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Medizin

Studie: 3. Dosis eines mRNA-Impfstoffs verbessert Schutz bei Organtrans­plantierten

Freitag, 13. August 2021

/ratana_k, stock.adobe.com

Toronto – Die 3. Dosis eines mRNA-Impfstoffs hat in einer randomisierten Studie die Zahl der Organ­trans­plantierten, die eine gute Immunantwort erzielten, verdreifacht, wie kanadische Mediziner im New England Journal of Medicine (2021; DOI: 10.1056/NEJMc2111462) berichten.

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Die Notwendigkeit einer starken Immunsuppression erhöht für Organtransplantierte das Risiko, im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer an COVID-19 zu erkranken. Die Patienten gehören deshalb seit Beginn der Impfkampagne zu den priorisierten Personen.

Zum Einsatz kommt in der Regel ein mRNA-Impfstoff, da das Risiko einer Vermehrung der Impfstoffviren bei den Vektor-basierten Impfstoffen ver­mie­den werden sollte (obwohl die Impfstoffe replikationsun­fähige Adenoviren verwenden).

Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass die Immunsuppression auch die Bildung der Antikörper durch die Impfung zum Teil oder ganz verhindert. Es wurde deshalb vorgeschlagen, den Impfschutz durch eine 3. Dosis zu verstärken.

Ein Team um Atul Humar vom Ajmera Transplant Centre in Toronto hat hierzu in aller Eile eine Placebo-kontrollierte Studie organisiert, an der 120 Organtransplantierte teilnahmen, die bisher nicht mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bereits 2 Dosen des Moderna-Impfstoffs erhalten hatten. 2 Monate nach der 2. Dosis erhielt die Hälfte der Teilnehmer eine 3. Impfung und die andere Hälfte ein Placebo.

Primärer Endpunkt war eine Antikörperkonzentration von mehr als 100 U/ml gegen die Rezeptorbin­dungs­stelle des Spikeproteins von SARS-CoV-2, da diese in Laborstudien mit einer guten Neutralisierung des Virus einhergeht.

In der Placebogruppe erreichten nur 18 % den geforderten Antikörperanstieg. Nach der 3. Dosis des mRNA-Impfstoffs waren es 55 % und damit etwa 3 Mal so viele. Das „relative Risiko“ von 3,1 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,7 bis 5,8 hoch signifikant, so dass die Mediziner zuversichtlich sind, dass die 3. Dosis den Schutz ihrer Patienten verbessert hat.

Hierfür sprechen auch die Ergebnisse aus einem Virusneutralisationstest. Nach der 3. Impfung lagen die Werte bei 60 % der Patienten über einem Schwellenwert, der einen guten Impfschutz anzeigt. In der Placebogruppe war dies nur bei 25 % der Patienten der Fall (relatives Risiko 2,4; 1,5 bis 4,0).

Die Forscher haben auch Tests zur T-Zell-Funktion durchgeführt, dem 2. Arm der erworbenen Immun­abwehr: Die Zahl der SARS-CoV-2-spezifischen CD4-Zellen war auf 432 gegenüber 67 pro 10 hoch 6 CD4-Zellen erhöht. Auch bei den CD8-Zellen wurde eine leichte Verbesserung gefunden.

Sicherheitsprobleme sind bei der Impfung nicht aufgetreten. Es gab keinen Fall einer Organabstoßung, der bei den Patienten zu den möglichen Folgen einer durch die Impfung ausgelösten „Reizung“ des Immunsystems gehört. Humar hält deshalb eine 3. Dosis für erwägenswert.

© rme/aerzteblatt.de

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