereits bei einer ersten Aussage nach der Tat angegeben, Impfstoffreste aus übrigen Ampullen genutzt zu haben, sagte ihr Wilhelmshavener Anwalt Christoph Klatt. Auf diese Weise habe sie den Verlust des Impfstoffes aus einem zuvor zerbrochenen Fläschchen zumindest teilweise auf­fangen wollen. Zuvor hatten die Ostfriesen-Zeitung und weitere Medien berichtet.

Die Frau hatte nach der Tat eingeräumt, den Verlust des Impfstoffes aus Furcht ihren Job zu verlieren, ver­tuschen zu wollen. In einer Mitteilung des Landkreises und der Polizei nach Bekanntwer­den des Falles war bislang davon die Rede, die Spritzen seien nur mit Kochsalzlösungen aufgezogen worden.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte, dass die Frau bei einer Vernehmung Angaben, wie von ihrem Anwalt geschildert, gemacht habe. Sie gab demnach an, Impfstoffreste aus zwei Ampullen auf sechs Spritzen aufgeteilt zu haben. Warum die Angaben der Frau zuvor nicht mitgeteilt wurden, blieb zunächst offen.

Am vergangenen Dienstag hatten dann Landkreis und Polizei mitgeteilt, dass nach weiteren Zeugenaus­sagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau bereits zuvor Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe und weitere Personen daher keinen ausreichenden Impfschutz gegen COVID-19 hätten. 8.557 Kreisbewohner sollen daher nun nachgeimpft werden.

Heute teilte der Landkreis mit, die Zahl möglicher Betroffener könne noch 1.626 weitere Personen um­fassen. Damit erhöht sich die Zahl der Menschen, die nun schnellstmöglich nachgeimpft werden sollen, auf 10.183. Die weiteren Verdachtsfälle seien bei einer eingehenderen Prüfung der Dienstzeiten der be­schuldigten Krankenschwester bekannt geworden, erklärte Landrat Sven Ambrosy (SPD).

Von den Nachimpfungen ist den Angaben zufolge nun etwa jeder zehnte Einwohner des Kreises betroff­en. „Das ist natürlich etwas, was monströs ist“, sagte Ambrosy. Das Vertrauen sei beschädigt und werde Folgen für die Impfkampagne im Landkreis haben. „Wir werben aber trotzdem: Lassen Sie sich impfen.“ Wer nicht mehr im Impfzentrum in Friesland geimpft werden wolle, könne sich auch an Haus- und Be­triebsärzte wenden. Heute starteten die ersten Nachimpfungen.

Rechtsanwalt Klatt bekräftigte unterdessen erneut die Aussage seiner Mandantin, dass es keine weiteren Fälle gebe. „Das war ein einmaliger Vorfall, bei dem ihr etwas runtergefallen war.“

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg teilte gestern zudem mit, es bestehe ein Anfangsverdacht, wonach der Impfausweis und ein Ersatzdokument der Beschuldigten manipuliert sein könnte. Der Rechtsanwalt der Beschuldigten wies auch diesen Vorwurf zurück. Seine Mandantin sei nach eigener Aussage gegen COVID-19 geimpft. © dpa/aerzteblatt.de

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