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Politik

SARS-CoV-2: Aktualisierte Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren für nächste Woche erwartet

Freitag, 13. August 2021

/yanadjan, stock.adobe.com

Berlin – Eine aktualisierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Impfung von Kindern ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 steht laut einem Mitglied des Gremiums kurz vor dem Abschluss.

„Diese Aktualisierung der STIKO-Empfehlung ist gerade in der letzten Bearbeitung, es geht noch um Textschliff“, sagte der Berliner Kinder- und Jugendarzt Martin Terhardt gestern in der „Abendschau“ des Sender RBB.

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Ende nächster Woche werde es „auf jeden Fall“ zu einer Veröffentlichung kommen, vorher gebe es noch wie üblich ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und den Ländern. Terhardt sagte auch: „Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen.“

Das unabhängige Expertengremium wird seit Wochen von verschiedenen Politikern aufgefordert, die bisher vorsichtige Haltung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu überdenken.

Die STIKO empfiehlt der Altersgruppe die Immunisierung bislang vor allem, wenn bestimmte Vorerkran­kungen wie Fettleibigkeit oder chronische Lungenkrankheiten vorliegen – und wenn man Menschen mit besonderem Coronarisiko im Umfeld hat.

Die bisherige Zurückhaltung begründete STIKO-Chef Thomas Mertens mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden, im Fokus standen demnach zuletzt vor allem mögliche Folgen von Herzmuskelentzündungen bei Geimpften. Dies war zum Beispiel in den USA beobachtet worden.

Mittlerweile könne man das Risiko von Herzmuskelentzündungen etwas besser beurteilen, sagte Ter­hardt im RBB. Das Risiko sei für Jungen etwas höher als für Mädchen und nach der zweiten Impfung etwas größer als nach der ersten.

Das höchste Risiko (1 zu 16.000) hätten Jungen nach der zweiten Impfung. Die meisten dieser Herzmus­kelentzündungen verlaufen dem Mediziner zufolge mild, es habe in der Altersgruppe auch keine Todes­fälle dadurch gegeben.

Weiterhin schwer zu bewerten seien dagegen Daten zum Risiko von Langzeitfolgen einer Coronainfek­tion (Long COVID), sagte Terhardt. Denn auch bei Kindern ohne Coronainfektion zeigten sich ver­gleich­bare Signale: Der Kinder- und Jugendarzt sprach von „Long-Lockdown“-Symptomen.

Die Bereitschaft von Eltern, ihre Kinder gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen, scheint unterdessen vorhan­den zu sein, wie eine aktuelle Umfrage der Pronova BKK von Juli unter 1.000 Erwachsenen mit mindes­tens einem minderjährigen Kind im Haushalt zeigt.

Demnach möchten 17 Prozent ihr Kind sogar ohne STIKO-Empfehlung impfen lassen, 28 Prozent dage­gen auf keinen Fall. 43 Prozent würden ihr Kind impfen lassen, wenn die STIKO die Impfung empfiehlt. Zwölf Prozent hatten nach eigenen Angaben noch nicht darüber nachgedacht.

Falls die STIKO eine Impfung empfehlen sollte, befürworten 34 Prozent der Eltern sogar eine Impfpflicht. 16 Prozent sind für eine Impfpflicht von Kindern auch ohne STIKO-Empfehlung.

„Wir sehen einmal mehr, wie groß das Vertrauen der Eltern in die STIKO ist. Sie ist die Instanz, auf die Eltern ihre Entscheidungen beim Thema Impfen in vielen Fällen stützen“, erklärte Gerd Herold, Beratungs­arzt bei der Pronova BKK.

Die Umfrage ergab, dass Eltern auch bei anderen Impfentscheidungen auf die STIKO hören. 84 Prozent geben an, dass ihre Kinder nach STIKO-Empfehlung durchgeimpft sind. Zudem würden mehr als drei Viertel eine Impfpflicht zumindest für einige der Standardimpfungen wie Tetanus oder Polio befürwor­ten. 44 Prozent sprachen sich dafür aus, den gesamten STIKO-Impfkalender für Kinder zur Pflicht zu machen. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #776288
Inamaria
am Montag, 16. August 2021, 04:42

Witz

„Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen.“- soviel zu unabhängigen Expertenteam. Was interessiert da die Politik. Die Entscheidung kann man nun schon nicht mehr ernst nehmen. Danke für nichts!
Avatar #967307
CMM21
am Samstag, 14. August 2021, 09:21

Freifahrtsschein für geschlossene Schulen?

Die STIKO empfiehlt der Altersgruppe die Immunisierung bislang vor allem, wenn bestimmte Vorerkran­kungen wie Fettleibigkeit oder chronische Lungenkrankheiten vorliegen – und wenn man Menschen mit besonderem Coronarisiko im Umfeld hat.
Gerade das Enxe des Satzes ist, falls dieser nicht genau erläutert wird und Ausnahmen benannt werden, sicherlich wieder eine offene Hintertür für eine kaschierte Impfpflicht, denn so gut wie jeder hat irgendeinen Menschen in seinem Umfeld der zur Risikogruppe gehört. In den Schulen arbeizet in der Regel die größte Risikogruppe aller Berufszweige. Nichtmal im Gesundheits- und Krankenpflege-Umfeld gibt es solch eine Gefahr welche sich durch nicht geimpfte Kinder ergibt. Das wird wieder nichts mit einen geregelten Schulalltag.
Ich stimme UHU08 zu. Kinder haben meine Lobby und alleine due Aussage man wolle einen Schritt auf die Politik zugehen ist absolut deplaziert. Es geht hier doch um den Schutz der Kinder dachte ich ursprünglich. Leider ist dies jedoch nur ein Abfallprodukt wichtigerer Themen wie zB wie schützt man die Risikogruppe in der aktuellen Wählerschaft am besten, ungeachtet der bisher noch nicht abschließend geklärten und unbiased erstellten Risikoabschätzung für die gesundheit der zukünftigen sich impfen zu wollen müssenden.
Aus wissenschaftlicher Perspektive eine viel zu unwissenschaftliche Entscheidung welche genau in die passende Entscheidungszeit fällt.
Btw. hat schon jeder hier seine Wahlunterlagen erhalten? 😉
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