NewsAuslandElfenbeinküste meldet ersten Ebolafall seit 1994
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Elfenbeinküste meldet ersten Ebolafall seit 1994

Montag, 16. August 2021

/motortion, stock.adobe.com

Abidjan – Im westafrikanischen Land Elfenbeinküste ist erstmals seit 1994 wieder eine Ebola-Infektion festgestellt worden. Der Fall wurde aus der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan gemeldet, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgestern mitteilte.

Das Auftreten der Infektion in der Vier-Millionen-Einwohner-Metropole sei „extrem besorgniserregend“, erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Allerdings verfüge der Kontinent über Kenntnisse und Mittel gegen Ebola und die Elfenbeinküste könne davon profitieren.

Anzeige

Die positive Probe stammte von einer 18-Jährigen, die aus dem Nachbarland Guinea einreiste, wie der ivorische Gesundheitsminister Pierre Demba dem staatlichen Fernsehsender RTI sagte. Sie sei auf dem Landweg aus Labé in Guinea in die Elfenbeinküste gekommen und am 11. August eingetroffen.

Es handele sich um „einen isolierten und eingeschleppten Fall“, sagte der Minister. Die Patientin sei in einem Zentrum für hochansteckende Krankheiten in Treichville im Bezirk Abidjan isoliert worden, ihre Kontakte würden zurückverfolgt.

Erst am 19. Juni hatten Guinea und die WHO die zweite Ebola-Epidemie des Landes offiziell für beendet erklärt. Der Ursprung der Infektion soll nun genauer untersucht werden. Laut WHO gibt es bislang kei­nen Hinweis, dass der Fall in der Elfenbeinküste mit dem jüngsten epidemischen Ebolaausbruch in Guinea zusammenhängt. Mittlerweile besteht die Möglichkeit einer Impfung gegen Ebola.

Gesundheitsminister Demba erklärte, sein Land verfüge über den Impfstoff. Es werde nun gezielt geimpft, vorrangig das Gesundheitspersonal sowie die Sicherheitskräfte an den Grenzen der Elfenbein­küste.

Am Nachmittag hieß es von Seiten der Gesundheitsbehörden, die Impfungen hätten begonnen. Die WHO erklärte ihrerseits, sie habe den Behörden in der Elfenbeinküste 5.000 Dosen des Ebolavakzins über­geben.

Die Elfenbeinküste grenzt an Guinea und Liberia, die 2014 und 2016 unter schweren Ebolaepidemien zu leiden hatten. Dennoch war in der Elfenbeinküste seit 1994 kein Infektionsfall mehr festgestellt worden. Damals hatte sich ein Wissenschaftler bei Schimpansen angesteckt.

Ebolakranke leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infi­zier­ten. Bei den bisherigen Ebolaepidemien betrug die Todesrate laut WHO zwischen 25 und 90 Prozent. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER