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Medizin

Generalisierte Schmerzen gehen mit erhöhtem Risiko für Demenz und Schlaganfall einher

Mittwoch, 29. September 2021

/SENTELLO, stock.adobe.com

Chongqing – Generalisierte Schmerzen gehen einer chinesischen Studie zufolge mit einem erhöhten Risiko für alle Arten von Demenz und dem Risiko für Schlaganfall einher. Das berichten Forscherinnen und Forscher von der Chongqing Medical University in der Fachzeitschrift Regional Anesthesia & Pain Medicine (2021; DOI: 10.1136/6/rapm-2021-102733).

Die Arbeitsgruppe wertete Daten von 2.464 Teilnehmern der 2. Generation der US-amerikanischen Langzeit- und Mehrgenerationenstudie Framingham Heart Study aus. Die Teilnehmer wurden zwischen 1990 und 1994 einer umfassenden Untersuchung unterzogen, die eine körperliche Untersuchung, Labortests und eine detaillierte Schmerzbeurteilung umfasste.

Sie wurden in 3 Schmerzgruppen eingeteilt: generalisierte Schmerzen, definiert als Schmerzen oberhalb und unterhalb der Taille, auf beiden Seiten des Körpers, am Schädel, an der Wirbelsäule und an den Rippen (347 Personen; 14 %), andere Schmerzen, klassifiziert als Schmerzen in nur einem oder mehreren Gelenken, oder keine Schmerzen in irgendeinem Gelenk.

Die Arbeitsgruppe bezog außerdem Informationen über potenziell beeinflussende Faktoren ein, zum Beispiel über Bluthochdruck und Diabetes, Gewicht, sozialen Status und anderes. Die Teilnehmer wurden dann durchschnittlich 10 Jahre kontinuierlich auf einen beginnenden kognitiven Verfall und eine klinische Demenz überwacht. Die Beobachtungszeit zur Erfassung eines Schlaganfalls lag bei rund 15 Jahren.

Während des Beobachtungszeitraums wurde bei 188 Personen eine Form von Demenz diagnostiziert, von denen 50 (27 %) weit verbreitete Schmerzen hatten und 138 (73 %) nicht. Und 139 Personen erlitten einen Schlaganfall, von denen 31 (22 %) weit verbreitete Schmerzen hatten und 108 (78 %) nicht.

Nach Berücksichtigung potenzieller Einflussfaktoren hatten Menschen mit generalisierten Schmerzen laut der Arbeitsgruppe ein um 43 % höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken, ein um 47 %höheres Risiko, an Alzheimer zu erkranken, und ein um 29 % höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als Menschen ohne generalisierte Schmerzen.

Die Forscher weisen daraufhin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, welche die Kausalität nicht klärt. © hil/aerzteblatt.de

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